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Therapie

Pharmakologische Dosen von Retinoiden

Retinoide in hohen pharmakologische Dosen werden zur Behandlung vieler verschiedener Krankheiten verwendet, einschließlich der Retinitis pigmentosa, akuter promyelozytischer Leukämie (APL), und verschiedener Hautkrankheiten. Eine wichtige Tatsache ist, dass die Behandlung mit hohen Dosen von natürlichen oder synthetischen Retinoiden die körpereigenen Kontrollmechanismen überwinden kann, und hochdosierte Retinoid-Therapien daher im Zusammenhang mit möglichen Nebenwirkungen und Toxizität stehen. Zusätzlich zeigen alle mit Vitamin A Verbindungen in hohen Dosen eine Erhöhung der Geburtsfehler-Rate. Daher müssen Frauen, die möglicherweise in nächster Zeit schwanger werden könnten, eine Behandlung mit diesen Medikamenten unterlassen. Retinoide sind in der Regel sehr lange wirksam: Nebenwirkungen und Geburtsdefekte können auch Monate nach dem Absetzen der Therapie eintreten (2). Die im folgenden besprochenen speziellen Retinoide sind verschreibungspflichtige Medikamente und sollten nicht ohne ärztliche Verordnung und Überwachung verwendet werden.

HIV und Aids

Ein Mangel an Vitamin A liegt bei den meisten HIV-infizierten Patienten vor, und führt zu einer verringerten Anzahl aktiver Zellen des Immunsystems (CD4-Zellen) und eine erhöhte Sterblichkeit (49).

Krebsprävention

Eine zu geringe Einnahme von Vitamin A und Beta-Carotin sind mit einem erhöhten Risiko für viele Arten von Krebs in Zusammenhang gebracht worden (50).
siehe auch: Prävention

Zervikale Dysplasie

Niedrige Vitamin A Blutspiegel, und somit auch eine niedrige Aufnahme, sind mit einem erhöhten Risiko bei Frauen, an zervikaler Dysplasie zu erkranken, assoziiert (51).

Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn liegen ebenfalls erniedrigte Vitamin-A-Spiegel vor und und die Patienten sprechen in der Regel gut auf eine Vitamin-A-Therapie an. (52)

Masern

Der Krankheitsverlauf bei Masern steht in direktem Zusammenhang mit der Schwere des Vitamin-A-Mangels. (53) In einer Studie gab es bei Kindern mit einer schweren Masern-Infektion, die mit 400.000 IE Vitamin A täglich behandelt wurden, zu einer Verringerung der Todesfällt um 80 Prozent, und einer Reduktion von schweren Komplikationen um 50 Prozent während eines Krankenhausaufenthalts. (54) Die Behandlung muss bei Kindern und einer entsprechend hohen Dosierung immer von einem Arzt überwacht werden.

Regelblutungen und Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Starke Regelblutungen verbesserten sich in 92 Prozent der mit Vitamin A behandelten Frauen, wobei die Dosis täglich 25.000 IE über einen Zeitraum von 15 Tagen betrug. (55) Bei Frauen, die an PMS litten, zeigte sich bei 89 Prozen der Frauen, die bis zu 300.000 IE Vitamin A täglich bekamen eine teilweise oder vollständige Linderung der prämenstruellen Symptome. Auch hier ist es wichtig, eine mögliche Schwangerschaft zu vermeiden und auszuschliessen, bevor hohe Mengen an Vitamin A eingenommen werden. (56)

Retinitis pigmentosa

Retinitis pigmentosa ist ein Oberbegriff für ein breites Spektrum an genetischen Störungen, die zum fortschreitenden Verlust von Zellen (Stäbchen und Zapfen) in der Netzhaut des Auges führen (33). Frühsymptome der Retinitis pigmentosa sind eine schlechte Anpassung an die Dunkelheit und Nachtblindheit, gefolgt vom fortschreitenden Verlust des peripheren und zentralen Sehvermögens im Laufe der Zeit. Die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie in über 600 Patienten mit gemeinsamen Formen der Retinitis pigmentosa, die eine Ergänzung mit täglich 4500 mcg (15000 IE) Vitamin A (Retinol) erhielten, waren eine deutliche Verlangsamung des Verlusts der retinalen Funktion über einen Zeitraum von 4 bis 6 Jahren (34). Im Gegensatz dazu erhöhte die Ergänzung mit täglich 400 IE Vitamin E (synthetisches Alpha-Tocopherol) den Verlust der Funktion der Netzhaut um einen kleinen, aber signifikanten Betrag. Dies deutet darauf hin, dass Patienten mit gemeinsamen Formen der Retinitis pigmentosa von einer langfristigen Ergänzung mit Vitamin A profitieren können, aber eine Ergänzung mit synthetischem Vitamin E in höheren Konzentrationen als solche in einem typsichen Multivitamin vermeiden sollten (die Gabe des natürlichen Spektrums an Tocopherolen wurde hier nicht untersucht). Eine Beobachtung der Teilnehmer für bis zu 12 Jahren ergab keine Anzeichen einer Leber-Toxizität als Folge der hochdosierten Ergänzung mit Vitamin A (35). Die hochdosierte Ergänzung mit Vitamin A zur Verlangsamung der Retinitis pigmentosa erfordert ärztliche Kontrollen und muss abgebrochen werden, bevor bei Frauen die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

Akute promyelozytische Leukämie

Durch normale Differenzierung der Myelozyten-Stammzellen im Knochenmark entstehen Blutplättchen, rote Blutkörperchen und weiße Blutkörperchen, die für die Immunantwort wichtig sind. Eine krankhaft veränderte Differenzierung der Stammzellen führt zur Verbreitung von unreifen leukämischen Zellen, was zu Leukämie führt. Bei Patienten mit einer bestimmten Art von Leukämie, der sogenannten akuten promyelozytischen Leukämie (APL), wurde eine Mutation des Retinolsäure-Rezeptors (RAR) entdeckt. Die Behandlung mit All-Trans-Retinolsäure oder mit hohen Dosen von All-Trans-Retinylpalmitat kann eine normale Differenzierung wiederherstellen und führt zu einer Verbesserung in einigen APL-Patienten (2, 18).

Hautkrankheiten (Akne, Schuppenflechte)

Sowohl natürliche als auch synthetische Retinoide wurden als pharmakologische Wirkstoffe zur Behandlung von Erkrankungen der Haut eingesetzt. Etretinate und Acitretin sind Retinoide, die sich zur Behandlung von Psoriasis (Schuppenflechte) erwiesen haben, während Tretinoin (Retin-A) und Isotretinoin (Accutan) erfolgreich zur Behandlung von schwerer Akne eingesetzt werden konnte. Retinoide haben mit hoher Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf die genetische Transkription von Wachstumsfaktoren der Haut und deren Rezeptoren (2). Auch bei der äusserlichen Anwendung gilt, dass die Verwendung von pharmakologischen Dosen von Retinoiden bei Schwangeren Geburtsfehler verursachen kann.

 

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