Masern

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionen des Menschen. Sie sind keine harmlose „Kinderkrankheit“, sondern können von einer Reihe schwerwiegender Komplikationen begleitet werden. Das Masern-Virus befällt vor allem die Schleimhäute des Atemtraktes und der Augen. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Wer sich erstmalig ansteckt, wird in jedem Fall krank. Eine Masernvirusinfektion hat eine vorrübergehende Immunschwäche zur Folge, die mindestens sechs Wochen anhält.

Masern in der Schwangerschaft

Generell verlaufen Masern bei Erwachsenen schwerer als bei Kindern, besonders bedroht aber sind Schwangere. Ihr Immunsystem ist „heruntergefahren“, damit ihr Körper das Kind nicht abstößt, das ja zur Hälfte Fremdgene – nämlich die des Vaters – trägt. Komplikationen wie Lungen- Leber- oder Gehirnentzündungen „(Masern-Enzephalitis“) treten bei ihnen daher häufiger auf. Gefürchtet ist zudem das für Masern typische hohe Fieber.

Zu Fehlbildungen des Ungeborenen, wie dies etwa bei Infektionen mit dem Röteln-Virus der Fall ist, kommt es aber nicht. Eine Maserninfektion während der Schwangerschaft ist kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch! Allerdings ist das Risiko für eine Frühgeburt erhöht. Zudem gibt es Hinweise, dass bei einer Infektion in der Frühschwangerschaft das Risiko für eine Fehlgeburt erhöht ist.

Gefährdungssituation in Europa

In ganz Europa sind die Masernviren auf dem Vormarsch, so auch in Deutschland. In einigen Bundesländern treten die Masern nur selten auf, andere Bundesländer sind fast jedes Jahr betroffen. Hinzu kommt, dass es in Deutschland bei jungen Erwachsenen, also auch bei Frauen im gebärfähigen Alter, Impflücken gibt.

Masern-Impfung und Kinderwunsch

Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt ihren Masernschutz überprüfen und sich gegebenenfalls impfen lassen, bevor sie schwanger werden.

Nicht in der Schwangerschaft impfen

Eine Masern- bzw. Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) sollte nicht bei Schwangeren erfolgen, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt. Bei Lebendimpfstoffen besteht durch die Impfviren ein - allerdings rein theoretisches - Risiko für das Kind im Mutterleib. Aus dem gleichen Grund ist für die Dauer von 1 Monat nach einem Masern- oder MMR-Impfung eine Schwangerschaft zu verhüten.

Lässt sich eine Frau impfen und stellt später fest, dass sie zu diesem Zeitpunkt schon schwanger war, ist dies kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Bislang sind in solchen Fällen niemals Schädigungen des Kindes beobachtet worden.