Gürtelrose: Vorbeugung durch Impfung

Standardimpfung für Menschen ab 60

Es stehen zurzeit 2 Impfstoffe, ein Lebend- und ein Totimpfstoff zur Verfügung. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt es aber nur für den Totimpfstoff. Seit Dezember 2018 empfiehlt sie den Totimpfstoffzur Verhütung von Herpes zoster (HZ), seinen Komplikationen und Spätfolgen für Personen ab einem Alter von 60 Jahren als Standardimpfung.

Indikationsimpfung ab 50 bei Grunderkrankungen

Personen mit schweren Grundleiden und mit Immunschwäche haben ein höheres Risiko, schwer an Herpes zoster und den Folgen (z. B. post-herpetische Neuralgie, PHN) zu erkranken. Die STIKO empfiehlt daher allen Personen ab einem Alter von 50 Jahrenmit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit die Impfung mit dem Totimpfstoff als Indikationsimpfung. Dazu gehören z. B. Personen mit:angeborener oder erworbener Immundefizienz oder Immunsuppression, mit HIV-Infektion, rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) oder Asthma bronchiale, chronischer Niereninsuffizienz oder Diabetes mellitus.

Zoster-Totimpfstoff

Der Zoster-Totimpfstoff (= HZ/su-Totimpfstoff) ist seit Mai 2018 verfüg­bar und für Menschen ab 50 Jahren zugelassen. Er wird mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt und enthält ein für die Immunantwort relevantes Antigen des Erregers, das an einen modernen Wirkverstärker (Adjuvans) gebunden ist. Die Wirksamkeit ist über alle Altersgruppen hinweg sehr gut, ein Nachlassen der Wirkung bei älteren Geimpften wird nicht gesehen.Der Impfstoff wird intramuskulär gegeben, 2 Impfungen im Abstand von 2 bis 6 Monaten sind notwendig.

Lokale Reaktionen an der Impfstelle wie Rötung, Verhärtung, Schmerzen sind häufig, aber vorübergehend. Sie halten im Durchschnitt 2 – 3 Tage an. Auch systemische Nebenwirkungen wie  Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber etc.) sind häufiger möglich.

Zoster-Lebendimpfstoff

DerZoster-Lebendimpfstoff ist seit 2013 in Deutschland verfügbar und für Menschen ab 50 Jahren zugelassen. Er enthält das 14-fache an Impfviren gegenüber dem monovalenten Varizellen-Impfstoff und wird einmalig subkutan oder intra­muskulär verabreicht. Da aber die Wirksamkeit geringer ist als beim Totimpfstoff (bei ≥ 70-Jährigen nur noch 38 %) wird dieser Impfstoff nicht von der STIKO empfohlen.