HPV-Impfung

Wissenschaftlern ist es in jahrzehntelanger Arbeit und Forschung gelungen, erstmals vorbeugende Impfstoffe gegen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) zu entwickeln – ein Meilenstein in der Krebsbekämpfung. In Deutschland sind zwei Impfstoffe auf dem Markt, beide schützen vor einer Infektion mit den zwei häufigsten Krebs verursachenden HPV-Typen 16 und 18. Einer der Impfstoffe richtet sich zusätzlich gegen 5 weitere HPV-Hochrisikotypen und die beiden Typen, die am häufigsten Genitalwarzen verursachen.

Wirksamkeit

Die Ergebnisse klinischer Studien sind sehr gut: Danach wurden nahezu 100 Prozent der anhaltenden Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 verhindert, durch diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen traten gar nicht auf. Bei den HPV-Impfstoffen handelt es sich um Totimpfstoffe. Die Impfstoffe enthalten virusähnliche Partikel, die den natürlichen Viren sehr ähnlich, jedoch nicht infektiös und nicht vermehrungsfähig sind. Sie können das Immunsystem anregen, große Mengen Antikörper gegen die Papillomviren zu bilden, ohne selbst Schaden anzurichten.

STIKO-Empfehlung

Nach den aktuellen Empfehlungen sollen alle 9- bis 14-Jährigen (je nach verwendetem Impfstoff) 2 Mal geimpft werden. Sind Mädchen und Jungen in diesem Alter nicht geimpft worden, soll die Impfserie bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. In diesem Fall sind für die Grundimmunisierung 3 Impfungen notwendig. Die Kosten für diese Standardimpfung für Mädchen und Jungen wird von den Krankenkassen bezahlt.

Impfschema

  • 9 bis 14 Jahre: 2 Dosen im Abstand von mind. 5 Monaten (bei kürzerem Abstand sind 3 Dosen notwendig)
  • 15 Jahre und älter: Der 2-fach-Impfstoff wird nach dem Schema 0 – 1 – 6 Monate verabreicht, der 9-fach-Impfstoff nach den Schema 0 – 2 – 6.

Alle 3 Impfungen sollen möglichst innerhalb von zwölf Monaten gegeben werden, doch auch hier gilt: Jede Impfung zähl! Eine begonnene Impfserie kann also auch bei größeren Abständen weitergeführt werden.

    Gut zu Wissen

    • Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, da HPV vornehmlich beim Sexualverkehr übertragen wird.
    • Ein Schutz gegen einen der im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen kann nicht mehr erreicht werden, wenn es bereits vor der Impfung zu einer persistierenden Infektion mit diesem HPV-Typ gekommen ist.
    • Der Schutz nach der Grundimmunisierung hält für mindestens 10 Jahre an, vermutlich jedoch länger. Ob später eine Wiederimpfung notwendig sein könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Studien, die das klären werden, laufen derzeit.
    • Die Impfung schützt nicht vor anderen, nicht im Impfstoff enthaltenen krebsauslösenden HPV-Typen. Daher ist die Krebsvorsorge weiterhin essentiell und sollte von allen Frauen wahrgenommen werden.

    Mögliche Allgemein- und Lokalreaktionen nach der Impfung

    Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit den HPV-Impfstoffen kann es innerhalb von ein bis fünf Tagen sehr häufig (ca. zehn Prozent) an der Impfstelle zu Rötung, Schwellung und Schmerzen, bei einem kleineren Anteil der Impflinge auch zu Blutung ("blauer Fleck"), Juckreiz, Verhärtung oder Missempfindung kommen. Schwellung und Rötung können bei der zweiten und dritten Impfung etwas zunehmen. Fieber (> 38 °C) tritt häufig (1 bis 10 Prozent) auf. An Allgemeinreaktionen werden häufig Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Schwindel beobachtet. In der Regel sind die genannten Reaktionen vorübergehend und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

    Sind schwere Nebenwirkungen bekannt?

    Seit Zulassung der Impfung wurden weltweit mehr als 270 Millionen Dosen verabreicht. Sowohl vor als auch nach der Zulassung wurde die Sicherheit der HPV-Impfung in diversen, umfangreichen Studien untersucht. Dabei wurden keine  schweren  Nebenwirkungen, d. h. Nebenwirkungen, die die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen, im ursächlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung festgestellt. In den Untersuchungen bestand insbesondere kein Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen oder neurologischen Komplikationen. Nebenwirkungen  wie  Kopfschmerzen,  Schwindel  oder Abgeschlagenheit sind häufig und können auch in einer schweren Form auftreten. Diese sind jedoch zeitlich begrenzt und vollständig reversibel.

    Vorsorgeuntersuchung bleibt unverzichtbar

    Auch für geimpfte Frauen bleibt als wichtige Vorsorgemaßnahme der jährliche Besuch beim Frauenarzt mit dem Pap-Abstrich, der von den Krankenkassen für Frauen ab 20 Jahren  bezahlt wird, unverzichtbar. Zusätzlich bieten einige Ärzte einen HPV-DNA-Test an, der sensitiver ist als der konventionelle zytologische Abstrichtest und die DNA des HPV-Virus noch vor eventuellen Zellveränderungen nachweisen kann. Der HPV-Test wird in Deutschland derzeit zur Nachuntersuchung bei unklaren Pap-Abstrichergebnissen sowie zur Kontrolle nach einer erfolgten Behandlung eingesetzt.

    Häufige Fragen & Antworten zur HPV-Impfung

    Sind die HPV-Impfstoffe wirklich sicher?

    Ja. Seit Zulassung der Impfung wurden weltweit mehr als 270 Millionen Dosen verabreicht. Sowohl vor als auch nach der Zulassung wurde die Sicherheit der HPV-Impfung in diversen, umfangreichen Studien untersucht. Dabei wurden keine schweren Nebenwirkungen, d.h. Nebenwirkungen, die die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen, im ursächlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung festgestellt. In den Untersuchungen bestand insbesondere kein Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen oder neurologischen Komplikationen.

    Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Abgeschlagenheit sind häufig und können auch in einer schweren Form auftreten. Diese sind jedoch zeitlich begrenzt und vollständig reversibel. Wie bei anderen Impfungen auch kann in sehr seltenen Fällen eine Anaphylaxie auftreten (ca. 1,7 Fällen pro 1 Millionen Impfungen).

    Haben die HPV-Impfstoffe nicht viel mehr Nebenwirkungen als andere Impfungen?

    Nein, die Impfstoffe gehören zu den am besten untersuchten Impfstoffen überhaupt.

    Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit den HPV-Impfstoffen kann es innerhalb von 1 bis 5 Tagen sehr häufig (> 10 Prozent) an der Impfstelle zu Rötung, Schwellung und Schmerzen, bei einem kleineren Anteil der Impflinge auch zu Blutung („blauer Fleck“), Juckreiz, Verhärtung, Missempfindung oder auch Schwellung nahegelegener Lymphknoten kommen. Schwellung und Rötung können bei der 2. und 3. Impfung etwas zunehmen. Fieber (> 38 °C) tritt häufig (1 bis 10 Prozent) auf. An Allgemeinreaktionen werden häufig Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und Unwohlsein, Magen-Darm-Beschwerden oder Schwindel beobachtet.

    In der Regel sind die genannten Reaktionen vorübergehend und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

    Es wurden bisher keine schweren Nebenwirkungen, d.h. Nebenwirkungen, die die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen, im ursächlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung festgestellt.

    Warum sollte so früh (zwischen 9-14) Jahren gegen HPV geimpft werden?

    Ein Impfschutz kann nur erreicht werden, wenn es vor der Impfung noch zu keiner persistierenden Infektion mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen gekommen ist. Deshalb sollte die Impfung idealerweise vor Aufnahme erster sexueller Kontakte durchgeführt werden. In Deutschland gaben 6 % der Mädchen bzw. 3 % der Jungen an, zum Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehrs 14 Jahre oder jünger gewesen zu sein, während 82 % der 18-jährigen Mädchen und 69 % der 18-jährigen Jungen sexuell aktiv sind.

    Außerdem haben Studien gezeigt, dass jüngere Mädchen eine bessere Immunantwort nach der HPV-Impfung aufbauen als ältere Mädchen. Auch wenn erste sexuelle Kontakte noch in weiter Ferne liegen, spricht die bessere Immunantwort auf die Impfung bei jüngeren Mädchen für eine möglichst frühzeitige Impfung von Mädchen und Jungen.

    Hat die HPV-Impfung einen Einfluss auf das Sexualverhalten?

    Verschiedene Studien aus einer Vielzahl von Ländern haben gezeigt, dass die HPV-Impfung keinen Einfluss auf das Sexualverhalten der geimpften Personen hat. Im Vergleich zu Ungeimpften hatten geimpfte Mädchen bzw. Frauen in diesen Studien durch das Wissen über ihre HPV-Impfung nicht früher Geschlechtsverkehr oder Sex mit einer größeren Anzahl von Partnern und sie verzichteten auch nicht bewusst auf die Nutzung von Kondomen.

    Ist es noch sinnvoll zu impfen, wenn Jugendliche schon sexuelle Erfahrungen gemacht haben?

    Auch nach ersten sexuellen Erfahrungen bzw. dem ersten Sex können und sollten ungeimpfte Mädchen oder Jungen noch gegen HPV geimpft werden. Selbst wenn es dann schon zu einer eventuell persistierenden HPV-Infektion gekommen sein sollte, kann die Impfung trotzdem noch einen Schutz vor den anderen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen bieten. Je früher die Impfung nachgeholt wird, desto besser.

    Frauen und Männer älter als 17 Jahre können im Einzelfall je nach individueller Lebens­führung von einer HPV-Impfung profitieren. Abhängig von der Anzahl der Sexual­partner kann das individuelle Risiko für das Vorliegen einer HPV-Infektion auch nach dem Beginn der sexuellen Aktivität sehr unterschiedlich sein.

    Alle verfügbaren HPV-Impfstoffe sind ohne Alters­begrenzung ab einem Alter von 9 Jahren zugelassen. Es sollte vorab geklärt werden, ob die Kranken­kasse die Kosten der Impfung übernimmt.

    Ich habe von Todesfällen nach der Impfung gehört – gibt es da einen Zusammenhang?

    Nein, die beiden tragischen Todesfälle in Europa (Deutschland und Österreich 2007/2008) wurden zwar in zeitlicher Nähe NACH der Impfung gesehen, aber nicht DURCH die Impfung verursacht! Dies wurde zweifelsfrei durch verschiedene Untersuchungen des Paul-Ehrlich-Institutes bewiesen - der staatlichen Institution, deren Aufgabe nicht nur die Zulassung der Impfstoffe ist, sondern auch die Überwachung und Untersuchung aller ernsthaften Impf-Nebenwirkungen.

    Die intensiven Untersuchungen ergaben bei beiden Fällen keinerlei Zusammenhang mit der vorausgegangenen Impfung. (Detailles zur Untersuchung vom PEI) Die tragischen Todesfälle der beiden jungen Frauen werden mit „ungeklärter Todesursache“ begründet, etwas, was man ja auch im Säuglings- und Kindesalter kennt (SIDS, Sudden Infant Death Syndrome, plötzlicher Kindstod). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2006 22 Fälle eines plötzlichen ungeklärten Todes (SADS, Sudden Adult Death Syndrome) bei insgesamt 2,3 Millionen Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 20 Jahren gemeldet, dies entspricht einem Todesfall in dieser Altersgruppe etwa alle zwei Wochen.

    Seit Zulassung der Impfung wurden weltweit mehr als 270 Millionen Dosen verabreicht. Dabei wurden keine schweren Nebenwirkungen, d.h. Nebenwirkungen, die die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen, im ursächlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung festgestellt

    Muss ich mich vor der Impfung testen lassen?

    Nein. Eine vorherige Testung ist nicht notwendig. Dazu die Erklärung: Falls Sie tatsächlich schon eine Infektion hätten, ist die Impfung trotzdem sinnvoll, denn der Impfstoff wirkt gegen vier bzw. zwei verschiedene HPV-Typen und - wie man inzwischen weiß - noch gegen einige mehr (sog. Kreuzimmunität), und man ist ja sicher nicht mit allen gleichzeitig infiziert. Außerdem kann man sich immer wieder auch mit dem gleichen Virustyp anstecken, denn auch wenn der Körper das Virus erfolgreich beseitigt hat (das funktioniert sogar sehr oft), ist trotzdem der Immunschutz nicht ausreichend. Nur die Impfung bewirkt einen so hohen Antikörperspiegel, dass eine Infektion und damit die Entstehung von Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs (und bei einem Impfstoff auch die Entstehung von Genitalwarzen) verhindert wird.

    Bei welchem Arzt kann ich mich impfen lassen?

    Die HPV-Impfung kann sowohl in der gynäkologischen Praxis, beim Kinder- und Jugendarzt oder beim Hausarzt (Allgemeinarzt) verabreicht werden.

    Entwicklung der Impfempfehlung


    Erstellt 2016   Aktualisiert: 22.3.2019

    Quellen:

    1. Robert Koch-Institut: Faktenblatt zur HPV-Impfung, Erscheinungsdatum 27. Februar 2019
    2. Robert Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Erreger und Impfung