Apfelallergie mit alten Sorten austricksen

28.10.2019

(dgk) Pelziges Gefühl auf der Zunge, Juckreiz im Rachen und Lippenschwellung – immer mehr Menschen leiden unter Lebensmittelallergien. Äpfel sind einer der häufigsten Auslöser, genauer gesagt bestimmte Eiweißstoffe im rohen Apfel. Aber es gibt Unterschiede: Auf alte Sorten reagieren Apfelallergiker seltener als auf neuere Züchtungen.

Eine Schlüsselrolle spielen dabei sogenannte Polyphenole, die in Pflanzen als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Durch Polyphenole verlieren die Apfeleiweiße ihre Allergenität. Besonders phenolreich sind die alten Apfelsorten wie Berlepsch, Goldparmäne oder Boskoop. Die neuen Sorten wie beispielsweise Granny Smith, Golden Delicious, Jonagold oder Pink Lady weisen dagegen nur geringe Mengen auf – sie wurden wegen des säuerlichen Geschmacks weitestgehend herausgezüchtet.

Welche Apfelsorten sind verträglich und welche nicht? Informationen dazu bietet ein Projekt des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Ortsgruppe Lemgo. In einer Liste mit über 80 Apfelsorten werden Rückmeldungen zur Verträglichkeit von Allergikern gesammelt. Seit kurzem lassen die Apfelexperten zudem den Polyphenolgehalt einzelner Sorten bestimmen.

Interessierte können sich die Liste sowie Bezugsquellen der Sorten auf der BUND-Homepage von Lemgo ansehen.

Hinweis: Hochgradig sensibilisierte Allergiker sollten auf keinen Fall eigene Versuche mit dem Verzehr von Äpfeln durchführen!