DGK e.V. -Ursachen, Diagnose und Therapie
Gesundheitsinformationen zu:
Bluthochdruck, Hochdruck, Hypertonie, Grenzwerthypertonie, A-II-Antagonisten, ACE-Hemmer, Ursachen, Diagnose und Therapie
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Bluthochdruck

Eine häufige Krankheit
 

In Deutschland ist der von Medizinern als Hypertonie bezeichnete Bluthochdruck ein häufiges Problem. Schätzungen zufolge sind etwa 12 Millionen Menschen betroffen. Ohne Behandlung müssen sie mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und besonders für Schlaganfälle leben. Dies gilt vor allem für ältere Patienten, die länger und häufiger Bluthochdruck haben als jüngere Menschen. Fehlentwicklungen, die zur Entstehung einer Hypertonie beitragen, setzen allerdings schon in jungen Jahren ein. Wenn der Bluthochdruck vom Arzt erkannt wird, kann er durch Änderungen der Lebensweise und bei Bedarf durch konsequent eingenommene Medikamente unter Kontrolle gebracht werden.


Normaler und hoher Blutdruck
 

Der Blutdruck hängt von der Pumparbeit des Herzens und den muskulösen Arterien, die sich enger stellen oder weiten können, ab. Die Aufrechterhaltung eines normalen Blutdruckes ist sehr wichtig, um alle Organe ausreichend mit Blut zu versorgen und die uneingeschränkte Funktion der Nieren sicherzustellen. Bei zu hohem Blutdruck treten zunächst kaum Beschwerden auf - eher das Gegenteil ist der Fall. Viele Menschen mit Bluthochdruck fühlen sich ausgesprochen rege und fit, deshalb sind sie überrascht, wenn der Arzt feststellt, dass mit ihrem Blutdruck etwas nicht stimmt.

Zur Diagnose Bluthochdruck wird ein Arzt kommen, wenn er bei wiederholten Messungen in der Praxis Blutdruckwerte festgestellt hat, die über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Grenzwerten liegen:

  • milde Hypertonie: oberer Wert: 140 bis 180 mmHg / unterer Wert 90 bis 105 mmHg (die Abkürzung mmHg steht für Millimeter Quecksilbersäule)
  • moderate bis schwere Hypertonie: Werte von mehr als 180/105 mmHg


Statistik
 

  • Im Durchschnitt sinkt die Lebenserwartung 45-jähriger Männer bei einer Zunahme des Blutdruckes von 120/80 auf 150/100 mmHg um 11,5 Jahre.
  • Das Schlaganfallrisiko ist bis zu sieben Mal höher.
  • Die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt ist um das Dreifache erhöht.


Ursachen
 

In 90 bis 95 Prozent der Fälle ist keine eindeutige Ursache erkennbar. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von essentiellem Bluthochdruck. Eine wirkliche Heilung ist dann nicht möglich, normale Blutdruckwerte können lediglich durch Veränderungen der Lebensgewohnheiten und bei Bedarf durch Medikamente erreicht werden.

Bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen liegen erkennbare Ursachen vor. Häufig sind dies Nierenschäden, beispielsweise eine Verengung der Nierenarterien. Möglicherweise ist aber auch eine hormonelle Störung der Grund für die hohen Blutdruckwerte. Bei Kindern liegt dem Bluthochdruck häufiger als bei Erwachsenen eine konkrete Ursache zugrunde, allerdings haben nur etwa zwei Prozent aller Kinder in Deutschland einen auffällig erhöhten Blutdruck.

Ein oft übersehenes Problem, das aber sehr deutliche Auswirkungen auf den Blutdruck hat, sind nächtliche Schlafstörungen in Verbindung mit Atemproblemen - dem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom.

In Studien wurde nachgewiesen, dass die Disposition zum Bluthochdruck auch erblich ist. Dies wird für circa 60 Prozent der Fälle angenommen. Durch eine ungünstige Lebensweise kann sich dann der Bluthochdruck manifestieren.

Liegt neben dem Bluthochdruck auch eine Diabetes mit ersten Nierenschäden vor, steigt das Risiko einer tödlichen Herzgefäßerkrankung um das Sechsfache.


Diagnose
 

Blutdruckmessung

  • Der obere, systolische Blutdruckwert tritt auf, wenn die linke Herzkammer mit Blut gefüllt ist und der Herzmuskel Druck aufbaut, um das Blut in die Gefäße auszutreiben. Der Arzt hört mittels Stethoskop Strömungsgeräusche in der Armschlagader.
  • Der untere, diastolische Blutdruckwert wird gemessen, wenn das Blut wieder ungehindert durch die Armschlagader fließt. Die Strömungsgeräusche sind nicht mehr hörbar. In diesem Moment entspannt sich das Herz wieder und wird erneut mit Blut gefüllt.


Therapie ohne Medikamente
 

Im Fall einer Grenzwerthypertonie ist es nicht unbedingt notwendig, Medikamente zu nehmen. Meistens genügt eine Umstellung der Lebensgewohnheiten.

  • So ist der Abbau eines eventuell vorhandenen Übergewichts eine gute Möglichkeit, um den Blutdruck zu senken. Mit jedem Kilo weniger verringert sich der Blutdruck um etwa 2 mmHg, bei fünf Kilo sind das bereits 10 mmHg.
  • Patienten mit Bluthochdruck sollten ihre Speisen sparsamer salzen, da zuviel Salz den Blutdruck steigern kann - insbesondere bei salzempfindlichen Menschen. Ohnehin wird mit 12 Gramm Kochsalz pro Kopf und Tag in der Bundesrepublik zuviel Salz konsumiert, die Hälfte davon würde völlig ausreichen. Oft handelt es sich dabei um verstecktes Salz in Fleisch und Wurstwaren, Brot oder anderen fertig verarbeiteten Lebensmitteln. Bei normaler Ernährung wird schon damit die notwendige Salzmenge aufgenommen.
  • Auch ein hoher Alkoholkonsum wirkt sich blutdrucksteigernd aus. Die Rede ist dabei nicht von einem Glas Wein oder einer Flasche Bier am Abend, sondern von größeren und regelmäßig getrunkenen Alkoholmengen. Völlig auf Alkohol verzichten sollten Menschen mit schwerem Bluthochdruck, besonders wenn auch Medikamente nicht mehr zufriedenstellend wirken.
  • Eine sehr wichtige Maßnahme gegen den hohen Blutdruck ist eine höhere körperliche Aktivität. Sie kann nicht nur das Körpergewicht verringern, sondern hat darüber hinaus auch direkt Einfluss auf den Blutdruck und im Übrigen auch auf den Cholesterinspiegel. Sehr gut geeignet sind leichtere Ausdauersportarten wie Schwimmen und Radfahren, aber auch längere Spaziergänge sind von Nutzen.


Medikamente
 

Wenn sich der Blutdruck trotz dieser vielfältigen Maßnahmen nicht ausreichend senkt, müssen Medikamente eingenommen werden, unter Umständen lebenslang. Der Gedanke daran ist sicher nicht angenehm, doch sollte bedacht werden, dass Menschen mit Bluthochdruck vor der Entwicklung wirksamer Medikamente meist kein langes Leben beschieden war. Die wichtigsten heute zur Blutdrucksenkung verwendeten Wirkstoffgruppen sind im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

A-II-Antagonisten:

A-II-Antagonisten, wie der verwendete Wirkstoff Losartan, sind ein Beispiel für den Trend hin zu sehr nebenwirkungsarmen Blutdrucksenkern. Sie ermöglichen eine zielgenaue Blockade der "Andockstellen" (Rezeptoren) des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin-II unter anderem an den Blutgefäßen. Aufgrund dieser hochselektiven Wirkung sind bisher keine typischen Nebenwirkungen bekannt. Die hervorragende Verträglichkeit der A-II-Antagonisten ist durch die Anwendung bei sehr vielen Patienten weltweit belegt worden. Gelegentlich treten unter A II- Antagonisten leichter Schwindel, selten Benommenheit oder Kopfschmerzen auf. Diese Probleme werden jedoch meist durch die Blutdrucksenkung selbst hervorgerufen und nicht direkt durch das Arzneimittel.

ACE-Hemmer:


Seit Beginn der 80er Jahre sind ACE-Hemmer zur Behandlung von Bluthochdruck und/oder Herzschwäche im Einsatz. Sie zählen zu den Vasodilatatoren und hemmen ein Enzym mit der Bezeichnung Angiotensin- Converting-Enzyme (ACE). Dieses Enzym ist unter anderem für die Bildung von Angiotensin-II verantwortlich, dessen blutdrucksteigernde Wirkung bereits im Zusammenhang mit den A-II-Antagonisten angesprochen wurde. Durch die verringerte beziehungsweise ausbleibende Bildung von Angiotensin-II kommt es zu einer Senkung des Blutdruckes. Eine typische Nebenwirkung der Behandlung mit ACE-Hemmern kann ein andauernder Reizhusten sein.

Alpha-Blocker:


An der Regulierung des Blutdruckes ist auch das Nervensystem beteiligt. Eine "Funkverbindung" zwischen dem Nervensystem und den Gefäßen kann unter anderem durch Alpha-Blocker erfolgreich unterbunden werden. Diese Substanzen eignen sich daher auch zur Behandlung des Bluthochdruckes. Sie bewirken eine Weitstellung der Blutgefäße, als Folge davon sinkt der Blutdruck. Typische Nebenwirkungen der Behandlung mit Alpha-Blockern sind Kreislaufstörungen bei Lagewechsel, Mundtrockenheit, Müdigkeit und Herzklopfen.

Beta-Blocker:


Neben den Diuretika zählen Beta-Blocker zu den ältesten blutdrucksenkenden Medikamenten. Sie werden seit Beginn der sechziger Jahre auch gegen Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, Migräne und - als Augentropfen - bei einem Glaukom eingesetzt. Beta-Blocker verringern den Puls und die Pumpkraft des Herzens. Der Blutdruck wird gesenkt, und zwar auf ähnliche Weise, wie etwa der Wasserdruck in einem Schlauch sinkt, wenn der Wasserhahn etwas zugedreht wird. Die Behandlung mit Beta-Blockern kann bisweilen zu folgenden unerwünschten Nebenwirkungen führen: verringerte körperliche Belastbarkeit, Durchblutungsstörungen (wie kalte Hände und Füße) und Störungen des Sexualempfindens. Asthmakranke dürfen Beta-Blocker nicht nehmen, weil sich dann die Atembeschwerden verschlimmern würden.

Diuretika:


Diuretika fördern die Ausscheidung von Wasser aus dem Körper und regen so die Bildung von Urin an - sie werden deshalb häufig auch "Wassertabletten" genannt. Durch die verringerte Wassermenge im Körper werden Schwellungen abgebaut - beispielsweise im Bereich der Fußknöchel - oder Spannungen der Brust in den "Tagen vor den Tagen". Die verringerte Flüssigkeitsmenge im Organismus führt auch zu einer Blutdrucksenkung. Diuretika beeinflussen in einigen Fällen den Elektrolythaushalt und den Fettstoffwechsel ungünstig und werden daher häufig in niedriger, nebenwirkungsarmer Dosierung mit anderen Blutdrucksenkern kombiniert.

Kalzium-Antagonisten:


Kalzium-Antagonisten hindern die Kalzium-Ionen daran, in die Muskelzellen der Blutgefäße einzudringen. Ohne Kalzium können sich diese Zellen jedoch nicht zusammenziehen. Dadurch wird die Spannung in den Wänden der Blutgefäße verringert und der Blutdruck sinkt. Auch Kalzium-Antagonisten sind nicht frei von gelegentlichen Nebenwirkungen: Typisch für diese Arzneimittel sind Hautrötung (besonders unangenehm im Gesicht), Knöchelödeme und Kopfschmerzen.


Vorbeugung
 

Der Bluthochdruck ist ein gesundheitliches Problem, dem man sehr gut durch Vorbeugung begegnen kann. Die im folgenden aufgelisteten Maßnahmen eignen sich aber größtenteils nicht nur zur Vermeidung eines zu hohen Blutdruckes, sie nützen auch bei anderen Riskofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Auch wenn Medikamente gegen Bluthochdruck eingenommen werden, bringen diese Maßnahmen noch einen zusätzlichen Nutzen und sollten nicht aufgegeben werden. Zu meiden oder zu behandeln sind:

  • Übergewicht
  • zuviel Alkohol
  • zuviel Kochsalz
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Schlaf-Apnoe


Folgende Risikofaktoren erhöhen zwar nicht direkt den Blutdruck, schädigen aber zusammen mit dem Bluthochdruck die Blutgefäße:

  • Rauchen
  • zuviel tierische Fette
  • zuviel Cholesterin


Erbliches Risiko: Bluthochdruck

In den sechziger Jahren wurden in Norwegen die Blutdruckwerte von gesunden und noch nicht mit Medikamenten behandelten Erwachsenen untersucht. Etwa 30 Jahre später haben sich Wissenschaftler an deren Kinder gewandt, um auch bei ihnen die Blutdruckwerte zu messen. Es zeigte sich, dass die Kinder, von denen beide Eltern einen überhöhten Blutdruck hatten, auch selbst die höchsten Werte aufwiesen. Bei Eltern mit normalem Blutdruck hatten die Kinder dagegen normale Blutdruckwerte. Die Kinder, bei denen entweder nur der Vater oder nur die Mutter einen überhöhten Blutdruck hatten, lagen mit ihren Werten zwischen den beiden anderen Gruppen. Da nicht alle untersuchten ehemaligen Kinder das gleiche Alter hatten (die Altersspanne erstreckte sich zwischen 34 und 43 Jahren), wurde die Untersuchung zusätzlich nach Altersgruppen getrennt durchgeführt. Die Ergebnisse blieben auch dann noch die gleichen. Somit wurde durch diese Untersuchung der Beweis erbracht, dass es für den Bluthochdruck ein erbliches Risiko geben muss. Wer also weiß, dass seine Eltern Bluthochdruck haben oder hatten, sollte die eigenen Blutdruckwerte regelmäßig kontrollieren lassen.

 

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