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Zahl der asthmakranken Kinder steigt um 33 Prozent

Asthma-Experten fordern "maßgeschneiderte" Behandlung

Fast jeder dritte Deutsche leidet heute unter einer Allergie, Tendenz steigend. Gerade bei Kindern aber werden Allergien oft selbst von den aufmerksamsten Eltern nicht erkannt. Allergischer Dauerschnupfen kann leicht als Infektanfälligkeit oder Ausschläge können als Kinderkrankheiten missgedeutet werden. Die mögliche Folge, schon bei Kindern: chronisches Asthma.

Asthma-Erkrankungen bei Kindern nehmen in bedrohlichem Maße zu. Bei einer Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin wurden die Ergebnisse der weltweiten ISAAC-Studie veröffentlicht. Die Untersuchung von 8.000 Kindern ergab: Die Zahl der asthmakranken Kinder ist in Deutschland allein innerhalb der letzten sechs Jahre (1995 bis 2001) um 33 Prozent gestiegen.

Bereits in den ersten beiden Klassen der Grundschule nahm der Anteil der Kinder mit Asthma von 9,6 Prozent im Jahre 1995 auf 12,3 Prozent (2001) zu. Unter den 13- bis 14-Jährigen leidet sogar mittlerweile jeder sechste Teenager (2001: 17,5 Prozent, 1995: 14,1 Prozent) unter den typischen Symptomen Keuchen, Husten, verschleimten Bronchien und Atemnot. Damit ist Asthma zur häufigsten chronischen Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden.

Deshalb sollten Eltern sich nicht scheuen, ihr Kind schon bei Verdacht auf eine Allergie einem Allergologen vorzustellen. Denn der beherrscht die detektivische Sucharbeit nach dem Stoff, der den Körper so überschießend reagieren lässt. Ratsam kann der Besuch beim Facharzt auch schon bei Kleinkindern sein. Als Faustregel gilt: Ein Immunsystem, das "reif" genug ist, allergisch zu reagieren, reagiert auch auf Allergietests.

Der bei Kindern am häufigsten angewandte Allergietest ist der "Pricktest". Er ist allerdings nur für Kinder sinnvoll, die stillhalten und die unangenehme Prozedur aushalten können. Der Pädiater (Kinderarzt) Professor Dr. Ulrich Wahn aus Berlin findet es "geradezu abartig", bei einem Kind einen Hauttest zu machen: "Hauttests bei Kleinkindern grenzt an Kindesmisshandlung." (Das Zitat von Prof. Wahn erfolgte während des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Penumologie (GPP) und der 22. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) vom 13. bis 16. März 2002 in Bochum.)

Schonender und für alle Kinder geeignet ist der Labor-Test. Hierbei wird ein wenig Blut abgenommen und im Labor untersucht. Dieser Test bestimmt die auslösenden Allergene sehr genau. Nach Ansicht des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) und der Deutschen Gesellschaft für Allergie und Immunitätsforschung (DGAI) belasten die Laboruntersuchungen im Unterschied zu meist verwendeten Hauttests die kleinen Patienten weniger und vermeiden auch bei hochgradiger Sensibilisierung jegliche Gefährdung. Zudem bieten sie den Vorteil einer genaueren Kontrolle und Präzision der Ergebnisse.

Angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung von allergischen Erkrankungen kommt es mehr denn je darauf an, den betroffenen Kindern eine "maßgeschneiderte" Behandlung zukommen zu lassen, fordern Asthma-Experten. Denn zurzeit werden die Therapie-Empfehlungen der Ärzte von einem hohen Prozentsatz der kleinen Patienten nicht befolgt. Der Hauptgrund für die mangelnde Therapietreue: Die meisten herkömmlichen Asthma-Medikamente müssen umständlich inhaliert werden, oft mehrmals täglich, häufig über Jahre hinweg.

(aus: Sonderpressedienst „Allergie“, April 2002)

 

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