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Internationale Krebsforschungs­agentur weist Vorbehalte gegen HPV-Impfung zurück

(5.2.2019) Gebärmutterhalskrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen in der Europäischen Region der WHO. Allein 2018 waren es nach Schätzungen 69 000 neue Fälle und 30 000 Todesfälle. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten ist dieser Krebs durch eine Impfung vermeidbar.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2019 hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC; eine Einrichtung der WHO) nun Vorbehalte gegenüber der HPV-Impfung zum Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs entschieden zurückgewiesen.

„Unbegründete Gerüchte“ über Folgen der Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) verzögerten und behinderten weiterhin unnötigerweise die Ausweitung der Impfung, die dringend benötigt werde, um Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen, erklärte IARC-Direktorin Elisabete Weiderpas.

Über die HPV-Impfung kursieren Gerüchte, sie könne als Nebenwirkungen chronische Müdigkeit oder gar Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) verursachen. Wissenschaftler weisen dies zurück. Sie wiesen wiederholt nach, dass der Impfstoff unbedenklich sei.

In manchen Ländern Europas liegt die Durchimpfung inzwischen bei über 90% der Zielgruppe, während sie in anderen aufgrund diverser Probleme bei nur 20% liegt. Etwa 80% der Ungeimpften infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit einem oder mehreren Typen des Virus. Mädchen, die die Chance verpassen, gegen HPV-bedingte Krebsarten vorzubeugen, sind anfällig für eine Ansteckung und Weitergabe des Virus, wenn sie sexuell aktiv werden.

HPV-Impfung auch für Jungen empfohlen

Seit Juni 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommision (STIKO) die HPV-Impfung nicht mehr nur für Mädchen und junge Frauen, sondern auch für Jungen und junge Männer von 9 bis 17 Jahren.

Damit soll zum einen die Herdenimmunität verbessert werden, zum anderen die jungen Männer vor HPV-bedingten Tumoren geschützt werden. Jährlich erkranken allein in Deutschland 1.600 bis 2.300 Männer an Tumoren, die durch Humane Papillomviren hervorgerufen werden: Tumore an Penis und After sowie Kopf-Hals-Tumore.

STIKO empfiehlt die HPV-Impfung nun schon für Mädchen ab 9 Jahren

Ende August 2014 hat die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) empfohlen, Mädchen bereits ab einem Alter von 9 Jahren gegen HPV zu impfen statt erst ab 12 Jahren. Hintergrund der Empfehlung ist die besonders gute Wirksamkeit der Impfung bei ganz jungen Mädchen. Außerdem weiß man heute, dass der Impfschutz sehr lange anhält und auch dann noch voll wirksam ist, wenn das sexuell aktive Alter erreicht wird. Da HPV sehr ansteckend ist, ist eine Virusübertragung schon bei den ersten sexuellen Kontakten wahrscheinlich. Sinnvoll ist es daher, vorher zu impfen.
Durch das 2-Dosen-Impfschema bei Mädchen zwischen 9 und 13 bzw. 14 Jahren kann außerdem die Zahl der nötigen Impfungen in diesem Lebensalter gesenkt werden, ohne dass es zu einer Einbuße beim Impfschutz kommt.