CMV-Infektionen

Bedeutung

Aktualisiert am 08.06.2020

Bedeutung

Infektionen mit dem Cytomegalievirus (CMV) sind die häufigsten Virusinfektionen in der Schwangerschaft und können das ungeborene Kind ernsthaft schädigen. Auch bei Patienten mit Immundefekten oder bei Organtransplantierten ist Cytomegalie gefürchtet.

Da der Test auf diese Virusinfektion nicht in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten ist, wird diese Untersuchung auch nicht routinemäßig angeboten. Erst wenn sich Symptome zeigen, wird heutzutage der CMV-Test durchgeführt. Beispielsweise wenn bei der Ultraschalluntersuchung festgestellt wird, dass das Baby zu klein ist.

Besser: Selbst die Initiative ergreifen und den Gynäkologen ansprechen. Eine einfache Blutuntersuchung gibt Sicherheit.

Wie hoch ist das Risiko?

Von den jährlich etwa 750.000 Frauen, die ein Kind erwarten, sind mehr als die Hälfte seronegativ (53 Prozent), d. h. sie hatten noch keinen Kontakt mit CMV. Man geht davon aus, dass sich zwischen 1.500 und 4.500 Frauen in der Schwangerschaft erstmals mit CMV infizieren.

Das Risiko, dass das Kind dann infiziert wird, beträgt etwa 40 Prozent. Nicht alle diese Kinder zeigen aber die Symptome der Infektion, der größere Teil kommt gesund zur Welt. Bei einem Teil der Kinder können Wachstumsverzögerungen, Gehirnentzündungen, Leber- und Milzvergrößerung, Schwerhörigkeit und Augenschäden auftreten, etwa 40 Kinder sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer Infektion in der Schwangerschaft. Zwischen 10 und 20 Prozent der Kinder infizierter Mütter, die bei der Geburt gesund sind, können später noch erkranken, am häufigsten sind Hörstörungen.

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Quelle:

Modrow S., Buxmann H, Enders M., Gembruch U, Goelz R., Hamprecht K, Huzly D., Kummer P., Kagan K. O, Knuf M., Mertens T., Nennstiel-Ratzel U., Roll C., Wojcinski M. Management der kongenitalen Zytomegalievirus-Infektion bei Neugeborenen. Kinder- und Jugendarzt 2018; 49: 107 - 117.

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