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Impfen bei Allergien

August 2015

Fragen zum Thema „Allergien und Impfen“ werden nicht selten in der Impfsprechstunde an uns gestellt. Dabei ist es zunächst wichtig, eine Unterscheidung vorzunehmen zwischen impfstoffunabhängigen Allergien einerseits und Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffes andererseits.
 

Impfstoffunabhängige Allergien

Kinder mit Allergien – z. B. gegen Pollen – und auch allergiegefährdete Kinder sind durch Infektionskrankheiten genauso bedroht wie ihre gesunden Altersgenossen. Sie brauchen daher die gleichen Schutzmaßnahmen. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) nimmt in der Leitlinie Allergieprävention“ ganz klar Stellung: „Alle Kinder, auch allergiegefährdete, sollen nach den STIKO-Empfehlungen geimpft werden.“

Allergiker vertragen Impfungen in der Regel komplikationslos. Da sie jedoch oft erhöhte IgE-Spiegel haben und zu starken Histaminausschüttungen neigen, reagieren Allergiker oft stärker auf Impfungen als andere Menschen. Dies beschränkt sich im Allgemeinen auf stärkere Lokalreaktionen wie Rötung, Schwellung, Juckreiz und leichte Schmerzen an der Impfstelle. Dabei handelt es sich nicht um eine allergische Reaktion.

Impfstoffe, die etwas größere Antigenmengen oder Adjuvantien enthalten und deshalb länger am Impfort verbleiben, verursachen stärkere Lokalreaktionen. Aus diesem Grund reagieren manche Allergiker auf Totimpfstoffe, vor allem auf adsobierte, etwas stärker als auf Injektionen mit Lebendimpfstoffen.

Außerdem kann es zu sogenannten subakuten allergische Reaktionen kommen. Sie treten erst nach einigen Stunden bis zirka zwei Tage nach einer Impfung auf. Ausgelöst werden sie von nachfolgenden Abwehrreaktionen des Or­ganismus, wie es auch nach Infektionen der Fall sein kann. Dazu gehören gemäß Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI) vor allem allergische Reaktionen der Haut (Rötung, Ausschlag, Urtikaria). Sie sind sehr selten (?1/10.000).

Bei der Neurodermitis kann es nach einer Impfung ebenso wie nach jedem Infekt zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Hautbefundes kommen. Dies ist jedoch kein Grund, auf die Routineimpfungen zu verzichten – zumal es auch Berichte über eine Verbesserung der Neurodermitis-Symptome gibt.

Hinweise für die PraxisWährend einer Verschlechterungsphase einer allergischen Erkrankung sollte natürlich nicht geimpft werden, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu beanspruchen. Wird die Allergie eines Patienten mit einer Hyposensibilisierung behandelt, so sollten in der Regel 1-2 Wochen Abstand zur Hyposensibilisierungs­spritze eingehalten werden. Zudem ist es sinnvoll Allergiker auf möglicherweise verstärkte Lokalreaktionen hinzuweisen.

 

Allergien gegen Impfstoffbestanteile

 Akute allergische Reaktionen auf Impfstoffbestandteile, sogenannte anaphylaktische Reaktionen (Typ-I-Allergie), sind sehr selten. Laut PEI treten solche schwerwiegenden Reaktionen in 1 bis 10 Fällen auf 1 Million Impfungen auf. Sie können innerhalb von Se­kunden (bis zirka 60 Minuten) nach Imp­fung zu Blutdruckab­fall, Übelkeit, Darmspasmen, Lidschwel­lungen, Spasmen der Atemwege bis hin zum anaphylaktischen Schock führen.

Durch eine gute Anamnese im Vorfeld der Impfung kann das Risiko einer solchen schweren Reaktion vermindert werden.

Mögliche Allergene, die in Impfstoffen vorkommen, sind Reste des Kulturmediums (z. B. Hühnereiprotein), Begleitstoffe (z. B. bestimmte Antibiotika), Hilfsstoffe (z. B. Konservier­ungs­mittel) und nur sehr selten das Impf-Antigen selbst.

Eine genaue Auflistung aller möglicher allergieauslösender Substanzen in Impfstoffen finden Sie in dem Artikel „Sicherheit von Impfstoffen“ vom Paul-Ehrlich-Institut.


 

   Faltblatt für die Praxis

  Impfungen bei Allergie + Neurodermitis

  Für die Aufklärungsarbeit in der Praxis haben wir einen Flyer für Patienten
  entwickelt, der viele Fragen kurz aber fundiert beant­wortet:

  Wie werden die Impfungen von Allergikern vertragen?
  Nehmen Allergien nicht durch Impfungen zu?
  Wird das Immunsystem durch Impfungen und Mehrfachimpfstoffe
  nicht überlastet?
  Und gibt es Impfungen, die für Allergiker besonders wichtig sind?

 

Den Flyer können Sie über www.dgkshop.de  bestellen.



 Quellen:

  1.  Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma, PINA e.V. Allergien und Asthma bei Kindern und Jugendlichen – das pina online-Buch, Kapitel Impfungen
  2. Schäfer, Torsten, et al.: S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2014; Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ); Allergo J Int 2014; 23: 186 unter www.dgaki.de
  3.  Weißer, K., Barth, I., Keller-Stanislawski, B. / Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Sera und Impfstoffe: Sicherheit von Impfstoffen; Bundesgesundheitsbl. 2009 · 52:1053–1064; Online publiziert: 14. Oktober 2009 DOI 10.1007/s00103-009-0961-y
  4. Ley-Köllstadt, S., Arndt, U., Grüber, A. & Quast, U.: Schwierige Impffragen – kompetent beantwortet; Dritte, überarbeitete Auflage, 2013.
  5. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 34/2015
  6. Clark, A.T., et al.: British Society for Allergy and Clinical Immunology guidelines for the management of egg allergy. Clin. Exp. Allergy 2010, 40 (8): 1116-1129 doi: 10.1111/j.1365-2222.2010.03557.x.
  7. Robert Koch-Institut: Kann bei bestehender Hühnereiweißallergie geimpft werden? unter http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_ImpfGesundheitsschaden/FAQ03.html?nn=2391120%29

 

 

 

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