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Thema des Monats
04.07.18 16:15

HPV-Impfung für Jungen:

STIKO empfiehlt bereits 2 Monate vor Erscheinen der Empfehlung 2018 / 2019 die HPV-Impfung für Jungen ab 9 Jahren.

 

Eine Einschätzung von Dr. Jan Leidel

Bereits am 5. Juni 2018 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) darüber informiert, dass sie auf ihrer 90. Sitzung am 5. Juni 2018 beschlossen habe, die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) nunmehr auch für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren zu empfehlen. Eine in diesem Alter versäumte Impfung solle bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Die Empfehlung der Impfung für Mädchen bleibt unverändert.

Inzwischen ist auch bereits die Begründung erschienen (Epi. Bulletin Nr. 26/2018), zwei Monate, bevor die gesamte STIKO-Empfehlung aktualisiert wird. Die Empfehlung ist damit in Kraft getreten, allerdings gilt die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen erst, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Impfempfehlung in seine Schutzimpfungsrichtlinie übernommen hat und diese im Bundesanzeiger veröffentlicht ist. Für seine Entscheidung hat der G-BA drei Monate Zeit.

Die Frage, ob auch Jungen diese Impfung erhalten sollten, hat schon eine längere Geschichte. In der Empfehlung der STIKO, die Mädchen zu impfen (Epidem. Bull. 12/2007), heißt es: „Über die epidemiologische Wirksamkeit der Immunisierung von Jungen und Männern zur Verhinderung der Infektion bei Frauen liegen keine ausreichenden Daten vor.“ Tatsächlich ist es ja naheliegend, dass es bei einer ganz überwiegend sexuell übertragenen Infektion sinnvoll ist, beide Geschlechter zu impfen. Wie groß der zusätzliche Effekt für Mädchen und Frauen aber tatsächlich sein kann, war nicht bekannt. Und wegen des hohen Preises der Impfung hielt die STIKO es für wichtiger, möglichst viele Mädchen zu impfen und dadurch zu schützen.

Auch in der Folge zeigte sich, dass die zusätzliche Impfung der Jungen zur Verhütung des Gebärmutterhals-Krebses allenfalls bei sehr geringer Impfbeteiligung der Mädchen eine sinnvolle und kosteneffektive Maßnahme darstellen könne.

Mehr und mehr wurde aber deutlich, dass die Jungen selbst von der Impfung gegen Humane Papillomviren profitieren können. Denn nicht nur Cervix-, Vulva- und Vagina-Karzinome sind mit HPV-Infektionen assoziiert, sondern auch Anal- und Peniskarzinome sowie Karzinome im HNO-Bereich.

Die hohen Anforderungen an Evidenz, die die STIKO sich selbst auferlegt hat, haben notwendigerweise zur Folge, dass Klärungs- und Entscheidungsprozesse relativ viel Zeit benötigen. Dafür kann man dann aber auch sicher sein, dass die Entscheidungen wirklich auf der Basis der besten verfügbaren Evidenz getroffen wurden. Ich begrüße diese Entscheidung der STIKO sehr und hoffe, dass dies die Teilnahme an der HPV-Impfung auch bei den Mädchen nochmals deutlich steigert. Denn es ist schwer erträglich, wie wenige Mädchen nach wie vor diesen wichtigen und guten Schutz erhalten. Daten der KV-Impfsurveillance bis Ende 2015 zeigen, dass von den 15-jähtigen Mädchen (also dem Alter, in dem die Impfung eigentlich abgeschlossen sein sollte) in Deutschland im Durchschnitt nur 31,1% geimpft sind. Dabei sind immer noch deutliche Unterschiede zwischen den neuen (42,2%) und den alten (29,1%) Bundesländern zu verzeichnen. Länder wie Großbritannien oder Schweden erreichen u. a. durch schulbasierte Programme Impfbeteiligungen von 80% und mehr. Vielleicht rücken wir diesem Ziel mit der neuen Empfehlung etwas näher.


 

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