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Sicherheit

Toxizität

Von Niacin aus Nahrungsmitteln sind keine schädliche Auswirkungen bekannt. Obwohl eine Studie auf negative Auswirkungen nach Verzehr von Bagels mit dem 60-fachen der normalen Menge an Niacinanreicherung, wurden die meisten unerwünschten Wirkungen nur bei pharmakologischen Zubereitungen von Niacin beobachtet (8).

Nikotinsäure

Häufige Nebenwirkungen von Nikotinsäure sind Rötung und Juckreiz der Haut sowie Verdauungsstörungen wie Übelkeit und Erbrechen. Eine Hepatotoxizität (Leberschädigung) mit erhöhten Leberenzyme und Gelbsucht, konnte bereits ab einer Zufuhr von 750 mg Nikotinsäure täglich für eine Dauer von weniger als drei Monaten beobachtet werden (34, 35). Hepatitis wurde bei Gabe der Retardform von Nikotinsäure ab Dosierungen von 500 mg täglich für zwei Monate beobachtet, obwohl fast alle Berichte über schwere Hepatitis im Zusammenhang mit der Retardform von Nikotinsäure erst in Dosen von 3 bis 9 g am Tag zur Behandlung von hohem Cholesterin für Monate oder Jahre beobachtet werden konnten (8). Sich direkt freisetzende Nikotinsäure scheint weniger giftig für die Leber zu sein als die Retardformen. Die kristalline Nikotinsäure wird daher bei höheren Dosen häufiger als die Retardform verwendet und schweren Leberschäden sind bei Personen aufgetreten, die entgegen ärztlicher Anweisungen statt der normalen Form die Retardform in gleicher Dosierung benutzten (33). Hautausschläge und trockene Haut konnten als Nebenwirkung einer Ergänzung mit Nikotinsäure festgestellt werden. Ein vorübergehendes Auftreten von niedrigem Blutdruck (Hypotonie) und Kopfschmerzen wurde ebenfalls berichtet. Hohe Dosen von Nikotinsäure scheinen die Glukosetoleranz beeinträchtigen zu können, wahrscheinlich durch eine verminderte Insulinempfindlichkeit. Eine schlechtere Glukosetoleranz bei empfindlichen (prä-diabetischen) Personen kann zu erhöhten Blutzuckerwerten und klinischem Diabetes führen. Erhöhte Blutspiegel von Harnsäure und gelegentlich daraus resultierende Gichtanfälle bei empfindlichen Personen konnten ebenfalls bei einer hohen Dosis Nikotinsäure beobachtet werden (34). Für die Einnahme von Nikotinsäure in Dosen von 1,5 bis 5 g täglich gab es in einer Studie vereinzelte Berichte über verschwommenes Sehen und andere Augenbeschwerden, die im Allgemeinen durch das Absetzen behoben werden konnten. Menschen mit abnormen Leberwerten, einer früheren Lebererkrankung, Diabetes, aktiven peptischen Magengeschwüren, Gicht, Herzrhythmusstörungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Migräne oder Alkoholismus können für die negativen Auswirkungen einer zu hohen Dosis Nikotinsäure empfänglicher sein als die allgemeine Bevölkerung (8).

Nicotinamid

Nikotinamid wird in der Regel besser vertragen als Nikotinsäure. Es führ im Allgemeinen nicht zur Hautrötung. Allerdings können Übelkeit, Erbrechen und Anzeichen von Lebertoxizität (erhöhte Leberenzyme, Gelbsucht) bei Dosen ab täglich 3 g (3000 mg) beobachtet werden (33). Nikotinamid führte in einer Studie zu einer verschlechterten Insulinsensitivität ab Dosen von 2 g täglich bei Erwachsenen mit bestehendem hohem Risiko für insulinabhängigen Diabetes (20).

Maximale Aufnahmemenge

Eine Rötung der Haut vor allem im Gesicht, Armen und Brust und ist eine häufige Nebenwirkung von Nikotinsäure und kann bei empfindlichen Personen bereits in Dosen ab 30 mg auftreten. Obwohl die Hautrötung durch Nikotinamid selten ist, hat das FNB daher eine maximale Aufnahmemenge (UL) für Niacin (Nikotinsäure und Nikotinamid) bei 35 mg täglich festgesetzt, welche diese Nebenwirkung verhindern soll. Der Maximalwert gilt für die allgemeine Bevölkerung und ist nicht für Personen gedacht, die unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden, wie es der Fall bei hohen Dosen Nikotinsäure zur Senkung erhöhter Blut-Cholesterinspiegel sein sollte (8).

Tabelle maximale Aufnahmemenge für Niacin (8)

Altersgruppe mg Niacin pro Tag
Säuglinge bis 12 Monate nur durch die Nahrung
Kinder 1 bis 3 Jahre 10 mg
Kinder 4 bis 8 Jahre 15 mg
Kinder 9 bis 13 Jahre 20 mg
Jugendliche bis 18 Jahre 30 mg
Erwachsene ab 19 Jahre 35 mg

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Eine gleichzeitige Gabe von Nikotinsäure und Lovastatin (ein anderes cholesterinsenkendes Medikament) könnte in einer kleinen Zahl von Fällen zur Entwicklung einer Rhabdomyolyse geführt haben (33). Rhabdomyolyse ist ein relativ seltener Zustand, bei dem Muskelzellen zerstört werden und Enzyme und Elektrolyte der Muskeln ins Blut abgeben, was manchmal zu einem Nierenversagen führt. Ein dreijährige randomisierte und placebokontrollierte Studie mit 160 Patienten mit dokumentierter koronarer Herzkrankheit (KHK) und niedrigen HDL-Cholesterin-Blutspiegeln stellte fest, dass eine Kombination von Simvastatin (Zocor) und Niacin die HDL2-Blutspiegel erhöht, das Fortschreiten der koronaren Stenose verhindert, und die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verminderte (25). Allerdings zeigte in dieser Studie eine gleichzeitige Therapie mit Antioxidantien (1000 mg Vitamin C, 800 IE d-alpha-Tocopherol, 100 mcg Selen und 25 mg beta-Carotin täglich) eine Verringerung der schützenden Wirkung der Simvastatin-Niacin Kombination. Obwohl der Mechanismus für diese Wirkung nicht bekannt ist, haben aufgrund dieser Studie einige Wissenschaftler die Vorteile einer gleichzeitigen antioxidativen Therapie bei Patienten auf cholesterinsenkenden Mitteln in Frage gestellt (36).

Mehrere andere Medikamente könnten möglicherweise mit einer Niacin-Therapie oder mit der Absorption und Verstoffwechselung des Vitamins wechselwirken. Sulfinpyrazon ist ein Medikament für die Behandlung von Gicht, das die Ausscheidung von Harnsäure aus dem Blut in Urin fördert. Nikotinsäure könnte möglicherweise diesen harnsäureausleitenden Effekt von Sulfinpyrazonura beeinträchtigen (33). Eine langfristige Gabe des Chemotherapeutikums 5-Fluorouracil (5-FU) zur Krebsbehandlung kann Symptome von Pellagra auslösen. Daher könnte bei der Behandlung mit 5-Fluorouracil eine Ergänzung mit Niacin erforderlich sein. Die Niacin-Ergänzung wird auch während der langfristigen Behandlung der Tuberkulose mit Isoniazid, einem Niacin-Antagonisten, empfohlen, da eine solche Behandlung auch zu pellagraähnlichen Symptomen führen kann (37). Weiterhin erhöhen Östrogen und östrogenhaltige orale Verhütungsmittel die Effizienz der Niacinsynthese aus Tryptophan, was zu einem geringeren ernährungsbedingten Bedarf an Niacin führt (2).

 

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