Gürtelrose
Gürtelrose / Herpes zoster
Die Gürtelrose ist ein sehr schmerzhafter und regional begrenzter Hautausschlag, der durch das Windpockenvirus verursacht wird. Zoster tritt also nur bei Menschen auf, die bereits früher einmal eine Infektion mit dem Windpockenvirus hatten. Der erste Kontakt im Leben mit dem Varicella-Zoster-Virus führt zu einer Windpocken-Erkrankung, die in einigen Fällen auch unbemerkt verlaufen kann. Wenn die Windpocken ausheilen, verbleiben einige Viren in Nervenknoten (Ganglien) des Rückenmarks und des Gehirns. Sie können dort, ohne Krankheitssymptome zu verursachen, Jahrzehnte überdauern und später im Verlauf des Lebens wieder aktiv werden. Diese lokale Reaktivierung der Viren führt in dem Versorgungsgebiet des betroffenen Nerven zu den typischen Erkrankungszeichen eines Zosters: Missempfindungen, gerötete Haut, Bläschenbildung auf einem begrenzten Areal, meist stark ausgeprägte Schmerzen. Am häufigsten sind der Stamm oder das Gesicht betroffen, in der Regel nur eine Körper- oder Gesichtshälfte. Der Name Gürtelrose geht auf den Befall von Nerven zurück, die von der Wirbelsäule ausgehen und (halb) gürtelförmig um den Rumpf verlaufen. Die Schmerzen im betroffenen Nervenbereich - sog. postherpetische Neuralgie - können über Jahre anhalten.
Das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu und ist bei Immunsupprimierten und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen erhöht. In Deutschland erkranken schätzungsweise jährlich 300.000 bis 400.000 Personen an Gürtelrose.
Die Gürtelrose selbst wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, jedoch können Erkrankte die Viren aus dem Bläschen auf empfängliche (nicht immune) Personen übertragen, z. B. von Großeltern auf Enkelkinder, die dann an Windpocken erkranken. Die Übertragung kann nur durch Schmierinfektion über den Bläscheninhalt erfolgen, nicht über Husten und Niesen.
Impfempfehlung der STIKO
Standardimpfung für Menschen ab 60
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Dezember 2018 die Impfung mit dem adjuvantierten Totimpfstoff zur Verhinderung von Gürtelrose und der postherpetischen Neuralgie (PHN). Die Impfung wird für Personen ab einem Alter von 60 Jahren als Standardimpfung empfohlen..
Neu: Seit November 2025 empfiehlt die STIKO die Indikationsimpfung bereits ab 18 Jahren:
Personen mit schweren Grundleiden und mit Immunschwäche haben ein höheres Risiko, schwer an Herpes zoster und den Folgen (z. B. postherpetische Neuralgie) zu erkranken. Die STIKO empfiehlt daher allen Personen ab einem Alter von 18 Jahrenmit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung die Impfung mit dem Totimpfstoff als Indikationsimpfung.
Zu dieser Gruppe gehören z. B. Personen mit bzw. nach:
- Hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT)
- Zellbasierten Therapien
- Organtransplantation
- Immunsuppressiver Medikation (z. B. Rituximab, Januskinase-(JAK-)Inhibitoren, Anifrolumab [Typ I Interferon-Rezeptorblocker], zytostatischer Chemotherapie)
- Malignen neoplastischen Krankheiten (Krebserkrankungen)
- HIV-Infektion
- Rheumatoider Arthritis
- Systemischem Lupus erythematodes
- Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
- Chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen
- (COPD) oder Asthma bronchiale
- Chronischer Niereninsuffizienz
- Diabetes mellitus
Anmerkung: Leichte oder unkomplizierte bzw. medikamentös gut kontrollierte Formen chronischer Grunderkrankungen bei Personen zwischen 18 und 59 Jahren sind nach Einschätzung der STIKO nicht mit einem deutlich erhöhten HZ-Risiko verknüpft und daher nicht von der Empfehlung umfasst.
Zoster-Totimpfstoff
Der Zoster-Totimpfstoff (= HZ/su-Totimpfstoff) ist seit Mai 2018 verfügbar und für Menschen ab 50 Jahren zugelassen, bei hohem Zoster-Risiko kann er bereits Personen ab 18 Jahren verabreicht werden. Er wird mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt und enthält ein für die Immunantwort relevantes Antigen des Erregers, das an einen modernen Wirkverstärker (Adjuvans) gebunden ist. Die Wirksamkeit ist über alle Altersgruppen hinweg sehr gut, ein Nachlassen der Wirkung bei älteren Geimpften wird kaum gesehen. Der Impfstoff wird intramuskulär gegeben, 2 Impfungen im Abstand von 2 bis 6 Monaten sind notwendig.
Lokale Reaktionen an der Impfstelle wie Rötung, Verhärtung, Schmerzen sind häufig, aber vorübergehend. Sie halten im Durchschnitt 2 – 3 Tage an. Auch systemische Nebenwirkungen wie Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber etc.) sind häufiger möglich.
Erstellt am 15.3.2019; letzte Aktualisierung 12.11.2025
Quellen:
- Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 44/2025
- Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 50/2018
- Robert Koch-Institut: Gürtelrose (Herpes zoster): Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Erkrankung und Impfung
