CMV-Infektionen: Bedeutung

Infektionen mit dem Cytomegalie-Virus (CMV) sind die häufigsten Virusinfektionen in der Schwangerschaft und können das ungeborene Kind ernsthaft schädigen. Auch bei Patienten mit Immundefekten oder bei Organtransplantierten ist Cytomegalie gefürchtet.

Da der Test auf diese Virusinfektion nicht in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten ist, wird diese Untersuchung auch nicht routinemäßig angeboten. Erst wenn sich Symptome zeigen, wird heutzutage der CMV-Test durchgeführt. Beispielsweise wenn bei der Ultraschalluntersuchung festgestellt wird, dass das Baby zu klein ist.

Besser: Selbst die Initiative ergreifen und den Gynäkologen ansprechen. Eine einfache Blutuntersuchung gibt Sicherheit.

Wie hoch ist das Risiko?

Von den jährlich etwa 700.000 Frauen, die ein Kind erwarten, sind mehr als die Hälfte seronegativ (58 Prozent), d. h. sie hatten noch keinen Kontakt mit CMV. Man geht davon aus, dass sich zwischen 2.000 und 4.000 Frauen in der Schwangerschaft erstmals mit CMV infizieren.

Das Risiko, dass das Kind dann infiziert wird, beträgt etwa 40 Prozent. Nicht alle diese Kinder zeigen aber die Symptome der Infektion, der größere Teil kommt gesund zur Welt. Bei einem Teil der Kinder können Wachstumsverzögerungen, Gehirnentzündungen, Leber- und Milzvergrößerung, Schwerhörigkeit und Augenschäden auftreten, etwa 40 Kinder sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer Infektion in der Schwangerschaft. Etwa 15 Prozent der Kinder infizierter Mütter, die bei der Geburt gesund sind, können später noch erkranken, am häufigsten sind Hörstörungen.