HPV-Impfung

Wissenschaftlern ist es in jahrzehntelanger Arbeit und Forschung gelungen, erstmals vorbeugende Impfstoffe gegen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) zu entwickeln – ein Meilenstein in der Krebsbekämpfung. Der erste Impfstoff ist seit Herbst 2006 auch in Deutschland auf dem Markt, ein zweiter seit Herbst 2007. Beide schützen vor einer Infektion mit den zwei häufigsten Krebs verursachenden HPV-Typen 16 und 18 schützen; ein Impfstoff schützt zusätzlich auch gegen die HPV-Typen 6 und 11, die hauptverantwortlichen Viren für genitale Warzen.Ein neunvalenter Impfstoff ist seit Frühjahr 2016 verfügbar. Er richtet sich gegen 7 HPV-Hochrisikotypen und die beiden Typen, die am häufigsten Genitalwarzen verursachen (6, 11). Dennoch bleibt die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung unverzichtbar.

Die Ergebnisse klinischer Studien sind sehr gut: Danach wurden 90 bis 100 Prozent der anhaltenden Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 verhindert, durch diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen traten gar nicht auf. In der Regel werden die Impfstoffe gut vertragen. Folgende Nebenwirkungen (s. Link) können auftreten.

Bei den HPV-Impfstoffen handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Totimpfstoffe. Die Impfstoffe enthalten virusähnliche Partikel, die den natürlichen Viren sehr ähnlich, jedoch nicht infektiös und nicht vermehrungsfähig sind. Äußerlich sehen sie genauso aus wie die Viren, enthalten aber nicht deren gefährliche Erbinformationen. Sie können so das Immunsystem anregen, große Mengen Antikörper gegen die Papillomviren zu bilden, ohne selbst Schaden anzurichten. Der Schutz nach Impfung ist - im Gegensatz zu dem nur sehr begrenzten nach durchgemachter Infektion - belastbar und schützt effektiv über Jahre.

STIKO-Empfehlung

Nach den aktuellen Empfehlungen sollen alle 9- bis 14-Jährigen (je nach verwendetem Impfstoff) 2 Mal geimpft werden. Sind Mädchen und Jungen in diesem Alter nicht geimpft worden, soll die Impfserie bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. In diesem Fall sind für die Grundimmunisierung 3 Impfungen notwendig. Die Kosten für diese Standardimpfung für Mädchen und Jungen wird von den Krankenkassen bundesweit bezahlt, sobald sie Bestandteil der Schutzimpfungsrichtlinie sind.

Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, da HPV vornehmlich beim Sexualverkehr übertragen wird. Frauen, die keine Impfung gegen HPV in dem von der STIKO empfohlenen Alter (9 bis 17 Jahre) erhalten haben, können ebenfalls von der Impfung profitieren. Ihr Arzt kann Sie dazu beraten. 

Der Schutz nach der Grundimmunisierung hält für mindestens 10 Jahre an, vermutlich jedoch länger. Ob später eine Wiederimpfung notwendig sein könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Studien, die das klären werden, laufen derzeit. Die HPV-Impftermine sollten auch genutzt werden, um den Impfstatus der jungen Mädchen bezüglich der anderen Impfungen zu überprüfen und zu vervollständigen. Dazu gehören die Impfungen gegen Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Keuchhusten und Meningokokken. Die Impfung ist eine gute Ergänzung zu dem bestehenden Angebot der Früherkennungsuntersuchungen für alle Frauen ab 20 Jahre, jedoch kein Ersatz dafür. Der Impfstoff wirkt nicht therapeutisch bei bereits bestehenden HPV-Infektionen, kann aber eine erneute Infektion mit den selben Typen (16, 18) verhindern. Die Impfung schützt auch nicht vor anderen, nicht im Impfstoff enthaltenen krebsauslösenden HPV-Typen. Daher ist die Krebsvorsorge weiterhin essentiell und sollte von allen Frauen wahrgenommen werden.

Entwicklung der Impfempfehlung

Vorsorgeuntersuchung bleibt unverzichtbar

Auch für geimpfte Frauen bleibt als wichtige Vorsorgemaßnahme der jährliche Besuch beim Frauenarzt mit dem Pap-Abstrich, der von den Krankenkassen für Frauen ab 20 Jahren  bezahlt wird, unverzichtbar. Zusätzlich bieten einige Ärzte einen HPV-DNA-Test an, der sensitiver ist als der konventionelle zytologische Abstrichtest und die DNA des HPV-Virus noch vor eventuellen Zellveränderungen nachweisen kann. Der HPV-Test wird in Deutschland derzeit zur Nachuntersuchung bei unklaren Pap-Abstrichergebnissen sowie zur Kontrolle nach einer erfolgten Behandlung eingesetzt.