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Unerwünschte Mitbewohner - Hausstaubmilben

Kleiner Plagegeist macht großen Ärger

Sie sind 0,1 bis 0,5 Millimeter klein und nur unter dem Mikroskop erkennbar, können jedoch erheblichen Schaden anrichten. Die Hausstaubmilben sind natürliche Mitbewohner unserer häuslichen Umgebung und haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie übertragen auch keinerlei Krankheiten.

Hausstaubmilben gehören zur der Familie der Spinnentiere. Sie fühlen sich vor allem in Betten, Matratzen und Teppichen wohl, sind also am häufigsten im Schlafzimmer anzutreffen. Und eben dort verbringt der Mensch - wenn auch nur schlafend - rund ein Drittel seines Tages.

Wer also häufig mit einer verstopften Nase, Schnupfen, Atembeschwerden oder geröteten Augen aufwacht oder einfach schlecht schläft, der verträgt in vielen Fällen die Milben in seinem Bett nicht. In einer Matratze können sich bis zu zehn Millionen dieser unerwünschten Bettgenossen befinden.

Im Frühling und zu Sommerbeginn beginnen Milben sich zu vermehren. Jedes weibliche Tier legt bis zu 40 Eier und lässt alle drei Wochen eine neue Generation entstehen. Im Hochsommer erreicht ihre Fruchtbarkeit ihren Höhepunkt.


Kot löst Atemwegserkrankungen aus

Die Hausstaubmilbe ist durch ihren Kot Auslöserin allergischer Atemwegserkrankungen – und das bei immer mehr Menschen. Die Krabbeltiere ernähren sich von menschlichen und tierischen Hauptschuppen und Schimmelpilzen: Der Mensch verliert täglich im Durchschnitt ein bis zwei Gramm Hautschuppen, genug, um davon 1,5 Millionen Hausstaubmilben einen Tag lang satt zu machen. Die Achtfüßler leben zwar nur drei Monate, aber während dieser Zeit entspricht das, was sie an Kot ausscheiden, dem 200-fachen ihres Körpergewichtes.

Um herauszufinden, ob von der Anzahl der Milben im Haushalt eine Gefahr ausgeht, kann man einfache und für den Hausgebrauch geeignete Tests durchführen. Dabei wird beispielsweise über den Staubsauger eine Probe von der Matratze genommen. Die Stärke der Verfärbung eines Teststreifens gibt Aufschluss darüber, ob die Milbenanzahl bedenklich ist. Welche Menge von Allergenen sich krankheitserregend auswirkt, kann nicht pauschal festgelegt werden, sondern hängt auch von der Empfindlichkeit der jeweiligen Person ab.

Obwohl es möglich ist, gegen die Haushaltsmilben vorzugehen, sind in Deutschland dennoch zirka vier Millionen von der Hausstaubmilbenallergie betroffen, die Tendenz ist steigend. Fest steht, dass Milben als Ursache für Allergien benannt werden können, aber auch, dass durch gezielte Präventivmaßnahmen eine Allergie verhindert oder eine bestehende günstig beeinflusst werden kann.

Durch Staubsaugen kann die Milbenpopulation zwar reduziert, jedoch nicht beseitigt oder nachhaltig gestört werden. Um effektiv Staub zu saugen, bietet sich folgende Variante an: Man legt Kissen und Decke in einen Plastiksack, schließt ihn dicht ab und saugt bei höchster Stufe. Durch den Unterdruck werden die Tiere getötet und samt Kot gleich mit herausgesaugt. Obwohl öfters auch Wasserdampfreiniger zur Reinigung empfohlen werden, sind sie nicht effektiv, da ein feuchtes Klima geschaffen wird, das im Kampf gegen unseren unerwünschten Bettgenossen eher hinderlich ist.


Welche Maßnahmen helfen?

Doch was hilft wirklich? Eine Möglichkeit ist, Matratze, Bett und Kissen im Winter einfach mindestens einen ganzen Tag lang ins Freie zu hängen – durch die Minustemperaturen sterben die Milben ab. Damit auch wirklich die komplette Population, die sich in einem Bett tummelt, stirbt, sollten es in jedem Fall 24 Stunden im Frost sein – wenn nicht alle Milben sterben, sind die Probleme ganz schnell wieder da. In einem durchgefrorenen Bett dauert es aber ein bis zwei Monate, bis die Milben wieder kommen.

Für Allergiker ist es hilfreich, Teppiche aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Sämtliche Textilien in Wohnräumen wie Decken, Kissen oder Gardinen sollten regelmäßig gewaschen, Polstermöbel mit Reinigungsschaum behandelt werden. Schwere Vorhänge und feuchte Luft sind zu vermeiden. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent. Regelmäßiges Lüften nicht vergessen! Die Zimmertemperatur sollte möglichst nicht über 18°C liegen, denn zu warme Luft begünstigt das Milbenwachstum. Bei zu kalter Luft schlägt sich die Feuchtigkeit an der Wand nieder und hat den selben Effekt wie zu warme Luft. Haustiere und Pflanzen können übrigens auch zur Milbenvermehrung beitragen.

Grundsätzlich sollten Matratzen alle acht Jahre gewechselt werden. In der Vergangenheit wurde häufig als erste Maßnahme zur Sanierung des Bettes eine Schaumstoffmatratze angeschafft, in der Hoffnung, die Milben würden diese weniger lieben als eine Federkern- oder Rosshaarmatratze. Leider machen Milben hier kaum einen Unterschied, in Schaumstoffmatratzen staut sich aber die Feuchtigkeit. In Federbetten nisten sich Milben wegen der eiweißhaltigen Federn angeblich lieber ein als in synthetischem Material. Betten ohne Bettkasten sind zu bevorzugen, um so eine Belüftung von unten zu gewährleisten.

Ansonsten ist es sehr ratsam, die Matratzen mit so genannten Encasings, allergen- und milbendichten Bezügen, zu beziehen. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Poren der Bezüge nicht größer als 0,5 Mikrometer (10-6 Meter) sind. Außerdem müssen sie wasserdampfdurchlässig sein und alle drei Monate gewaschen werden.
Reduzieren Sie Kuscheltiere im Bett, bevorzugen Sie solche, die waschbar (möglichst bei 60 Grad). Tipp: Legen Sie Stofftiere und kleine Kissen von Zeit zu Zeit ins Eisfach! Milben sind sehr temperaturempfindlich; eine Nacht in der Tiefkühltruhe überleben sie nicht.

Hausstaubmilben sind sehr kleine Spinnentierchen
Hausstaubmilben sind sehr kleine Spinnentierchen, die als ungebetene Gäste bevorzugt unsere Betten bewohnen. Foto: PAF

(aus: Umwelt und Gesundheit (smog), Jg. 34, 1 – 2006)

 

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