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Comeback der Bettwanzen in deutschen Federbetten

Import von Bettwanzeneiern oder -larven
aus tropischen Urlaubsländern

Eigentlich waren die possierlichen Tierchen schon ewig aus den Matratzen verschwunden. Dachte man! In den vergangenen Jahren werden die Gesundheitsbehörden zunehmend wieder mit dem Problem des Befalls mit Bettwanzen konfrontiert. Gerade bei verwahrlosten Wohnverhältnissen („Messies”) lassen sich diese unerwünschten Besucher aufspüren.

Aber nicht nur mangelnde Hygiene ist Ursache: Auch über antiquarische Möbel oder Bilder können die unliebsamen Mitbewohner in die eigenen vier Wände gelangen. Nicht selten ist zudem der Import von Bettwanzeneiern oder -larven aus tropischen Urlaubsländern über das Reisegepäck.

Der Befall einer Wohnung mit Bettwanzen lässt sich - auch für den Laien - einfach durch den spezifischen süßlichen Gestank der Stinkdrüsen dieser Insekten feststellen. Zum anderen sind Kottröpfchen auf der Bettwäsche Hinweis auf einen Befall.


Abhilfe nur durch den Fachmann

In solchen Fällen sollten Sie schleunigst einen Fachmann zu Rate ziehen, der Insektizide einsetzen wird. Da jedoch die Eier oftmals in schlecht zugänglichen Ritzen oder hinter Verschalungen abgelegt wurden, lassen sie sich durch die Vernebelung nicht immer sicher erreichen. Auch sind die Insekten nicht in allen Entwicklungsstadien gleich auf die verfügbaren Insektizide empfindlich.
Aus diesem Grunde sollte die Entwesung wöchentlich wiederholt werden. Zur Vorbeugung sollten zum Beispiel Luftschächte, die zu verwandten Nachbarwohnungen führen, mit Kontaktinsektiziden besprüht werden.

Tagsüber halten sich Bettwanzen in Verschalungen, Ritzen, Betten, Lüftungsschächten oder hinter Tapeten auf. Das wahre Elend spielt sich nachts ab. Die Atemluft lockt die Tiere aus Wänden, Steckdosen und Fußleisten hervor. Nicht selten krabbeln Bettwanzen auf der Zimmerdecke und lassen sich von dort auf ihr im Bett liegendes Opfer fallen.


Reihenstiche als typisches Merkmal

Die Stiche der Tiere sind an einer breitflächigen Hautrötung in der Größe des Kleinfingernagels zu erkennen. Typisch ist daher ein Bild von Reihenstichen, die auch als Wanzenstraßen bezeichnet werden. Die Stiche sind schmerzfrei, und werden daher erst nach dem Aufwachen bemerkt. Sie lösen aber oft kleine Blutungen, Quaddeln und intensiven Juckreiz aus.

Behandelt werden sie mit juckreizstillenden Gelen oder Salbe. Eine bakterielle Superinfektion kann durch Kratzen im Bereich der Stichstellen auftreten. Seltene Komplikationen sind ein Asthmaanfall, Urticaria papulosa sowie ein anaphylaktischer Schock.


Stichwort Bettwanzen

Insgesamt umfasst die Familie der Bettwanzen 22 Genera mit 74 Arten. In Deutschland ist Cimex lectularius von besonderer epidemiologischer und medizinischer Bedeutung.

Bettwanzen kommen besonders häufig in warmen Ländern vor. Die ausgewachsenen Wanzen werden 4,8 bis 8,5 mm lang. Im vollgesogenen Zustand erscheinen sie dunkelbraun. Ungesogen sind eher hellbraun und papierdünn. Alle Stadien des Entwicklungszyklus dieser Insekten sind nachtaktiv.

In ihrem einjährigen Leben legen die weiblichen Bettwanzen um die 500 Eier. Die Dauer der Entwicklung ist temperaturabhängig, das heißt je wärmer das Zimmer ist, umso schneller erfolgt das Schlüpfen der Larven. Die Geschlechtsreife erlangen Bettwanzen nach sechs bis acht Wochen. In einem betroffenen Haushalt kommt es deshalb oftmals zu einem Massenbefall.

Die Insekten sind sehr mobil und können in einer Minute bis zu einem Meter zurücklegen. Sie können zudem relativ lange hungern, wobei höhere Temperaturen rascher zum Tode führen als niedrige. Bei mäßigen Temperaturen können Bettwanzen bis zu sechs Monate ohne Blutnahrung überleben. Gegen Frost sind Bettwanzen unempfindlich.


Tipp: Wie man Wanzen lockt

Um herauszufinden, ob man Bettwanzen in Koffer- oder Taschenverschlüssen aus dem Urlaub mitbekommen hat, kann man ganz einfach in die Verschlüsse hineinhauchen. Und durch das aus diesem Atem gegebene Kohlendioxid werden die Tiere aus ihrem Versteck gelockt und kommen hervor.


Weitere Informationen

www.schaedlings-hotline.de; www.dsvonline.de, hier ist nach Eingabe der Postleitzahl ein geprüfter Schädlingsbekämpfer in der Nähe zu finden.
Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband ist zu erreichen unter: Tel.: 0 228 / 81 981 30; Fax: 0 22 8 / 81 98 135

(aus: Umwelt und Gesundheit (smog), Jg. 33, 3/2005)

 

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