Verschiedene Zeckenarten in Deutschland
Weltweit existieren mehr als 800 verschiedene Zeckenarten, in Deutschland kommen allerdings nur 20 Arten vor. Wussten Sie, das es hierzulande sogenannte Tauben-, Schafs- und Igelzecken gibt? Sie heißen so, weil sie nur die Wirte stechen, nach denen sie benannt sind. Anders der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus): Als einzige Zeckenart Europas hat er sich an verschiedene Umweltbedingungen und Wirte angepasst, und ist bei uns für die allermeisten Zeckenstiche beim Menschen verantwortlich.
Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus) finden sich vorwiegend im östlichen und südwestlichen Deutschland an warmen Stellen. Sie befallen nur selten den Menschen. Reliktzecken (Haemaphysalis concinna) sind auf ganz Deutschland gesehen sehr selten, es gibt aber nahe der polnischen Grenze stabile Populationen. Beide Zeckenarten zusammen machen nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts etwa ein bis zwei Prozent der Zeckenstiche aus.
Auch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus sensu lato) wird hierzulande gefunden - eingeschleppt als unerwünschtes Reisesouvenir auf Hunden aus Mittelmeerländern. Die Hundezecken können sich in Wohnungen ansiedeln und neben Hunden auch Menschen stechen.
Die Hyalomma-Zecke ist üblicherweise in Teilen Asiens und Afrikas sowie in einigen Regionen Südosteuropas verbreitet. Die Tiere sind etwa doppelt so groß wie Ixodes ricinus. Charakteristisch sind die gestreiften Beine, mit denen die Zecken schnell und aktiv auf ihre Beute zukrabbeln können.Seit 2007 findet man Hyalomma-Zecken auch in einigen Regionen in Deutschland. Hyalomma-Zecken sind hierzulande aber nach wie vor sehr selten, pro Jahr werden zwischen zwei bis etwa 20 Exemplare ans RKI geschickt.
Hyalomma-Zecken können gefährliche Krankheitserreger in sich tragen– darunter das Krim-Kongo-Virus. Allerdings trägt nicht jede Hyalomma-Zecke das Virus in sich. Die Zecken müssen das Virus zuvor von einem infizierten Tier aufgenommen haben.
Gefundene Hyalomma-Zecken können (fixiert mit einem Klebestreifen auf Papier) ans RKI geschickt werden: Robert Koch-Institut, ZBS 1 –„Zecke“, Seestraße 10, 13353 Berlin.
aktualsiert 13.03.2026
Weitere Informationen: FAQ des Robert Koch Instituts, Stand
