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Ausgabe Mai 2014

Masern-Impfung: Zwei Argumente, die kritische Eltern umstimmen könnten

Viele Kinder werden zu spät geimpft, weil die Eltern Impfungen skeptisch gegenüber stehen und sie hinausschieben. Dabei zeigen gerade frühe Impfungen eine bessere Verträglichkeit. Außerdem tragen vor allem Kleinkinder nach einer Maserninfektion ein hohes Risiko, noch Jahre später an einer tödlichen Gehirnentzündung zu erkranken. Für die, die nicht geschützt werden können, wie Säuglinge vor dem 11. Lebensmonat, ist eine ausreichende Herdenimmunität in der Bevölkerung nötig.

Schon jetzt ist klar, dass Deutschland die Zielvorgaben der WHO zur Eradikation der Masern nicht erreicht. Um das Ziel zu erreichen, darf in den drei vorangegangenen Jahren jeweils nur ein Fall pro eine Million Einwohner aufgetreten sein. Für Deutschland bedeutet dies, dass maximal 80 Masernfälle pro Jahr auftreten dürften. Doch diese Höchstmarke wurde hierzulande in der Vergangenheit immer überschritten. So auch jetzt: Die Hälfte des Jahres 2014 ist noch nicht um, da gibt es schon  131 Meldungen an das Robert Koch-Institut (RKI) (Datenstand: 21.5.14).

Die Ausbrüche sind auf eine zu hohe Zahl Ungeimpfter zurückzuführen.

Warum unterbleiben die Impfungen? Eltern, die ihre Kinder nicht (oder nicht rechtzeitig) impfen lassen, sind laut RKI in den wenigsten Fällen Impfgegner. Die Ursache für unterlassene Impfungen ist meist in einer gewissen „Impfskepsis“ zu suchen (1). Tatsächlich kennen viele Eltern bedrohliche Erkrankungen nur noch aus Erzählungen, wodurch der Respekt vor diesen Erkrankungen gesunken ist. Hinzu kommt eine übersteigerte Angst vor Nebenwirkungen. Die möglichen Gefahren der Impfung werden deutlich über-, die Krankheit dagegen unterschätzt. So manche Eltern lassen ihre Kinder daher nur teilweise oder verzögert impfen. Sie wollen ihren Kleinen „nicht zu viel auf einmal zumuten“.

Doch zwei Argumente könnten die Eltern umstimmen. Zum einen wird die Masernimpfung besser vertragen, wenn sie frühzeitig verabreicht wird: Amerikanische Forscher zeigten, dass  Fieber und Fieberkrämpfe weniger häufig auftraten, wenn die Kinder frühzeitig geimpft wurden (2).

Zum anderen kann eine Verzögerung der Masernimpfung gefährlich werden. Denn das Risiko schwerwiegender Komplikationen durch eine Masernerkrankung ist bei Kindern unter fünf Jahren (und bei Erwachsenen über 20) am höchsten. Dies sollte man Eltern vor Augen führen. Bei einer Erkrankung im frühen Kindesalter ist die Gefahr einer subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE), der gefürchtetsten Spätkomplikation nach einer Maserninfektion, besonders erhöht. Eine SSPE beginnt in der Regel schleichend vier bis zehn Jahre nach der Maserninfektion und führt unweigerlich zum Tod. Wissenschaftlern der Universität Würzburg zufolge kommt es bei einem von 3.300 masernkranken Kindern im Alter unter fünf Jahren zu einer SSPE (3). Je jünger die Kinder bei der Infektion sind, desto größer die Gefahr.

Zwar trat 2013 ein hoher Anteil der Masernerkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, die höchste altersspezifische Inzidenz fand sich jedoch laut RKI bei Kindern im ersten Lebensjahr und bei einjährigen Kindern (1). Um diese Gruppe besser zu schützen, ist es wichtig, die Masernimpfung zum von der STIKO empfohlenen Zeitpunkt wahrzunehmen und die Herdenimmunität zu verbessern.

In Bezug auf die Herdenimmunität rücken vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in den Blickpunkt, bei denen es gravierende Impflücken gibt. Daher empfiehlt die STIKO seit 2010 allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und entweder gar nicht, oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden, bzw. bei denen der Impfstatus unbekannt ist, eine Impfung gegen Masern.

Quellen:
(1) Epidemiologisches Bulletin 2. Dezember 2013 / Nr. 4, Aktuelle Epidemiologie und Impfquoten – Wer erkrankt in Deutschland an Masern?
(2) Ali Rowhani-Rahbar: Effect of Age on the Risk of Fever and Seizures Following Immunization with Measles-Containing Vaccines in Children; JAMA Pediatr. 2013, 167, doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.2745
(3) Katharina Schönberger et al.: Epidemiology of Subacute Sclerosing Panencephalitis (SSPE) in Germany from 2003 to 2009: A Risk Estimation; POLS ONE online publiziert am 9.7.2013, DOI: 10.1371/journal.pone.0068909

 

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