Impfschutz für Reisende

Fernreisen müssen gut geplant werden - auch der Impfschutz

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Grundinformationen

Endlich Urlaub! Sie freuen sich auf Traumstrand und fremde Kulturen? Dann denken Sie rechtzeitig an Ihre Gesundheit und an die Ihrer Mitreisenden. Jedes Jahr erkranken Reisende oder bringen sich gefährliche Infektionskrankheiten aus tropischen Ländern mit. Diese sind zum Teil auch übertragbar. Über folgende Themen möchten wir Sie auf diesen Seiten informieren: Schutzimpfungen, Malaria, andere Infektionskrankheiten sowie darüber wer verreisen darf und was Sie am Urlaubsort erwartet.

Suchen Sie spätestens sechs Wochen vor Beginn der Reise eine Beratungsstelle auf. Dort erfahren Sie genau, welche Impfungen für Ihr Reiseziel wichtig sind. Die Informationen auf dieser Seite werden Ihnen helfen, sich auf ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder der Beratungsstelle vorzubereiten.

Weitere Informationen:
Reiseapotheke
Impfung für die Reise: Ibera-Online Reiseimpfberatung
 

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Vorgeschriebene Impfungen

Grundsätzlich gibt es "gesetzlich vorgeschriebene" und "empfehlenswerte" Impfungen. Diese Impfungen sind in einigen Ländern vorgeschrieben:

Gelbfieber

Die Impfung gegen Gelbfieber muss bei der Einreise mindestens zehn Tage zurückliegen. Eine dokumentierte Gelbfieberimpfung ist lebenslang gültig. Einige Länder, in denen Gelbfieber vorkommt, schreiben keine Impfung vor. Trotzdem kann sie zum eigenen Schutz sinnvoll sein. Viele asiatische Länder verlangen indes diese Impfung bei der Einreise aus einem Infektionsgebiet. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist jedoch keine Impfung erforderlich. Auf Rundreisen oder Kreuzfahrten kann sie hingegen verlangt werden.

Cholera

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird diese Impfung von keinem Land der Welt mehr offiziell verlangt. Reisen Sie jedoch aus einem Infektionsgebiet ein, kann es sein, dass an der Grenze ein Impfzertifikat gefordert wird. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung bei Aufenthalten in Infektionsgebieten speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen, z. B. in Flüchtlingslagern oder bei Naturkatastrophen.

Meningokokken

Saudi-Arabien verlangt in der Zeit der Mekka-Wallfahrten von Pilgern und Besuchern eine Impfbescheinigung. Die Impfung ist mit einem Vierfach-Impfstoff gegen die Meningokokken-Typen A, C, W 135 und Y vorgeschrieben. Sie sollte maximal drei Jahre und minimal zehn Tage vor dem Eintreffen in Saudi-Arabien ausgestellt sein.

Weitere Informationen:
Gelbfieber
Cholera
Meningokokken-Erkrankungen

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Empfehlenswerte Impfungen für Pauschalreisende

Tetanus, Diphtherie und Polio

Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Polio (Kinderlähmung) sind Grundimpfungen, die jeder vollständig erhalten haben sollte. Überprüfen Sie deshalb rechtzeitig, ob eine vollständige Grundimmunisierung bei Ihnen durchgeführt wurde und ob die letzte Impfung gegen Tetanus und Diphtherie nicht länger als zehn Jahre her ist. Eine Polio-Auffrischimpfung ist vor Reisen in Gebiete erforderlich, in denen Polio noch vorkommt, etwa Afrika oder Indien.

Hepatitis A, Typhus, FSME

Hepatitis A ist eine infektiöse Leberentzündung. In vielen südlichen Ländern ist diese Krankheit vor allem bei Kindern verbreitet. Erwachsene sind dort meist immun, da sie Hepatitis A als Kind überstanden haben. In Deutschland ist diese Infektion in den vergangenen Jahren selten geworden. Deshalb besteht kaum eine Immunität. Wer vor 1950 geboren wurde, sollte beim Hausarzt einen Test auf Hepatitis-A- Antikörper durchführen, um festzutellen, ob er natürlicherweise immun ist.

Typhus ist eine schwere Allgemeininfektion, die eng verbunden mit hygienischen Verhältnissen in einem Land steht. Die Impfung ist meist empfehlenswert, da das Infektionsrisiko auch bei einem Pauschalurlaub nicht ausgeschlossen werden kann und die Impfung sehr gut verträglich ist.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene Gehirnentzündung. Hauptverbreitungsgebiete der Infektion sind Ost- und Mitteleuropa. In Russland kommt darüber hinaus eine andere Variante vor. In Deutschland sind vor allem Bayern und Baden-Württemberg betroffen; Risikogebiete gibt es außerdem in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Insgesamt kann man sich - witterungsbedingt unterschiedlich - von April bis November infizieren. Der bei uns verfügbare Impfstoff schützt gegen beide Varianten der FSME.

Weitere Informationen:
Impfschutz nach Altersgruppen
Tetanus
Diphtherie
Polio
Hepatitis A
Typhus
FSME

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Impfungen für Trekkingreisende

Trekkingreisenden, Entwicklungshelfern und anderen Reisenden mit engem Kontakt zu Land und Leuten werden, je nach Reiseziel, weitere Impfungen empfohlen:

Hepatitis B, Cholera, Tollwut, Japan-Enzephalitis, Meningokokken

Die Impfung gegen Hepatitis B wird allen empfohlen, die sich länger im Land aufhalten und wahrscheinlich medizinisch oder zahnmedizinisch versorgt werden müssen oder sehr engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben. Auch in Deutschland infizieren sich schätzungsweise 50.000 Personen jährlich mit Hepatitis B. Deshalb werden inzwischen alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre routinemäßig geimpft.

Zwar ist die Gefahr, an Cholera zu erkranken, relativ gering, dennoch kann eine Impfung für bestimmte Personen, beispielsweise bei Katastrophenhelfern in Epidemiegebieten sinnvoll sein.

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die zu einer Entzündung des Gehirns führt und immer tödlich endet. Schutz bietet nur eine vorbeugende Impfung. Sie muss unmittelbar nach Kontakt mit dem tollwütigen Tier durchgeführt werden. Die Ansteckungsgefahr ist abhängig von Reiseland und Reiseart. Auch nach einer vorbeugenden Impfung ist im Falle einer möglichen Infektion eine Auffrischung unbedingt notwendig.

In besonderen Fällen können auch Impfungen gegen Japan-Enzephalitis und Meningokokken-Meningitis in Frage kommen. Für den "normalen" Urlauber sind sie in der Regel nicht notwendig.

Die Kosten für die Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, alle Kinderimpfungen) werden von der Krankenkasse übernommen. Klassische Reiseimpfungen müssen jedoch vom Urlauber meist selbst bezahlt werden. Allerdings lohnt es sich, bei der eigenen Kasse nachzufragen; manche übernehmen die Kosten für die Impfungen.

Weitere Informationen:
Hepatitis B
Cholera
Tollwut
Japan Enzephalitis
Meningokokken
HIV im Urlaub

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Malaria

Gegen diese Infektionskrankheit gibt es noch keine Impfung. Sie führt weltweit zu den meisten Todesfällen und auch nach Deutschland werden jedes Jahr etwa 1.000 Malariafälle eingeschleppt, etwa 95% davon aus Afrika, circa 20 Personen sterben bei uns jährlich daran. Da sie in allen tropischen Gebieten weit verbreitet ist, ist guter Mückenschutz und eine medikamentöse Prophylaxe besonders wichtig.

Malaria wird durch Einzeller, so genannte Plasmodien, hervorgerufen. Sie werden durch Mücken übertragen. Das klassische Hauptsymptom ist das schubweise, alle zwei bis drei Tage auftretende Fieber. Malaria tropica kann aber auch ohne das typische Wechselfieber verlaufen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn sich nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet unklares Fieber einstellt. Die Malaria kann auch noch Monate nach der Reise ausbrechen.

Weitere Informationen:
Schutz vor Insekten
Malaria: Krankheitsbild, Prophylaxe, Therapie

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Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen sind die häufigste Gesundheitsstörung während einer Reise. Es gibt keine generell wirksame Impfung gegen Diarrhö, sehr vile verrschiedene Erreger können Durchfälle verursachen. Da Durchfall oft durch verunreinigte Lebensmittel ausgelöst wird, sollten alle Speisen vermieden werden, die nicht gekocht sind oder die sich nicht schälen lassen. In einigen Ländern muss Trinkwasser grundsätzlich desinfiziert also abgekocht, gechlort oder bakteriengefiltert werden.

Wenn "Montezumas Rache" Sie trotz aller Vorsicht erwischt, ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen - am besten in Form von Elektrolytlösungen, die wichtige Salze enthalten. Medikamente gegen Durchfall sind nicht in jedem Fall empfehlenswert. Es besteht die Gefahr, dass Erreger langsamer ausgeschwemmt werden.

Weitere Informationen:
Was tun bei Durchfall?
Essen und Trinken im Urlaub

HIV/AIDS

Gib AIDS keine Chance! HIV Infektionen werden hauptsächlich auf drei Wegen übertragen:

  • Durch Sexualkontakt, sowohl homosexuell als auch heterosexuell
  • Durch Blut, bei Transfusionen oder verunreinigten Injektionsnadeln und medizinische Instrumente
  • Von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft oder kurz vor, beziehungsweise während der Geburt

Schützen Sie sich deshalb bei jedem Urlaubsflirt mit einem Kondom. Verzichten Sie auf überflüssige Zahnbehandlungen, Tätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen, wenn Sie in Länder mit schlechten hygienischen Bedingungen reisen. Auch Rasiermesser und Zahnbürsten sollten nicht mit anderen gemeinsam benutzt werden, da an ihnen Blutreste haften können. Lässt sich eine Injektion nicht vermeiden, achten Sie nach Möglichkeit darauf, sterile Nadeln zu benutzen.
Diabetiker oder andere Personen, die viele Spritzen benutzen müssen, sollten ausreichende Mengen an Kanülen und Spritzen mitnehmen. Diese sollte man sich für den Grenzübertritt gegebenenfalls vom Arzt bescheinigen lassen.

Auch andere Infektionen werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Zum Beispiel ist Gonorrhoe in vielen Entwicklungsländern weit verbreitet.

Weitere Informationen:
AIDS und HIV
HIV im Urlaub

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Wer darf verreisen?

Weder chronische Krankheiten noch hohes Alter sind absolute Hindernisse für eine Reise. Auch für Schwangere und Kleinkinder sind heute viele Traumziele zu erreichen. Beachten Sie jedoch folgende Grundregeln:

  • Große Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System und kann Durchfallerkrankungen verschlimmern.
  • Für Schilddrüsen- und Nierenpatienten sind die Tropen kein geeignetes Reiseziel.
  • Asthmapatienten dürfen nur fliegen, wenn sie in der Lage sind, Anfälle von Atemnot zu beherrschen.

Was erwartet Sie am Urlaubsort?

Am Urlaubsort angekommen, lockt die Sonne! Umsichtiges Verhalten und richtig eingesetzte Sonnenschutzmittel ermöglichen auch Menschen mit blasser Haut ungetrübtes Sonnenbaden.

Zum Urlaub gehört auch Badespaß. In wärmeren Regionen sollten Binnengewässer gemieden werden, oft lauert Infektionsgefahr. Erkundigen Sie sich vorm Baden im Meer auch nach gefährlichen Strömungen oder Strudeln.

In Nahrungsmitteln können sich viele Krankheitserreger verbergen. Lassen Sie also Vorsicht bei Essen und Trinken walten.

Nicht nur Mücken oder Zecken, auch Fliegen, Wanzen, Läuse oder Milben haben es auf unser Blut abgesehen. Mit einem guten Schutz gegen Insekten steht und fällt das ganze Urlaubsvergnügen, zumal einige Infektionskrankheiten in den Tropen so übertragen werden.

Benutzen Sie Badeschlappen, denn wo viele Menschen barfuß gehen, lauert Fußpilz. Auch richtige Schuhe, die weder zu eng noch zu klein sind, verringern die Infektionsgefahr.

Weitere Informationen:
Essen und Trinken im Urlaub
Reiseapotheke

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