Das Varicella-Zoster-Virus kann nicht nur die Windpocken auslösen, sondern als „Zweiterkrankung“ eine Gürtelrose, auch Herpes zoster oder kurz Zoster genannt. Wie alle Herpesviren (viele kennen die lästigen Lippenbläschen [Herpes-simplex-Viren], die stets zur Unzeit auftreten) bleiben auch diese Erreger in bestimmten Nervenschaltstellen und können bei nachlassender Abwehrkraft „von innen heraus“ wieder aktiv werden. Das kann durch eine andere Krankheit geschehen wie schwere Infektionen oder Krebs, bei Stressbelastung und vor allem im höheren Lebensalter, wenn das Immunsystem nicht mehr so leistungsfähig ist.

Allerdings kann ein Zoster auch einmal bei ansonsten gesunden Erwachsenen und Kindern auftreten. Jeder Fünfte bis Zehnte erkrankt einmal im Leben daran. Typisch sind Missempfindungen, dann plötzlich einschießende Schmerzen in den betreffenden Körperregionen. Nach drei bis vier Tagen erscheinen Bläschen, die normalerweise innerhalb von acht Tagen bis vier Wochen abheilen. Betroffen ist meist der Rumpf, wo sich die Bläschen gürtelförmig ausbreiten, aber auch das Gesicht und sogar die Augen. Bei immunschwachen Patienten kann sich die Gürtelrose über den Körper ausbreiten und lebensbedrohlich werden.

Die starken Schmerzen halten meist auch dann noch an, wenn die Hauterscheinungen durch die Behandlung mit virushemmenden Medikamenten verschwunden sind. Die Schmerzen können chronisch werden, Experten sprechen von postherpetischer Neuralgie (PHN). Deshalb ist auch eine frühe und kosnequente Schmerztherapie sehr wichtig.

Impfungen gegen Gürtelrose

Es gibt zwei Impfungen gegen Zoster, einen sogenannten Totimpfstoff und einen Lebendimpfstoff. Die Impfung mit dem Totimpfstoff wird seit Dezember 2018 als Standardimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren empfohlen und als Indikationsimpfung für Personen ab 50 Jahren mit chronischen Grunderkrankungen und Immunschwäche.