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Studie belegt eindrucksvoll Schutz durch HPV-Impfung

3.5.20019

Die Schotten sind weniger zögerlich, als die Deutschen: Schon seit dem Jahr 2008 werden in Schottland 12- bis 13-jährige Mädchen im Rahmen eines Schulprogrammes routinemäßig gegen HPV geimpft. Mit großem Erfolg, wie eine Studie nun zeigt.

Wissenschaftler wollten wissen, ob sich positive Effekte durch die routinemäßige HPV-Impfung zeigen, und falls ja, wie groß sie sind. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Sie belegen, dass die Impfung zu einer dramatischen Abnahme von krankhaften Zellveränderungen am Gebärmutter­hals führte.

Für die Studie wurden Daten von mehr als 130.000 Frauen ausgewertet, die sich im Alter von 20 Jahren einer Abstrichuntersuchung, dem sogenannten PAP-Test unterzogen. Der Routine-Test dient dazu, Zellveränderungen am Gebärmutterhals aufzuspüren, um Krebsvorstufen erkennen und behandeln zu können, noch bevor Gebärmutterhalskrebs entsteht.

Bei jenen Frauen, die sich mit 12 oder 13 Jahren gegen HPV impfen ließen, zeigten sich deutlich seltener auffällige Zellveränderungen am Gebärmutterhals (Stufe PAP III oder schlechter). Das Risiko dafür war annähernd 90 Prozent geringer als bei nicht geimpften Frauen.

Die im British Medical Journal erschienene Untersuchung zeigt auch, dass Mädchen, die im jungen Alter geimpft wurden, besser geschützt sind als Mädchen, die sich erst mit 17 impfen ließen.

Quellen:

  1. Tim Palmer et al.: Prevalence of cervical disease at age 20 after immunisation with bivalent HPV vaccine at age 12-13 in Scotland: retrospective population study; BMJ 04/2019;365:l1161 doi 10.1136/bmj.l1161
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum / Krebsinformationsdienst,: Gebärmutter­hals­krebs www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/frueherkennung.php
     

Frauenärztinnen und -ärzte rufen zur HPV-Impfung auf

29.3.2019

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. und der Berufsverband der Frauenärzte e.V. stehen hinter der Impfung gegen Humane Papillomviren.

Nach mehr als 12-jähriger Impfstoff-Anwendung könnten verlässliche Angaben zu Nebenwirkungen, Wirksamkeit und Sicherheit der HPV-Impfstoffe gemacht werden: So wurde die Effektivität der HPV-Impfung bei Mädchen und Frauen anhand vieler Studien inzwischen bewiesen. In Ländern mit hoher Impfbeteiligung konnte bereits wenige Jahre nach Einführung der Impfung ein Rückgang der Erkrankungszahlen an Genitalwarzen, eine Abnahme der Krebsvorstufen am Gebärmutterhals und sogar eine Verringerung der Krebsdiagnosen festgestellt werden.

Seit Einführung der HPV-Impfung sind nach Auswertung aller Melderegister keine schweren bleibenden Schäden aufgetreten. Nebenwirkungen der Impfung sind ebenso selten wie bei den anderen Standardimpfungen im Impfkalender.

Quelle:
idw-online: GBCOG: Frauenärztinnen und -ärzte rufen dringend zur HPV-Impfung auf; Pressemitteilung vom 6.3.2019

 


 

Internationale Krebsforschungs­agentur weist Vorbehalte gegen HPV-Impfung zurück

5.2.2019

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen in der Europäischen Region der WHO. Allein 2018 waren es nach Schätzungen 69 000 neue Fälle und 30 000 Todesfälle. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten ist dieser Krebs durch eine Impfung vermeidbar.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2019 hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC; eine Einrichtung der WHO) nun Vorbehalte gegenüber der HPV-Impfung zum Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs entschieden zurückgewiesen.

„Unbegründete Gerüchte“ über Folgen der Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) verzögerten und behinderten weiterhin unnötigerweise die Ausweitung der Impfung, die dringend benötigt werde, um Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen, erklärte IARC-Direktorin Elisabete Weiderpas.

Über die HPV-Impfung kursieren Gerüchte, sie könne als Nebenwirkungen chronische Müdigkeit oder gar Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) verursachen. Wissenschaftler weisen dies zurück. Sie wiesen wiederholt nach, dass der Impfstoff unbedenklich sei.

In manchen Ländern Europas liegt die Durchimpfung inzwischen bei über 90% der Zielgruppe, während sie in anderen aufgrund diverser Probleme bei nur 20% liegt. Etwa 80% der Ungeimpften infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit einem oder mehreren Typen des Virus. Mädchen, die die Chance verpassen, gegen HPV-bedingte Krebsarten vorzubeugen, sind anfällig für eine Ansteckung und Weitergabe des Virus, wenn sie sexuell aktiv werden.

Quelle:
International Agency for Research on Cancer (IARC) der WHO: HPV vaccination is safe, effective, and critical for eliminating cervical cancer; Pressemitteilung vom 4.2.2019

 


 

HPV-Impfung auch für Jungen empfohlen

28.6.2018

Seit Juni 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommision (STIKO) die HPV-Impfung nicht mehr nur für Mädchen und junge Frauen, sondern auch für Jungen und junge Männer von 9 bis 17 Jahren.

Damit soll zum einen die Herdenimmunität verbessert werden, zum anderen die jungen Männer vor HPV-bedingten Tumoren geschützt werden. Jährlich erkranken allein in Deutschland 1.600 bis 2.300 Männer an Tumoren, die durch Humane Papillomviren hervorgerufen werden: Tumore an Penis und After sowie Kopf-Hals-Tumore.

Quelle:
Robert Koch-Institut: HPV-Impfempfehlung für Jungen veröffentlicht; Pressemitteilung vom 28.6.2018