DGK e.V. -Heilen mit Pflanzen
Gesundheitsinformationen zu:
Phytotherapie, Cayenne-Pfeffer, natürliche Heilmittel, Teufelskralle, Weidenrinde, Pfefferminze, Johanniskraut, Capsaicin
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Phytotherapie gegen Schmerzen

Das Heilen mit Pflanzen ist wahrscheinlich die älteste Methode zur Linderung menschlicher Beschwerden. Schon unsere Vorfahren nutzten die Wirkung von Blättern zur Wundheilung oder Schmerzbehandlung. Sehr früh wurden auch Heilpflanzen entdeckt, die anregend oder beruhigend auf den Körper wirken. Da die Wirkstoffe in den Pflanzen meist als komplexes Gemisch vorliegen, versucht die moderne Pflanzenheilkunde diese natürliche Zusammensetzung der Substanzen möglichst zu erhalten. Die pflanzlichen Heilmittel sind in der Regel gut verträglich. Auch unerwünschte oder gar schwere Nebenwirkungen sind aufgrund der oft langen Erfahrung in der Anwendung und Dosierung der als Phytopharmaka bezeichneten Präparate nicht zu erwarten oder sehr selten.

Für die Behandlung von Schmerzzuständen, zum Beispiel Kopfschmerzen, gibt es eine Reihe von Pflanzen, deren Wirkung eindeutig belegt ist. Im Folgenden werden die wichtigsten Vertreter genauer beschrieben.


Cayenne-Pfeffer
 

Die Wirkung von Cayenne-Pfeffer beruht nicht nur auf Erfahrungsheilkunde, sondern ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen. Wichtigste Wirkstoffe sind die Scharfstoffe, die so genannten Capsaicinoide. Das Capsaicin macht dabei den Hauptteil aus. Trägt man es auf die Haut auf, kann sich die Stelle röten, dann breitet sich ein Wärmegefühl aus, und schließlich fühlt sich die Stelle unempfindlich an. Das Wärmegefühl zeigt an, dass die Blutzufuhr lokal verstärkt wird. Dadurch lösen sich muskuläre Verspannungen. An der Desensibilisierung der schmerzhaften Stelle sind zwei weitere Wirkmechanismen beteiligt: Capsaicin hemmt die Freisetzung eines bestimmten Schmerzbotenstoffes (Substanz P) und der bestehende Vorrat an Substanz P wird entleert. Dies hat zur Folge, dass kein Überträger mehr vorhanden ist, der die Schmerzsignale weiterleitet. Außerdem bilden sich die Endungen der Nervenfasern unter der Behandlung zurück. Das erklärt, warum der Schmerz auch nach Beendigung der Therapie nicht weitervermittelt wird, im Gegensatz zu den klassischen Schmerzmitteln. Die erste Linderung kann schon nach einigen Tagen eintreten. Die vollständige Wirkung stellt sich jedoch erst nach einer zwei- bis dreimonatigen Behandlung ein.


Teufelskralle
 

Der medizinisch wichtige Bestandteil der Teufelskralle sind nicht die Namen gebenden leuchtend roten Blüten, sondern die Wurzeln. In den bis zu 600 g schweren Speicherknollen befinden sich die schmerzlindernden Wirkstoffe. Als wichtigster Bestandteil gilt das Harpagosid. Doch offensichtlich sind auch noch andere Inhaltsstoffe an der Wirkungsweise beteiligt, so dass für die Mediziner die besondere Mischung aller Inhaltsstoffe der Teufelskrallenwurzel entscheidend ist. In der westlichen Medizin werden Extrakte der Teufelskralle vor allem als schmerzstillendes Mittel bei allgemeinen Rückenschmerzen und sonstigen Muskelschmerzen verwendet. Teufelskralle wirkt allerdings nicht immer so schnell wie synthetische Medikamente, sondern entfaltet die volle Wirkung eventuell erst nach vier bis fünf Wochen. Diese Langzeitwirkung ist jedoch charakteristisch für pflanzliche Schmerzmittel.

In der Rheumatherapie eignet sich die Teufelskralle sehr gut zur Therapie der degenerativen Erkrankungen. Hier bietet sie eine sinnvolle Ergänzung der synthetischen nichtsteroidalen Antirheumatika. Zur Behandlung entzündlicher Rheumaformen reicht die Teufelskralle allein meist nicht aus. Sie ermöglicht aber eine niedrige Dosierung der anderen Rheuma-Medikamente, wodurch auch deren Nebenwirkungen verringert werden können.

Teufelskrallenwurzel wird als Tee, Dragee und Tablette angeboten. Der Tee kann als Langzeittherapie bei schmerzhaften Gelenkerkrankungen versucht werden. Die Schmerzen hören nicht sofort auf, sondern verschwinden schleichend. Etwas Geduld ist also gefragt. Erfahrungsgemäß hilft Teufelskralle aber nicht allen Menschen. Wenn Sie nach zwei Wochen überhaupt noch keine Wirkung verspüren, sollten Sie vielleicht zu einer Alternative greifen, etwa zur Weidenrinde.


Weidenrinde
 

Seit alters her gilt Weidenrinde als schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Die Rinde junger Zweige wird im Verhältnis eins zu fünf mit Wasser aufgekocht, der Absud fünf Minuten ziehen gelassen und anschließend durchgeseiht. Dann wird alle zwei Stunden ein Esslöffel davon getrunken. So lautet ein überliefertes Rezept.

Der Hauptwirkstoff des Weidenrindenextraktes ist das Salicin. Der menschliche Körper verarbeitet das Salicin in Darm und Leber zu Salicylsäure, dem eigentlich aktiven Wirkstoff, der zum Beispiel in ähnlicher Form in Aspirin enthalten ist. Während Aspirin sofort wirkt, entfaltet Weidenrindenextrakt seine Wirkung erst nach und nach. Wer öfter Schmerzen hat, wie etwa Gelenkrheuma oder häufige Rückenschmerzen, für den ist der Extrakt der Weidenrinde entweder als Basismedikation oder alleiniges Schmerzmittel besonders geeignet. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte ebenfalls auf die Weidenrinde zurückgreifen, da die Salicylsäure aus synthetischen Medikamenten die Magenschleimhaut angreift. Die Wirkung der Weidenrinde beruht darauf, das die Salicylsäure im Körper die Entstehung eines bestimmten Gewebshormons, das Prostaglandin, hemmt, welches das Schmerzempfinden verstärkt. Nimmt man also Salicylsäure oder deren natürliche Vorstufe Salicin aus der Weide zu sich, wird man auch schmerzunempfindlicher.


Pfefferminze
 

Pfefferminze enthält besonders viel ätherisches Öl, vor allem in den blühenden Zweigspitzen. Das daraus gewonnene Pfefferminzöl hat einen erfrischenden Duft und einen hohen Gehalt an Menthol. Es liegt im Öl in einer natürlichen Konzentration von 30 bis 55 Prozent vor. Pfefferminzöl wirkt kühlend, denn das Menthol verdunstet bei Zimmertemperatur und hinterlässt dabei Verdunstungskälte, die kälteempfindliche Nerven reizt. Es wirkt krampflösend bei Muskel- und Gefäßspasmen. Pfefferminzöl ist wegen dieser Eigenschaften besonders geeignet zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen, der häufigsten Kopfschmerzform. Dabei handelt es sich natürlich nur um eine symptomatische Schmerzbehandlung. Treten die Beschwerden häufiger auf, sollten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin fragen.

Zur äußerlichen Anwendung wird Pfefferminzöl großflächig auf Stirn und Schläfe aufgetragen. Es sollte nur das zum Auftragen zugelassene Pfefferminzöl verwendet werden, das nicht mehr als zehn Prozent Menthol enthält und daher die Haut nicht reizt. Zur Inhalation bei Erkältungen und anderen Infekten der Atemwege gibt man drei bis vier Tropfen Öl in heißes Wasser und atmet den Dampf ein.


Johanniskraut
 

Als Arzneimittel wird die ganze oberirdische Pflanze verwendet. Sie ist durch ihre Wirkungen auf das Nervensystem bekannt und berühmt. Zum einen wirkt sie durch ein ätherisches Öl beruhigend und gehört damit zu den Sedativa, zum anderen kann Johanniskraut die Stimmung aufhellen. Insbesondere chronische Schmerzzustände führen bei Betroffenen zu depressiven Verstimmungen. Deshalb werden in der Schmerztherapie häufig stimmungsaufhellende Medikamente zusätzlich zu den Schmerzmitteln verordnet. Die dadurch verbesserte psychische Befindlichkeit des Patienten beeinflusst die Schmerzverarbeitung positiv und hilft synthetische Mittel einzusparen. Übrigens: Äußerlich als Öl aufgetragen, wirkt Johanniskraut auch entzündungshemmend.

 

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