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Proteinmangel


Infolge extremen Proteinmangels kann die Proteinmangelkrankheit Kwashiorkor auftreten. Kwashiorkor kommt in unseren Breiten praktisch nicht vor, ist aber in Ländern, in denen sich die Menschen überwiegend von Reis und Hirse ernähren, häufig vertreten. Dabei ist die Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten ausreichend, nur die Proteinzufuhr ist zu niedrig. Dies ist insbesondere bei Säuglingen zu finden, die abrupt abgestillt werden und dabei von der eiweißreichen Muttermilch auf eine kohlenhydratreiche, eiweißarme Kost umgestellt werden. Sichtbar wird diese Mangelernährung durch Zurückbleiben des Längenwachstums und Ansammlung von Gewebswasser in der Haut und im Bauchraum. Leberzirrhose, anhaltende Durchfälle und Hautkrankheiten sind weitere Folgen eines solchen extremen Eiweißmangels, der zum Tod führen kann. In dieser ausgeprägter Form kommt ein Eiweißmangel bei uns nicht vor. Ein leichter Eiweißmangel kann jedoch infolge extrem einseitiger und/oder streng vegetarischer Ernährungsweise auch in Industrieländern auftreten.


Bedarf

Empfohlen werden für Erwachsene 47 bis 60 g pro Tag bzw. 0,8 g pro kg Körpergewicht. Es sollten mindestens 10 Prozent höchstens aber 15 Prozent der Energiezufuhr in Form von Eiweiß aufgenommen werden. Reich an Protein sind Milch- und Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte. Dabei ist jedoch nicht nur die Proteinmenge entscheidend, sondern auch die Proteinqualität. Sie ist um so besser, je mehr die Aminosäurenzusammensetzung des Nahrungseiweißes der des körpereigenen Eiweißes entspricht. Dies wird beurteilt durch die biologische Wertigkeit. Sie gibt an, wie viel Gramm Körpereiweiß aus 100 g Nahrungseiweiß gebildet werden kann. Als Referenzprotein gilt dabei das Protein im Hühnerei, für das eine biologische Wertigkeit von 100 angenommen wird. Die biologische Wertigkeit des Eiweißes eines Nahrungsmittels kann erhöht werden, indem man es mit einem geeigneten Nahrungsmittel kombiniert, so dass sich die Aminosäuren- Zusammensetzungen beider Nahrungsmittel ergänzen. Die beste Ergänzung und damit die höchste biologische Wertigkeit ergibt die Kombination von Kartoffel und Ei. Je höher die biologische Wertigkeit eines Nahrungsmittels bzw. einer Proteinmischung, desto besser ist die Proteinqualität und desto weniger Protein muss zugeführt werden, um den Bedarf zu decken.


Tabelle: Biologische Wertigkeit ausgewählter Lebensmittel

Lebensmittel
Biologische Wertigkeit
Vollei
100
Kartoffel
90
Kuhmilch
88
Rindfleisch
86
Edamer
85
Reis
83
Fisch
83
Roggenmehl
80
Mais
74
Bohnen
73
Weizenmehl
52
Hülsenfrüchte
30


Tabelle: Biologische Wertigkeit von Proteinmischungen
 

Proteinmischung
Biologische Wertigkeit
35% Hühnerei + 65% Kartoffel
137
60% Hühnerei + 40% Soja
123
71% Hühnerei + 29% Milch
122
68% Hühnerei + 32% Weizen
118
75% Milch + 25% Weizen
105
52% Bohnen + 48% Mais
101
77% Rindfleisch + 23% Kartoffel
90