Humane Papillomviren (HPV)

Humane Papillomviren (HPV) sind weltweit stark verbreitet. Sie infizieren Haut- oder Schleimhautzellen und verursachen gutartige, aber auch bösartige Tumoren. Heute weiß man, dass für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) vor allem die HPV-„Hochrisiko- Typen“ 16 und 18 verantwortlich sind (ca. 70 Prozent der Fälle).

Die Viren werden durch direkten oder indirekten Haut- und Schleimhautkontakt – vornehmlich beim Geschlechtsverkehr – übertragen.

In Europa sterben jährlich etwa 15.000 Patientinnen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) (Quelle: Onkologie-Kongress ECCO, Paris, 2005). In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.500 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs, fast 1.500 sterben daran. Ein Großteil aller Frauen macht im Laufe ihres Lebens – oft unbemerkt – eine HPV-Infektion durch, und das Immunsystem besiegt die Erreger. Bleiben die Viren aber im Körper, Mediziner sprechen dabei von einer persistierenden Infektion, kann sich im Laufe von mehreren Jahren Krebs entwickeln. Auch andere Tumoren, z. B. Kopf-Halstumore sowie Krebserkrankungen an Penis und After, werden durch HPV ausgelöst.

Ein weiteres durch HPV verursachtes Krankheitsbild sind Genitalwarzen (Kondylome; Feigwarzen). Für etwa 90 Prozent sind die HPV-Typen 6 und 11 verantwortlich. Die Erkrankung betrifft Männer und Frauen, vor allem junge Menschen.

Genitalwarzen zeigen sich zunächst in Form kleiner weißlicher Knötchen, die an Schamlippen und Penis, in der Harnröhre oder im Scheiden- oder Afterbereich auftreten. Seltener entstehen sie am Gebärmutterhals, in der Leistengegend oder an den Oberschenkeln. Die Inkubationszeit liegt bei mindestens 4 Wochen bis zu mehreren Monaten.

Seit mehr als zehn Jahren existiert eine Impfung, die vor den wichtigsten Virustypen schützen kann. Da ein Schutz gegen HPV nicht mehr erreicht werden kann, nachdem es bereits zu einer HPV-Infektion gekommen ist, sollte die Impfung möglichst vor Aufnahme erster sexueller Kontakte durchgeführt werden.

Nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) sollen daher alle 9- bis 14-jährigen Mädchen und Jungen 2 Mal geimpft werden. Zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis sollen mindestens 5 Monate liegen.

Sind Mädchen und Jungen in diesem Alter nicht geimpft worden, soll die Impfserie bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Dabei gilt: Ab dem Alter von 15 Jahren und älter sind 3 Impfstoffdosen notwendig, der Abstand zwischen den einzelnen Impfungen variiert dann je nach verwendetem Impfstoff ein bisschen.

Die Impfung gegen HPV ist bereits seit März 2007 eine Standardimpfung für Mädchen. Seit 2018 wird die Impfung auch Jungen empfohlen. Die Kosten für diese Standardimpfung für Mädchen und Jungen wird von den Krankenkassen bundesweit bezahlt.

Im Jahr 2008 ging der Nobelpreis für Medizin an Prof. Dr. Harald zur Hausen für seine Entdeckung der Humanen Papillomviren als Erreger von Gebärmutterhalskrebs.