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Ausgabe Januar 2015

Impfreaktion oder Impfkomplikation?

Wenn nach einer Impfung die Temperatur steigt, Kopf- und Gliederschmerzen oder Unwohlsein auftauchen, entsteht oftmals Unsicherheit. So manch einer nimmt Reaktionen auf Impfungen als Krankheitssymptom wahr.

„Leichtes Fieber für einige Tage nach einer Impfung ist keine schwere Nebenwir­kung, sondern eher ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem anfängt zu arbeiten“, erklärt Dr. Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI). 

Für Ärzte ist es im Rahmen der Impfaufklärung wichtig, auf den Unterschied zwischen normalen Impfreaktionen und wirklichen Komplikationen hinzuweisen.

„Besonders angebracht ist dies bei der Influenza-Impfung, bei der die Impfreaktionen der Grund dafür sind, dass die Grippe-Impfung  fälschlicherweise für das Auftreten grippeähnlicher Erkrankungen im Zusammenhang mit der Impfung verantwortlich gemacht wird,“ sagt Dr. Ute Arndt, Immunlogin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. Die Impfcompliance lässt dementsprechend zu wünschen übrig.

Die Benennung der Kategorien verschiedener Impfwirkungen ist in der Literatur uneinheitlich. Wir möchten Ihnen die Kategorien vorstellen, die dem Wortge­brauch der Ständigen Impfkommission (STIKO) entsprechen.

Die erste (Lokal- und Allgemeinreaktionen) und zweite Kategorie (Komplikationen) sind für den Arzt im Rahmen der Impfaufklärung wichtig. Kategorie drei und vier sollten bekannt sein, um auf Nachfragen der Patienten reagieren zu können.

1. Lokal- und Allgemeinreaktionen

Diese Reaktionen sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab.

Typische lokale Beschwerden nach einer Impfung sind laut STIKO Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle. Auch Allgemeinreaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein sind möglich. Sie unterliegen, wenn sie das übliche Ausmaß nicht überschreiten, keiner Meldepflicht.

Doch wo genau ist die Grenze zwischen üblichem und nicht-üblichem Ausmaß? Zu einem üblichen Ausmaß der beschriebenen Reaktionen gehören

  • für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) anhaltende Rötungen, Schwellungen oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle
  • Fieber unter 39,5 °C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe und Schwellungen regionärer Lymphknoten
  • im Sinne einer „Impfkrankheit“ zu deutende Symptome. Diese können typischerweise nach dem Verabreichen von Impfstoffe auftauchen, die auf der Basis abgeschwächter Lebendviren hergestellt werden. Dazu gehören die Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sowie Varizellen. Die Symptome (Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, Masern- oder Windpocken-ähnliche Hautausschläge) treten 1 bis 3 Wochen nach der Impfung auf.


Diese Lokal- und Allgemeinreaktionen sind bereits im Rahmen der Zulassungsstudien eines Impfstoffes beobachtet und erfasst worden, und den entsprechenden Fachinformation zu entnehmen.

2. Komplikationen

Impfkomplikationen sind über das Maß hinausgehende Beschwerden, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung beobachtet werden. Ein ursächlicher Zusammenhang sollte als gesichert oder überwiegend wahrscheinlich gelten. Als Beispiele seien Fieberkrämpfe bei Kleinkindern nach verschiedenen Impfungen und allergische Reaktionen oder Neuritiden nach einer Tetanus-Impfung genannt.

3. Krankheiten/Krankheitserscheinungen im ungeklärten ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung

Dabei handelt es sich um Einzelfallberichte oder begrenzte Studienergebnisse, in denen über Symptome im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung berichtet wurde und bei denen es sich um ein zufälliges Zusammentreffen von Impfung und selbstständigen Krankheitserscheinungen handeln könnte. Beispiel: Krampfanfall nach Influenza-Impfung.

4. Hypothesen und unbewiesene Behauptungen

Ein bekanntes Beispiel ist der behauptete Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus. Es gab dazu eine Veröffentlichung im Lancet, die nachweislich gefälscht war. Dieser und anderen Hypothesen stehen qualifizierte Studien gegenüber, die keine Evidenz für einen ursächlichen Zusammenhang der betreffenden Krankheit mit der Impfung finden konnten.


Aufklärung vor der Impfung

Vor jeder Impfung, auch über öffentliche Impfstellen, ist eine Impfaufklärung notwendig, sie ist Teil der zu erbringenden Impfleistung. Nur bei weiteren Impfungen einer Grundimmunisierung kann die ausführliche Aufklärung entfallen. Die STIKO hat festgelegt, was die Aufklärung beinhalten muss. Dazu gehören selbstverständlich auch die Hinweise über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen, die dem Nutzen der Impfung gegenüber gestellt werden, Empfehlungen über Verhaltensmaß­nahmen im Anschluss an die Impfung u. a. mehr.

Diese Aufklärung darf mit einem vorgefertigten Merkblatt durchgeführt werden, wobei in einem anschließenden Gespräch Gelegenheit zu weiteren Fragen gegeben werden muss.


Für alle hierzulande gebräuchlichen Impfungen hat das Deutsche Grüne Kreuz e. V. nach den Maßgaben der STIKO Aufklärungsbögen erstellt. Sie sind in für Patienten verständlicher Sprache verfasst und werden laufend aktualisiert.

Über www.dgkshop.de können die Bögen bezogen werden.

 

 

 

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