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Was ruft die Sonnenallergie hervor?
Meist (in 75 Prozent der Fälle) besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber UVA-Strahlen, seltener ist es eine Überempfindlichkeit gegen UVB oder das sichtbare Licht.
Was passiert im Körper?
Durch die UVA Strahlen entstehen reaktive Sauerstoffverbindungen (Radikale). Diese Radikale reagieren mit biologisch relevanten Molekülen im Körper (z. B. Proteinen, DNA) und können diese dabei zerstören. Die normalen Schutzmechanismen gegen Radikale scheinen bei Menschen mit Sonnenallergie zu versagen. Dadurch kommt es zu überschießender Immunreaktion.
- 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung
- Frauen sind etwa 10 mal häufiger betroffen als Männer
- vor allem bei Menschen mit Fototyp (=Pigmenttyp) 1 oder 2
(Fototyp 1: nordisch-keltischer Typ, rote/blonde Haare, helle Augen, Sommersprossen, Eigenschutzzeit: 5 Minuten; Fototyp 2: Typ hellhäutiger Europäer, blonde/dunkelblonde Haare, blaue/graue Augen, bräunt etwas, wenige Sommersprossen, Eigenschutzzeit: 10 Minuten)
Jahreszeitliches Auftreten
Frühjahr bis Frühsommer, bei lichtentwöhnten Menschen auch später (Urlaub).
Symptome
Die Symptome einer Sonnenallergie zeigen sich bevorzugt an sonnenexponierten Hautpartien, die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind: Dekolletee, Schulter, Nacken, Arme, Handrücken, Gesicht.
Es handelt sich um stets mit starkem Juckreiz verbundene Hautrötungen, Bläschen oder Quaddeln.
Die genaue Lokalisation ist bei jedem Menschen unterschiedlich, bei einem Menschen tauchen die Hautirritationen aber jedes Jahr an den gleichen Stellen auf.
Die Symptome treten Stunden bis Tage nach der Sonnenexposition auf.
- Das Wichtigste: Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne!
- Meiden Sie die intensiven Mittagssonne!
- Benutzen Sie Sonnencremes mit sehr hohem UVA-Schutz. Eine Studie der Universität Tübingen hat gezeigt: Der UVA-Schutz ist bei Markenprodukten aus der Apotheke besser als bei den billigeren Discountprodukten. Sparen Sie also nicht an der falschen Stelle, sondern lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Ein Produkt mit SPF 50+ aus der Apotheke beispielsweise enthält auch einen entsprechend hohen UVA-Schutz.
- Sonnencremes benutzen, die zusätzlich Antioxidantien enthalten. Besonders wirksam sind Sonnencremes, die die Vitamin E-Vorstufe Pro-Tocopherol enthalten.
- Bei Sonnencreme gilt: Klotzen statt Kleckern. Sonst wird die angegeben Schutzwirkung nicht erreicht.
- Einigen Sonnenallergikern hilft die prophylaktische Gabe von Beta-Carotin. Beta-Carotin ist als Antioxidanz aktiv. Zur Vorbeugung gegen Sonnenallergie sollten 25 mg pro Tag über einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen eingenommen werden. Entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke zu kaufen. Raucher dürfen keine Carotinoide einnehmen, weil diese bei ihnen die Lungenkrebsgefahr erhöhen.
- Es ist zwar nicht nachgewiesen, aber einige Sonnenallergiker schwören auf die vorbeugende Wirkung von Kalziumtabletten.
- UVA-Strahlen gehen auch durch Glas durch (UVB nicht; daher bräunt man hinter Glas auch kaum und kriegt keinen Sonnenbrand; Sonnenallergie allerdings schon). Das ist wichtig auch für Autofahrer.
Was tun, wenn eine Sonnenallergie auftritt?
- Bei ersten Anzeichen sofort aus der Sonne gehen.
- Die Haut mit Kleidung vor der Sonne schützen.
- Eine Untersuchung beim Hautarzt ist notwendig, um die genaue Ursache zu klären. Neben der Sonnenallergie gibt es beispielsweise auch phototoxische Reaktionen, die anders behandelt werden müssen.
- Eventuell muss der Arzt Antihistaminika anordnen, in schwerwiegenden Fällen Kortisonsalben.
- Ist die Ursache geklärt und sind die Symptome sehr stark, so kann im kommenden Frühjahr eine Lichttherapie beim Hautarzt durchgeführt werden
Andere Photodermatosen (Lichtkrankheiten)
- Phototoxische Reaktionen: Verbrennung nach Art eines Sonnenbrandes, z. B. durch Einnahmen von Medikamenten (Herz-Kreislaufmedikamente, Entwässerungsmittel, Antibiotika oder nach Hautkontakt z. B. mit Riesenbärenklau) oder Sellerie
- Mallorca-Akne: Etwa 5 Prozent der „Sonnenallergiker“ leiden unter Mallorca-Akne. Diese tritt vor allem am Dekolletee auf. Dabei handelt es sich um akneartige Knötchen, überwiegend bei Frauen, vor allem bei Frauen mit eher fetter Haut. Die durch UV-Strahlen entstehenden Radikale reagieren hierbei mit Fetten in Körperpflegeprodukten oder körpereigenen Fett. Die dabei entstehenden Substanzen rufen in der Haut Entzündungsreaktionen hervor.


