Impfschutz für Erwachsene

Themen
Welchen Impfschutz brauchen Erwachsene?
Impfkalender ab 18 Jahren
Welchen Impfschutz brauchen Erwachsene?
Während die Notwendigkeit von regelmäßigen Impfungen und Auffrischungen bei Kindern immer wieder betont wird, wird der Impfschutz bei Erwachsenen oft vernachlässigt.
► Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Keuchhusten
Jeder Erwachsene in Deutschland sollte in seinem Leben mindestens dreimal gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis geimpft worden sein. Der Impfschutz gegen Diphtherie und Tetanus muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden, gegen Polio sollte mindestens eine Auffrischimpfung gegeben worden sein. Außerdem ist empfohlen, mit der nächsten fälligen Impfung gegen Diphtherie und Tetanus auch eine Keuchhustenimpfung (Pertussis) zu geben (Kombinationsimpfstoff).
► Röteln und Varizellen
Frauen im gebährfähigen Alter sollten über ausreichenden Röteln-Impfschutz verfügen. Ungeimpfte Frauen oder Frauen ohne Impfdokumentation erhalten 2 Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen, Frauen mit nur einer dokumentierten Impfung gegen Röteln erhalten 1 Impfung. Da es keinen monovalenten Rötelnimpfstoff zur Verfügung steht, kann für die Impfungen ein Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfstoff verwendet werden.
Die Varizellen-Impfung wird für seronegative Frauen (kein Titer gegen Varizellen) mit Kinderwunsch empfohlen: 2 Impfstoffdosen im Abstand von 4-6 Wochen.
► Masern für alle nach 1970 Geborenen
Seit 2010 ist die Impfung gegen Masern für alle Erwachsenen empfohlen, die nach 1970 geboren, 18 Jahre oder älter sind, und noch keinen ausreichenden Impfschutz dagegen haben. Wer bislang also noch gar nicht oder nur einmal geimpft wurde, sollte jetzt eine einmalige Impfung erhalten. Die Impfung erfolgt mit einem Kombinationsimpfstoff (MMR), der gleichzeitig auch für den Schutz gegen Mumps und Röteln sorgt. Diese Empfehlung gilt auch für alle, bei denen unbekannt ist, ob sie überhaupt geimpft wurden und wie oft, zum Beispiel weil das Impfbuch abhanden gekommen ist.
► COVID-19
Für alle ab 18 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut eine sog. Basisimmunität gegen SARS-Coronavirus-2. Diese wird durch mindestens 3 Kontakte mit dem Antigen (Impfung oder Infektion) erreicht: darunter sollten zumindest zwei Impfungen sein. Fehlende Antigenkontakte sollen durch Impfungen ergänzt werden. Gesunden Erwachsenen unter 60 Jahren wird derzeit keine weitere Auffrischimpfung empfohlen. Erwachsene mit Grundkrankheiten sollen weitere Auffrischimpfungen mit einem möglichst Varianten-adaptierten Impfstoff im Herbst erhalten. Hatte man im selben Jahr bereits eine COVID-19-Infektion gehabt, kann i,. d. R. die Auffrischimpfung im Herbst entfallen. Bei Indikation für eine Impfung gegen saisonale Influenza oder Pneumokokken, kann am selben Termin geimpft werden.
Beispiele für Vorerkrankungen:
- chronische Erkrankungen der Atmungsorgane
- chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen
- Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen
- Adipositas
- chronische neurologische Erkrankungen, Demenz oder geistige Behinderung, psychiatrische Erkrankungen oder Erkrankungen, welche die Blutgefäße des Gehirns betreffen
- Trisomie 21
- angeborene oder erworbene Immundefizienz (z. B. HIV-Infektion, immunsuppressive Therapie)
- aktive Tumorerkrankungen (neoplastische Erkrankungen)
Impfkalender für Erwachsene / Stand: November 2025
Aktualisiert am 12.11.2025.
Quellen:
- Epidemiologisches Bulletin 44/2025 (30.11.2025)
- Epidemiologisches Bulletin 4/2025 (23.01.2025)
- Epidemiologisches Bulletin 4/2024 (25.01.2024)
- Epidemiologisches Bulletin 39/2023 (28.09.2023)
- Epidemiologisches Bulletin 21/2023 (25.05.2023)
- Epidemiologisches Bulletin 4/2023 (26.01.2023)
- Epidemiologisches Bulletin 9. Januar 2/2020 (beruflich indizierte Masern-Mumps-Röteln- und Varizellen-Impfung)
- Epidemiologisches Bulletin 25. Mai 21/2023

