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Therapie

Intranasales Zink bei Erkältung

Intranasalen Zinkpräparate sind entworfen, um direkt auf das nasale Epithelgewebe zu wirken, werden zur Behandlung von Erkältungen vermarktet. Während zwei plazebokontrollierten Studien wurde herausgefunden, dass intranasales Zinkglukonat die Dauer der Erkältungssymptome geringfügig verkürzte (45, 46), wobei  drei andere plazebokontrollierte Studien keinen Nutzen zeigen konnten (47-49). In der am genauesten kontrollierten der Studien beeinflusste intranasales Zinkglukonat nicht die Schwere oder Dauer der Erkältungssymptome bei mit Rhinovirus, dem viralen Erreger der Erkältung, infiziert wurden (47). Ein ernsthaftes Problem bei der Anwendung von intranasalem Zink sind einige Fallberichte von Einzelpersonen, bei denen ein Verlust des Geruchssinns (Anosmie) auftrat (50, 51). Da eine durch Zink verursachte Anosmie irreversibel sein kann, sollten intranasale Zinkpräparate vermieden werden.

Zink-Lutschtabletten bei Erkältung

Der Gebrauch von Zink-Lutschtabletten innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Erkältungssymptomen, bei einer weiteren Einnahme alle 2-3 Stunden tagsüber bis zum Abklingen der Symptome, wurde zur Verkürzung der Erkältungsdauer empfohlen. Mindestens zehn kontrollierte Studien mit Zinkglukonat-Lutschtabletten zur Behandlung der Erkältung bei Erwachsenen wurden bisher publiziert. Fünf der Studien fanden, dass Zink-Lutschtabletten die Dauer der Erkältungssymptome verkürzen konnten, wohingegen die fünf anderen Studien keine signifikanten Unterschiede zwischen Zink-Lutschtabletten und Plazebo-Lutschtabletten im Hinblick auf die Dauer und Schwere der Erkältungssymptome finden konnten. Eine aktuelle Meta-Analyse von publizierten randomisierten kontrollierten Studien zum Gebrauch von Zinkglukonat-Lutschtabletten bei Erkältung fand, dass Beweise für ihre Effektivität bei der Reduktion von Dauer und Schwere von Erkältungen weiterhin fehlten (42). Zwei klinische Studien untersuchten den Effekt von Zinkacetat-Lutschtabletten auf Erkältungssymptome. Während eine der Studien fand, dass die Tabletten (12.8 mg Zink pro Lutschtablette) bei einer Einnahme alle 2-3 Stunden tagsüber die Dauer der Erkältungssymptome im Vergleich zum Plazebo reduzieren konnte (von 4.5 auf 8.1 Tage), zeigte die andere Studie keinen Unterschied im Vergleich zum Plazebo (44).

Trotz einer Vielzahl gut kontrollierter Studien ist die Effektivität von Zink-Lutschtabletten bei der Behandlung von Erkältungssymptomen bislang nicht gesichert. Die physiologische Grundlage für die Effektivität ist unbekannt. Eine längere Einnahme von Zink-Lutschtabletten alle 2-3 Stunden kann darüberhinaus zu einer Zinkeinnahme deutlich jenseits der maximalen Aufnahmemenge (UL) von 40 mg Zink täglich führen. Der kurzfristige Gebrauch von Zink-Lutschtabletten von bis zu 5 Tagen führt allerdings nicht zu ernsten Nebenwirkungen, sondern erfahrungsgemäss höchstens zu Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden und einer Reizung des Mundes. Der Gebrauch von Zink-Lutschtabletten über längere Zeiträume hinweg (mehrere Wochen) kann einen Kupfermangel herbeiführen. Deshalb haben einige Experten dazu geraten, dass nach einer Einnahme von Zink-Lutschtabletten nach dem 5. Tag ein Arzt konsultiert werden sollte, falls bis dahin die Erkältungssymptome nicht abgeklungen sind (43).

Altersbedingte Makuladegeneration

Eine der häufigsten Ursachen für die Erblindung im Alter ist die altersassoziierte Makuladegeneration (AMD). Die Makula ist der Teil der Retina (Netzhaut) in der Rückseite des Auges, welcher eine wichtige Rolle beim zentralen Sehvermögen spielt. Es wird aus mehreren Gründen vermutet, dass Zink eine Rolle bei der Entwicklung von AMD spielt: 1. Zink findet sich in hohen Konzentrationen im Teil der Retina, die von AMD betroffen ist 2. Der retinale Zinkgehalt nimmt mit dem Alter ab 3. Die Aktivität einiger retinalen Enzyme, die Zink benötigen, nimmt mit dem Alter ab. Allerdings sind die wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Zinkeinnahme mit der Entwicklung oder Progression von AMD in Zusammenhang steht, bisher beschränkt. Beobachtungsstudien konnten bisher keine klaren Zusammenhänge zwischen einer ernährungsbedingten Zinkeinnahme und der Häufigkeit von AMD zeigen (52-54). Eine randomisierte kontrollierte Studie zog Interesse auf sich, indem sie zeigte, dass die tägliche Einnahme von 200 mg Zinksulfat (entspricht 81 mg Zink) über eine Dauer von zwei Jahren den Verlust an Sehvermögen bei AMD-Patienten verringern konnte (55). Eine spätere Studie, welche dieselbe Dosis und Dauer verwendete, fand jedoch keinen therapeutischen Vorteil bei Patienten mit einer weiter fortgeschritteneren Form von AMD in einem Auge (56). Eine grosse randomisierte kontrollierte Studie mit täglicher Ergänzung von Antoxidantien (500 mg Vitamin C, 400 IE Vitamin E und 15 mg Beta-Karoten) und hochdosiertem Zink (80 mg Zink und 2 mg Kupfer) fand, dass die antioxidative Kombination zusammen mit hochdosiertem Zink, sowie auch hochdosiertes Zink alleine, das Risiko einer AMD im Vergleich zum Plazebo bei Individuen mit Anzeichen einer fortgeschrittenen bis schweren Makulardegeneration in mindestens einem Auge deutlich reduzieren konnte (57). Die Ergebnisse aus kleineren Studien konnten im Allgemeinen keinen schützenden Effekt von Vitamin- und Mineralergänzungen bei AMD feststellen (58). Momentan gibt es nur wenig Hinweise darauf, dass eine Ergänzung mit Zink bei frühen Anzeichen einer Makulardegeneration hilfreich sein kann, allerdings sind weitere randomisierte Studien angezeigt (59).

Diabetes mellitus

Ein milder Zinkmangel ist bei Individuen mit Diabetes mellitus relativ weit verbreitet. Ein erhöhter Zinkverlust durch häufiges Urinieren scheint bei Diabetes mellitus zu einem schlechten Zinkstatus beizutragen (60). Obwohl eine Zinkergänzung laut Studien die Immunfunktion bei Diabetikern verbessern kann, führte in einer Studie eine Zinkergänzung von 50 mg täglich zu einer Verschlechterung der Kontrolle des Blutzuckers bei insulinabhängigen Typ-1-Diabetikern (61). In einer neueren Studie reduzierte eine Ergänzung mit Zink für eine Dauer von 6 Monaten in Höhe von 30 mg täglich einen unspezifischen Indikator des oxidativen Stress bei Typ-2-Diabetikern (Plasma TBARS), ohne die Blutzuckerkontrolle erheblich zu beeinflussen (62). Die Frage nach dem Einfluss von Zink auf den Glukosestoffwechsel erfordert derzeit weitere Studien, bevor eine hochdosierte Zinkergänzung für Diabetiker empfohlen werden kann (5).

HIV/AIDS

Bei einer HIV-Infektion ist eine ausreichende Versorgung mit Zink unbedingt notwendig, um die Immunfunktion aufrechtzuerhalten, und HIV-Infizierte sind besonders anfällig für Zinkmangel. Bei HIV-infizierten Patienten wurden niedrige Zink-Blutspiegel in Zusammenhang mit einem weiter fortgeschritteneren Krankheitsverlauf gebracht, und auch mit erhöhter Mortalität (63, 64). In einer der Zinkergänzungsstudien mit AIDS-Patienten konnte eine tägliche Gabe von 45 mg Zink für die Dauer eines Monats zu einem Rückgang der opportunistischen Infektionen im Vergleich zum Plazebo führen (65). Der HIV-Virus benötigt allerdings ebenfalls Zink, und eine übermässige Zinkeinnahme kann das Fortschreiten einer HIV-Infektion auch beschleunigen. Bei einer Beobachtungsstudie mit HIV-infizierten Männern stand eine erhöhte Zinkeinnahme mit einem schnelleren Fortschreiten der Krankheit in Zusammenhang, und jede Einnahme von Zinkergänzungen stand im Zusammenhang mit einer verschlechterten Überlebensrate (66). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass weitere Forschung notwendig sein wird, um die optimalen Zinkaufnahmemengen für HIV-Infizierte zu bestimmen (23, 67).

 

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