Erreger

Humane Papillomviren (HPV) sind kleine DNA-Viren; man kennt über 100 verschiedene Typen. Ihre umfangreiche Erbinformation liegt in Form von DNA (Desoxyribonukleinsäure) vor.

Die Viren sind von Mensch zu Mensch übertragbar. Sie infizieren die Zellen von Haut und Schleimhäuten und können mit Hilfe ihrer Erbinformationen Veränderungen in diesen Zellen hervorrufen: Meist sind dies gutartige Tumore in Form von Warzen, Papillomen (Haut- bzw. Schleimhautwucherung) oder Kondylomen (Feigwarzen), die sich häufig – aufgrund der Immunabwehr – spontan zurückbilden. Verantwortlich für solche Erkrankungen sind die so genannten Low-Risk-Typen (Niedrig-Risiko-Typen).

Allerdings gibt es auch HPV-Typen (dabei sind an erster Stelle die Typen 16 und 18 zu nennen), die bösartige Tumore - vor allem des Gebärmutterhalses - verursachen können (High-Risk-Typen). Wenn diese Viren über lange Zeit in den Körperzellen bleiben (persistieren), die Infektion also nicht vom Immunsystem beseitigt wird, kann die Virus-DNA in die körpereigene Erbinformation integriert werden. Die Zellen entarten dann unter den „Befehlen“ der Viren, und es kann sich Jahre nach der eigentlichen Virusinfektion Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Dies ist in Europa die zweithäufigste Krebs-Todesursache bei Frauen unter 45 Jahren (Onkologie-Kongress ECCO, Paris, 2005).

Infektionen mit HPV im Genitalbereich sind im Übrigen sehr weit verbreitet. Es ist die häufigste sexuell übertragbare, durch Viren verursachte Erkrankung und wahrscheinlich die häufigste „Geschlechtskrankheit“ überhaupt. Die Wahrscheinlichkeit, sich im Laufe seines Lebens mindestens einmal mit HPV zu infizieren, liegt schätzungsweise zwischen 75 und 90 Prozent.

Die meisten HPV-Infektionen der Schleimhäute verursachen keine Symptome und verschwinden von selbst wieder, nur ein sehr kleiner Teil kann letzten Endes zu Krebs führen.