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Krankheiten

Alzheimer-Krankheit

Da ein Thiamin-Mangel zu einer Form der Demenz (dem Wernicke-Korsakoff-Syndrom) führen kann, wurde die Beziehung zwischen Thiamin-Mangel und der Alzheimer-Krankheit, sowie anderen Formen der  Demenz näher untersucht. Eine Fallstudie mit 38 ältere Frauen  konnte feststellen, dass die Blutspiegel von Thiamin, Thiamin-Pyrophosphat (TPP), und Thiamin-Monophosphat (TMP) bei Patienten mit Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) im Vergleich zu den in der Kontrollgruppe signifikant erniedrigt waren (15). Interessanterweise konnten mehrere Forscher Hinweise auf eine verminderte Aktivität der Thiamin-Pyrophosphat-abhängigen Enzyme alpha-Ketoglutarat-Dehydrogenase und Transketolase in den Gehirnen von Patienten finden, die an der Alzheimer-Krankheit verstarben (16). Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit dem Nachweis des reduzierten Glukosestoffwechsels auf PET-Scans der Gehirne von Alzheimer-Patienten (17). Die Feststellung der verringerten TPP-Spiegel im Gehirn trotz eines normwertigen Niveaus des freien Thiamins und TMPs deutet darauf hin, dass die verringerte Enzymaktivität wahrscheinlich kein Ergebnis eines Thiamin-Mangels ist, sondern von einer Beeinträchtigung der TPP-Synthese (18, 19). Derzeit gibt es nur wenige inkonsistente Hinweise dafür, dass eine Ergänzung von Thiamin bei der Alzheimer-Krankheit von Vorteil sein kann. Eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 15 Patienten (von denen zehn die Studie abgeschlossen haben) berichtet von keinen positiven Wirkung auf den kognitiven Abbau durch eine Ergänzung mit täglich 3 g Thiamin über einen Zeitraum von 12 Monaten. Im Jahr 1993 berichtete ein vorläufiger Bericht von einer anderen Studie von leichten positiven Auswirkungen durch Gabe von 3 bis 8 Gramm Thiamin täglich bei Alzheimer-Demenzen, es wurden jedoch keine zusätzlichen Daten aus dieser Studie zur Verfügung gestellt (20). Eine leichte positive Wirkung wurde nach 12-wöchiger Behandlung von bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit mit 100 mg täglich des Thiamin-Derivats TTD (Thiamin-Tetrahydrofurfurylalkohol-Disulfid) berichtet, jedoch war diese Studie nicht placebokontrolliert (21). Eine kürzlich durchgeführte systematische Überprüfung der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien mit Thiamin bei Patienten mit DAT fand keine signifikanten Hinweise dafür, dass die Gabe von Thiamin eine nützliche Behandlung der Symptome der  Alzheimer-Krankheit darstellt (22).

Herzinsuffizienz

Ein schwerer Thiamin-Mangel (nasse Beriberi) kann zu einer Beeinträchtigung der Funktion des Herzens und letztlich zu Herzinsuffizienz führen. Obwohl kardiale Manifestationen von Beriberi selten in den Industrieländern beobachtet wird, ist Herzinsuffizienz aufgrund anderer Ursachen weit verbreitet, vor allem bei älteren Menschen. Diuretika bei der Behandlung von  der Herzinsuffizenz, insbesondere Furosemid (Lasix), haben eine Erhöhte Ausscheidung wasserlöslicher Stoffe wie Thiamin zur Folge, was möglicherweise zu marginalem Thiamin-Mangel führt. Eine Reihe von Studien untersuchten den Thiamin-Status in Herzinsuffizienzpatienten, wobei die meisten Patienten eine relativ niedrige Inzidenz von Thiamin-Mangel, gemessen anhand der Aktivität der Transketolase, zeigten. Wie in der allgemeinen Bevölkerung, neigen ältere Patienten mit Herzinsuffizienz zu einem höheren Risiko von Thiamin-Mangel als jüngere (23). Ein wichtiges Mass für die kardiale Funktion bei der Herzinsuffizenz ist die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF), die durch durch Echokardiographie (EKG) beurteilt werden kann. Eine Studie bei 25 Patienten stellte fest, dass der Gebrauch von Furosemid bei Dosen von täglich 80 mg oder mehr mit einer 98%igen Prävalenz von Thiamin-Mangel in Zusammenhang steht (24). In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 30 Herzinsuffizienzpatienten, von denen alle Furosemid (80 mg / Tag) über einen Zeitraum von für mindestens drei Monaten bekommen hatten, führte eine intravenöse (IV) Thiamin-Therapie (200 mg / Tag) für die Dauer von sieben Tagen zu einer verbesserten LVEF im Vergleich zum ebenfalls intravenös verabreichten Placebo (25). Als alle 30 Patienten dieser Studie danach sechs Wochen lang Thiamin oral verabreicht bekamen (200 mg / Tag), verbesserte sich die durchschnittliche LVEF um 22%. Dieser Fund könnte wichtig sein, da die Verbesserung der LVEF mit einer verbesserten Überlebensrate in Herzinsuffizienzpatienten in Zusammenhang steht (26). Allerdings sind die Ergebnisse von Studien aufgrund der kleinen Stichprobengrößen begrenzt, sowie teilweise wegen fehlender Randomisierung und genauerer Bestimmung der Thiaminwerte in einigen der Studien. Derzeit ist daher die Rolle der Thiamin-Ergänzung zur Erhaltung der kardialen Funktion in Patienten mit Herzinsuffizenz nach wie vor umstritten. 

Krebs

In einigen Krebspatienten mit schnell wachsenden Tumoren kann ein Thiamin-Mangel festgestellt werden. Die Forschung an Zellkulturen und Tiermodellen zeigt, dass sich schnell teilende Krebszellen einen hohen Bedarf an Thiamin besitzen (27). Alle schnell teilenden Zellen benötigen eine erhöhte Menge an Nukleinsäuren, aber das Wachstum einiger Krebszellen scheint besonders stark vom TPP-abhängigen Enzym Transketolase abzuhängen, welches Ribose-5-Phosphat für die Nukleinsäure-Synthese liefert und damit die Synthese von neuem Erbgut nach einer Zellteilung ermöglicht. Eine Ergänzung mit Thiamin Krebs-Patienten ist häufig, um zu verhindern, dass ein  Thiamin-Mangel ein tritt, aber Boros et al. mahnt zu Vorsicht, da zu viel  Thiamingehalt das Wachstum einiger bösartigen Tumorarten fördern kann (28). Daher sollte eine Ergänzung mit Thiamin nur für Krebs-Patienten erfolgen, die tatsächlich einen Mangel aufweisen. Derzeit gibt es keine Hinweise aus Studien beim Menschen, um diese Theorie zu unterstützen oder zu widerlegen. Allerdings wäre es klug für Menschen, die an Krebs erkrankt sind und eine Ergänzung mit Thiamin in Erwägung ziehen, dies vorher mit dem Arzt zu besprechen, der ihre Therapie beaufsichtigt.

Alkoholismus

Thiamin ist ebenfalls ein Kofaktor bei der Verstoffwechslung von Alkohol. Daher wird der Thiaminstatus durch Alkoholkonsum verschlechtert, und Alkoholkranke haben häufig einen Thiaminmangel. (33)

Diabetes mellitus

Bei Diabetes mellitus liegt eine ernste Störung des Energiestoffwechsels vor, an dem Thiamin als Kofaktor massgeblich beteiligt ist. Bei Typ-2-Diabetikern hat sich empirisch gezeigt, dass niedrige Thiaminwerte häufig mit Diabetes einhergeht. (34)

Schlafstörungen

EEG-Studien zur Untersuchung der Gehirnaktivität in Schlaflaboren konnten zeigen, dass ein Thiamin-Mangel Schlafstörungen verursachen kann. (35)

Neurologische Krankheiten

Neben der sensorischen Neuropathie beim Thiaminmangel (36), sind ebenfalls die neurologischen Lähmungs- und Schmerzsymptome einer Ischialgie, Trigeminusneuralgie, und Bell-Lähmung deutlich mit Thiaminmangel assoziiert. (37)

Psychiatrische Krankheiten

Unter den ernsthaft psychiatrisch kranken Patienten in psychiatrischen Abteilungen der Krankenhäuser weisen nach einer Studie bis zu 30 Prozent einen Thiaminmangel auf. (38)

Anämie

Eine besondere Form der Anämie (Blutarmut) ist die thiaminresponsive megaloblastische Anämie, die gut auf eine Gabe von Thamin anspricht. (39)

 

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