Entwicklung

Die Hyposensibilisierung (früher: Desensibilisierung) wird auch als "spezifische Immuntherapie" oder "Impfung mit Allergenen" bezeichnet. Das Verfahren wird bereits seit Jahrzehnten praktiziert.
Durch die Identifikation der Allergieauslöser (Allergene), die Herstellung besser standardisierter Extrakte und durch gut dokumentierte Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit konnte die Bedeutung der Hyposensibilisierung in den vergangenen Jahren jedoch deutlich gesteigert werden. Das Verfahren greift direkt an der Ursache allergischer Krankheiten an und verbessert deshalb langfristig die Lebensqualität und den Gesundheitszustand der betroffenen Menschen.

Wie wirkt sie?

Mit Hilfe der Immuntherapie wird die Toleranz des Organismus gegenüber den allergieauslösenden Stoffen erhöht. Dies wird durch die Verabreichung ansteigender Mengen des Allergens erreicht. Die allergische Reaktion des Immunsystems wird blockiert. Damit ist auch ein Rückgang der allergischen Entzündungsreaktionen in den betroffenen Organen und eine Besserung der klinischen Beschwerden verbunden.

Durchführung

Die Hyposensibilisierung wird bei saisonal auftretenden Allergenen, beispielsweise Pollen, in der Regel nach Ende der vorangegangenen und vor Beginn der neuen Pollenflugsaison durchgeführt. Dabei werden kleinere Konzentrationen des allergieauslösenden Stoffes zum Beispiel als wässeriges Extrakt unter die Haut gespritzt. Während der Pollenflugsaison wird die Injektionsdosis stark reduziert oder es wird bis zum Ende der Saison pausiert. In der anschließenden Winterperiode wird die Dosis wieder gesteigert.
Bei ganzjährig vorkommenden Allergenen, beispielsweise Tierhaare, kann zu jeder Jahreszeit mit der Behandlung begonnen werden.

Die Beschwerden bessern sich bereits nach einem Jahr der Behandlung. In der Regel sollte die Hyposensibilisierung aber mindestens drei Jahre durchgeführt werden. Bei schweren allergischen Reaktionen auf Bienen- oder Wespengift sollte für mindestens fünf Jahre behandelt werden.

Die Hyposensibilisierung kann bereits ab dem sechsten Lebensjahr durchgeführt werden.