Die normale Menstruation

Die erste Menstruation (Regel, Regelblutung, Periode, Monatsblutung) tritt um das 12. Lebensjahr ein, wobei dies individuell unterschiedlich ist. Einige Mädchen bekommen ihre Regel bereits mit 10, andere mit 12 und auch wenn man sie erst mit 14 Jahren bekommt, ist das völlig normal. Die erste Menstruation wird als Beginn der Geschlechtsreife der Frau angesehen, das heißt, dass nun die Möglichkeit besteht, schwanger zu werden. Allerdings erfolgt meist in der ersten Zeit noch kein Eisprung und ein stabiler, regelmäßiger Zyklus (s.u.) pendelt sich erst nach und nach ein. Die allererste Menstruation wird auch als Menarche bezeichnet.

Die letzte regelrechte Menstruation (Menopause) zeigt sich etwa um das 50. Lebensjahr. Während ihrer Geschlechtsreife hat jede Frau ca. 400 Menstruationen.

Der Zyklus (= Kreis = das gleiche Hormonmuster wiederholt sich etwa alle 28 Tage) ist die Zeitspanne zwischen zwei Menstruationsblutungen. Er beginnt am ersten Blutungstag und endet mit Beginn der nächsten Blutung – unabhängig von deren Länge.

Die Dauer der Menstruation liegt zwischen vier und sechs Tagen, wobei die Stärke der Blutung individuell unterschiedlich ist. Durchschnittlich verliert eine Frau zwischen 60 und 80 ml Blut.

Die hormonellen Vorgänge, die eine Menstruation auslösen, sind sehr komplex.

Hygiene

Während der Menstruation wird das Gleichgewicht des Scheidenmilieus durch das ausfließende Regelblut gestört. Dadurch können Keime, die Entzündungen hervorrufen, leichter in die Scheide gelangen. Hygiene ist deshalb in dieser Zeit besonders wichtig.

Zum Auffangen der Regelblutung werden sowohl äußerlich (Binden) wie innerlich anwendbare Produkte (Tampons) benutzt. Beides sind Einmalartikel. Alternativen dazu sind Baumwollbinden, Naturschwämmchen oder Silikonbehälter (Mondtasse).

Hormonelle Vorgänge

Die hormonellen Vorgänge, die eine Menstruation auslösen, sind sehr komplex. Beteiligt sind:

Die Hirnrinde, insofern das Ausbleiben einer Periode oder auch Zyklusstörungen auf Einflüsse wie Stress, gravierende seelische Ereignisse, Konfliktsituationen etc. zurückzuführen sind.

Der Hypothalamus ist eine wichtige „Schaltzentrale" unseres Körpers. Er ist ein Gehirnbereich im Zwischenhirn und befindet sich unterhalb (=hypo) des Thalamus. Im Hypothalamus werden in bestimmten Nervenzellen verschiedene Hormone gebildet. Einige  Hormone heißen „releasing" Hormone (englisch; release: freisetzen): Sie bewirken, dass in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) Hormone produziert und ausgeschüttet werden. Die Hormone der Hirnanhangdrüse steuern ihrerseits die Bildung anderer Hormone oder wirken direkt auf Zielorgane im Körper. So wird beispielsweise durch die Freisetzungshormone aus dem Hypothalamus in der Hirnanhangdrüse die Produktion von Hormonen (Gonadotropinen ) angeregt, die den weiblichen Zyklus bestimmen: das follikelstimulierende Hormon (FSH), das Luteinisierungshormon (LH) und das Prolaktin (hauptsächlich für die Milchbildung während der Schwangerschaft verantwortlich).

In den Eierstöcken erfolgt durch den Einfluss des FSH die Follikelreifung (Eireifung). Der Spiegel der dazu gebildeten Östrogene steigt ständig an und bewirkt die Reifung der Follikel, in denen sich die Eizellen befinden. Die Follikelphase dauert bei einem 28 Tage-Zyklus vom 1. bis 12. oder 14. Zyklustag. Das LH steigt unmittelbar vor dem Eisprung stark an und löst diesen dadurch aus. Der Follikel platzt, die Eizelle wird herausgespült und vom Eileiter aufgenommen.

Normalerweise wird immer nur eine Eizelle zur Befruchtung bereitgestellt. Nach dem Eisprung schließt sich der Follikel wieder, in dessen Hohlkörper sich gelbe Pigmentzellen einlagern (= Gelbkörper). Den Zeitraum bis zur nächsten Regel nennt man Gelbkörperphase.

Im Gelbkörper wird vermehrt Progesteron gebildet, das vor allem dem Erhalt der Schwangerschaft dient. Tritt diese nicht ein, geht der Gelbkörper zugrunde.

Dies führt dann in der Gebärmutter zu einer Abbruchblutung (= Regel, Menstruation etc.), durch die die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wird.