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Ausgabe November 2014

Neues zur Influenza-Impfung & Schwangerschaft

Schwangere sind durch eine Influenza besonders gefährdet. Bei ihnen kommt es häufiger zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung. Das kann negative Folgen sowohl für die Schwangere als auch für das Kind haben. Eine Grippe während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für eine Frühgeburt um das Vierfache.3 Auch das Risiko eines fetalen Todes wird durch eine Influenza erhöht.4 Schwangeren Frauen wird daher seit 2010 von der STIKO die Grippeimpfung empfohlen.

In der Saison 2012/2013 war allerdings nur knapp ein Viertel der Schwangeren geimpft. Viele der Schwangeren wussten laut Umfrage nicht, dass sie sich impfen lassen sollten, anderen fehlte das Vertrauen in die Impfung. Auch die Sorge, eine Impfung während der Schwangerschaft könne schaden, spielt eine Rolle.1

Wir möchten Ihnen daher aktuelle Studien vorstellen, die die Wichtigkeit und Sicherheit der Impfung auch während einer Schwangerschaft belegen.

Überschießende Immunreaktion bei Schwangeren

Bisher war unklar, warum eine Influenza bei Schwangeren häufiger mit schwerwiegen­den Komplikationen verbunden ist. Man nahm an, dass eine durch die Schwangerschaft induzierte Herabregulierung des zellulären Immunsystems dafür verantwortlich sei.

Amerikanische Forscher von der kalifornischen Stanford University wollten es genauer wissen.2, 3 Sie untersuchten das Blut von Schwangeren und nicht schwangeren Frauen und isolierten daraus die Immunzellen. Diese Zellen setzten die Wissenschaftler im Labor zunächst nichtspezifischen Stimulationen aus. Es zeigte sich, wie erwartet, dass die Immunzellen schwangerer Frauen weniger stark reagierten als die der nicht schwangeren Frauen. Nun setzten sie die Immunzellen der Frauen Influenzaviren aus. Die Reaktion der Zellen überraschte die Forscher:

Bei Schwangeren reagierten zwei Typen von Lymphozyten heftiger auf die Infektion, als bei den anderen Frauen: Natürliche Killerzellen (NK) und T-Lymphozyten. Sie produzierten verstärkt Chemokine und andere Zytokine, die Entzündungsreaktionen verschärfen.

Chemokine lösen bei Immunzellen eine Wanderungsbewegung aus. Wenn der Chemokin-Spiegel zu hoch ist, können zu viele Immunzellen angelockt werden, erklären die Forscher in einer Pressemitteilung der Universität. Durch die starke Entzündungsreaktion werde die Respiration beeinträchtigt, was erklären könne, warum Schwangere bei einer Influenza ein erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen haben, mitunter mit tödlichem Ausgang.

Sicherheit der Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Wie schon erwähnt, haben manche Schwangere die Sorge, eine Influenza-Impfung während der Schwangerschaft könne dem Fetus schaden. Die Frage nach der Sicherheit einer solchen Impfung ist natürlich maßgeblich. Auch dazu gibt es aktuelle Daten z. B. aus Norwegen. Dort wurden im Zeitraum von 2009 bis 2010 während der Pandemie mehr als 25.000 Schwangere, die sich im 2. oder 3. Trimenon befanden, gegen Grippe geimpft.4

Eine Auswertung von Daten aus den allgemeinen norwegischen Registern zu Schwanger­schaften, Influenza-Impfungen, Influenza-Infektionen und Fehl- und Totgeburten vor, während und nach der Pandemie zeigt:

Eine Influenza-Erkrankung während der Schwangerschaft führte zu einem erhöhten Risiko von Fehl- oder Totgeburten (Hazard Ratio (HR) 1,91). Eine Grippeimpfung schützte die Schwangeren effektiv, sie konnte das Risiko für eine Erkrankung deutlich (HR 0,30) verringern. Und die Impfung erwies sich als sicher, sie führte nicht zu einer erhöhten Rate von fetalen Todesfällen. Im Gegenteil, die Forscher konnten zeigen, dass das Risiko für eine Fehl- oder Totgeburt leicht gesenkt wurde (HR 0,88; dieser Zusammenhang war allerdings nicht signifikant).

Darüber hinaus wurde auch das Auftreten von Frühgeburten, geringem Geburts­gewicht und niedrigem APGAR-Wert mit der Impfung in Beziehung gesetzt, ohne dass sich ein statistisch gesicherter negativer Zusammenhang ergeben hätte.

Zuvor hatte schon eine texanische Studie die Sicherheit und Effizienz der Influenza­impfung für Schwangere belegt. Sie zeigte, dass die Frühgeburtenrate zurück­geht und werdende Mütter, die sich gegen Influenza haben impfen lassen, ihre Kinder seltener tot zur Welt bringen.5

Fazit

Es gibt keine Hinweise für schädigende Wirkungen auf den Fetus, wenn die Mutter gegen Influenza geimpft wird. Ganz im Gegenteil: In Anbetracht des Risikos, das eine mütterliche Influenzainfektion sowohl für die Mutter als auch für den Fetus darstellt, gibt es keinen Grund, schwangere Frauen nicht gegen Influenza zu impfen.

Neugeborene profitieren von der Impfung ihrer Mütter zusätzlich dadurch, dass über die Plazenta Antikörper von der Mutter an das Kind weitergegeben werden, die dem Neugeborenen einen gewissen Schutz in den ersten Monaten nach der Geburt verleihen.6 

Impfempfehlung

  • Bei den in Deutschland zugelassenen Influenza-Impfstoffen für Erwachsene handelt es sich um Totimpfstoffe. Eine Impfung ist daher grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die Impfung dennoch erst ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Damit soll verhindert werden, dass die im 1. Schwangerschaftsdrittel häufiger auftretenden Spontanaborte fälschlicherweise mit der Impfung in Verbindung gebracht werden und so im Einzelfall für die Betroffenen zu einer besonderen psychischen Belastung werden. Das wird übrigens grundsätzlich mit allen Impfungen so gehandhabt.
  • Schwangere Frauen, bei denen aufgrund einer chronischen Grunderkrankung eine zusätzliche Indikation zur Influenza-Impfung besteht, sollten unabhängig vom Schwanger­­schafts­stadium geimpft werden.
  • Eine Impfung ist auch während der Stillzeit sinnvoll und erfordert keine Stillpause.

Flyerserie für die Praxis

Mit Hilfe unseres Flyers „Impfungen in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Frauen mit Kinderwunsch“ möchten wir die Impfberatung in Ihrer Praxis erleichtern.

Weitere Flyer aus der Serie: Impfungen für Babys in den ersten Lebens­monaten, Kinder und Jugendliche zwi­sch­­en 1 und 17, Erwachsene ab 18 Jahre, für Menschen ab 60 Jahren sowie Impfungen bei verschiedenen chronischen Erkrankungen.

 

Verpackungseinheit: 50 Stück – Stellen Sie Ihr Paket gern auch gemischt zusammen:


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(Preis zzgl. MwSt. und Versandkosten)

FAX-Bestellung: 06421 293-170 und 293-187
Sie erreichen uns auch telefonisch unter (06421/293-0) oder per Mail über bestellannahme@dgk.de.

 Quellen:

  1. Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Paul-Ehrlich-Instituts und der Arbeitsgemeinschaft Influenza, vom 23.9.2014
  2. Alexander W. Kaya et al.: Enhanced natural killer-cell and T-cell responses to influenza A virus during pregnancy; PNAS online veröffentlicht am 27.8.2014, doi: 10.1073/pnas.1416569111
  3. Pressemitteilung des Stanford Medicine News Centers / U.S.A. vom 22.9.2014: Immune response turned up high by flu during pregnancy, Stanford/Packard study finds http://med.stanford.edu/news/all-news/2014/09/immune-response-turned-up--not-down--by-flu-during-pregnancy--st.html
  4. Siri E. Håberg et al.: Risk of Fetal Death after Pandemic Influenza Virus Infection or Vaccination; New Engl. J. Med. 368:333-340 24.1.2013 DOI: 10.1056/NEJMoa1207210
  5. Sheffield, J. S. et al.: Effect of Influenza Vaccination in the First Trimester of Pregnancy; Obstet. Gynecol. 120: 532–7, 2012
  6. Warum wird die saisonale Influenzaimpfung auch für Schwangere empfohlen? http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/FAQ03.html

 

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