Körperbilder mit Verfallsdatum werden immer beliebter. Kurzzeitige Henna-Tatoos, so genannte Temptoos, stammen aus Indien oder Pakistan. Der Vorteil: Die "Hautdekoration" hält nur einige Tage lang. Der Nachteil: Tatoos auf Zeit bergen gefährliche Allergierisiken. Manche Farben enthalten sogar krebserzeugende Stoffe.

Reines Henna wird von den meisten Menschen gut vertragen, aber die kurzzeitigen Hautbilder enthalten meist noch Paraphenylendiamin (PPD), einen schwarzen Farbstoff, der den Tätowierungen zusätzliche Farbe verleiht und für schnelleres Trocknen des Bildes sorgt. Dieser Zusatzstoff kann lebenslange Allergien auslösen. Als Haarfärbemittel ist PPD seit Jahrzehnten in Deutschland verboten und lediglich für bestimmte industrielle Zwecke in einer Konzentration von bis zu sechs Prozent zugelassen.

Nach Studien mehrerer deutscher Hautkliniken sind vor allem Urlauber gefährdet, die sich die Zeichnungen mit Henna-Tusche auf den Körper malen lassen. Zahlreiche Fälle belegen dies: Einige Tage nach Aufbringen des Temptoos kam es bei den Betroffenen zu ersten Reaktionen wie Juckreiz, Rötungen, Knötchen oder Bläschen, darüber hinaus zu nässenden, teilweise verkrusteten Hautveränderungen innerhalb der tätowierten Zeichnung.

In schweren Fällen sind sogar Ödeme an Händen und Füßen diagnostiziert worden. Die Patienten klagten über ein eingeschränktes Allgemeinbefinden. Vereinzelt sind Reaktionen wie schmerzhafte, Tage anhaltende Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödeme), Nesselsucht (Urtikaria), Rhinitis oder auch Asthma bronchiale aufgetreten. Allergische Reaktionen treten oft erst dann auf, wenn die Tatoos schon vollständig verblasst sind.

Wer seinen Körper trotzdem schmücken möchte, sollte die Verträglichkeit des Hennas vorher testen. Dazu reicht es, eine kleine Menge an der Unterseite des Unterarms auszuprobieren. Treten Irritationen auf, am besten direkt zum Arzt.

(aus: das gesunde Kind (pgk), Jahrgang 36, Ausgabe 9/10 – 2002)