DGK e.V. -Wenn das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät, steigt das Risiko für Infektionen.
Gesundheitsinformationen zu:
Scheidenmilieu, Vagina, Bakterien, Balance, Mikrokosmos, Candida albicans
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Vaginalpilz: Scheidenmilieu

Neu: Podcast zum Thema Vaginalpilz

Mehr über die Themen » Vorbeugung und » Diagnostik & Therapie

Foto: Danielle Bonardelle - fotolia.com

Wenn das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät
Unser gesamter Organismus ist ein komplexes, in sich ausbalanciertes System - insgesamt und im Detail. Diese Balance ist störungsanfällig, auch im Mikrokosmos der Vagina.

In der Scheidenschleimhaut leben verschiedene Bakterien, darunter vor allem verschiedene Arten von Milchsäurebakterien. Sie sind sehr wichtig, denn sie sorgen für ein saures Scheidenmilieu. Dies schützt vor krankheitserregenden Keimen, weil in einer sauren Umgebung Krankheitserreger schlecht oder gar nicht wachsen können. Der Wert, der den Säuregehalt angibt, heißt pH-Wert: Je höher der Säuregrad ist, desto niedriger ist der pH-Wert - in der Vagina liegt er üblicherweise zwischen 4,0 und 4,4.

Milchsäurebakterien halten den Pilz in Schach
Der Begriff Scheidenflora bezeichnet die natürliche Besiedelung der Scheidenschleimhaut mit Bakterien und anderen Mikroorganismen. Sie leben in einem ausgeklügelten Gleichgewicht, das die Gesundheit der Vagina erhält. Unter diesen Mikroorganismen ist auch der Pilz Candida albicans. Doch muss dies nicht zu Beschwerden und einer Infektion führen - eine kleine Anzahl von Candida albicans ist normal und unbedenklich. Mengenmäßig wird der Pilz von den Milchsäurebakterien bzw. dem sauren Scheidenmilieu in Schach gehalten.

Das Gleichgewicht kippt
Verschiedene Ereignisse können dazu führen, dass die ausbalancierte Beschaffenheit der Scheidenflora gestört wird und ein bakterielles Ungleichgewicht entsteht. Das kann zum Beispiel geschehen, wenn hormonelle Veränderungen stattfinden, wenn unser Immunsystem geschwächt ist oder wenn bestimmte Medikamente (etwa Antibiotika) eingenommen werden. Nimmt dann der Säuregehalt ab, hat der Candida-albicans-Pilz leichtes Spiel, sich zu vermehren. Und zwar so stark, dass er überhand nimmt. Dies führt dann zu entzündlichen Reaktionen: die Infektion muss mit einem Antipilzmittel (Antimykotikum) behandelt werden.

Mit Milchsäurezäpfchen nachbehandeln
Wer eine Candida-albicans-Infektion hatte und sie mit einem Antipilzmittel erfolgreich therapiert hat, kann anschließend Milchsäurebakterien zuführen. Sie gibt es in Form von Vaginalzäpfchen rezeptfrei in der Apotheke. Die Zäpfchen werden einige Tage lang eingeführt, die enthaltenen Milchsäurebakterien unterstützen die Regeneration des physiologischen Gleichgewichtes der Scheidenflora.

 

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