Gebärmutterhalskrebs

Der Gebärmutterhals ist der Teil der Gebärmutter, der sich in die Vagina öffnet. Wenn Zellen des Gebärmutterhalses abnorm geworden sind und sich unkontrolliert vermehren, kann Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entstehen. Bis sich aus diesen abnormen Zellen eventuell Gebärmutterhalskrebs entwickelt, dauert es oft viele Jahre, und im Frühstadium können die Zellveränderungen meist einfach und erfolgreich behandelt werden. Da allerdings im Frühstadium keine Beschwerden auftreten, ist die Früherkennungsuntersuchung die einzige Möglichkeit für eine sichere Diagnose und rechtzeitige Therapie. (siehe auch Kapitel Krebsvorsorge)

In Deutschland werden laut Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister und dem Robert Koch-Institut (RKI) jedes Jahr etwa 4.500 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) diagnostiziert. Im Jahre 2004 starben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 1.660 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, weltweit fallen dieser Krebserkrankung 250.000 Frauen pro Jahr zum Opfer.

Der Tumor wird in fast 100 Prozent der Fälle von Viren ausgelöst, die vorwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen werden: den Humanen Papillomviren (HPV). Das haben deutsche Ärzte am Heidelberger Krebsforschungszentrum bereits in den 1970er-Jahren herausgefunden. Viele sexuell aktive Frauen tragen das Virus in sich, was bei einigen zu gutartigen Veränderungen führt, die schnell wieder heilen – nur bei den wenigsten entsteht über lange Zeit eine krebsartige Veränderung.

Größte Zahl der HPV-Infektionen heilt aus - aber nicht alle!

Es gilt heute als wissenschaftlich gesichert, dass Infektionen mit den beiden gefährlichsten HPV-Typen (HPV 16 und 18) für zumindest 70 Prozent der Krebserkrankungen am Gebärmutterhals verantwortlich sind. Die meisten der weltweit jährlich über 470.000 Fälle (Quelle: WHO 2006) treten in Entwicklungsländern auf, wo die medizinische Versorgung schlechter ist als in Industrieländern.

Etwa 75 bis 90 Prozent aller Frauen (Quelle: Cervical Cancer Consortium Europe) machen im Verlauf ihres Lebens mit dem Virus "Bekanntschaft", doch weit über Prozent der Infektionen heilen im Lauf der Zeit wieder aus. Bei einer kleinen Minderheit der Infizierten schafft es das Virus aber, die Immunabwehr zu überwinden. Diese Frauen können - oft erst Jahrzehnte später - an Gebärmutterhalskrebs erkranken und daran sterben.

Klassifikation nach Papanicolaou

Pap-EinteilungAbstrichbefundBeurteilung und weiteres Vorgehen
PAP Inormales Zellbildnormaler Befund; erneute Untersuchung nach 1 Jahr bei der Krebsfrüherkennungs-Unter-
suchung
PAP IImeist entzündlich bedingte Veränderungenunverdächtige Zellveränderungen (durch Bakterien oder andere Keime); ggf. Untersuchung nach 3 Monaten und eine Behandlung der Entzündung
PAP IIIschwere entzündliche oder degenerative Veränderungenggf. antibiotische oder hormonelle Behandlung, kurzfristige Kontrolle nach ca. 2 Wochen; bei anhaltendem Pap III unbedingt histologische Abklärung
PAP III Dleichte bis mäßige untypische Zellveränderungenmeist hängt diese Veränderung mit dem weit verbreiteten HPV-Infekt zusammen; Kontrolle nach 3 Monaten, eine histologische Abklärung ist erst bei wiederholtem Auftreten erforderlich
PAP IV aschwere Zellveränderungen, ggf. eine Krebsvorstufehistologische Abklärung zum Beispiel mittels Ausschabung
PAP IV bschwere Zellveränderungen / Carcinoma in situ (Frühstadium eines Karzinoms), Zellen eines invasiven Karzinoms können nicht ausgeschlossen werdenhistologische Abklärung mittels Konisation (Entnahme einer kegelförmigen Gewebeprobe) oder Biopsie
PAP VZellen eines vermutlich invasiven Karzinoms, Tumor ist eindeutig bösartigerfordern die histologische Abklärung mittels Konisation oder Biopsie

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (adaptiert)

Weitere Informationen, zum Beispiel zur Therapie des Zervixkarzinoms, gibt es bei der Deutschen Krebsgesellschaft unter www.krebsgesellschaft.de

Heilungschancen im Frühstadium bei nahezu 100 Prozent

Früherkennung rettet Leben: Bei kaum einer anderen Krebsart hat die Früherkennung einen so hohen Stellenwert wie beim Zervixkarzinom. Die Heilungschancen liegen im Frühstadium bei fast 100 Prozent! Daher ist die Teilnahme an den jährlichen Früherkennungsuntersuchungen unerlässlich.