Jetzt erst recht: Impfungen nicht wegen der Corona-Epidemie vernachlässigen

Erstellt am 31.03.2020

Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Center for Disease Control and Prevention (CDC), das US-amerikanische Pendant zum deutschen RKI, rufen dazu auf, wenn irgend möglich, die notwendigen Impfungen für Kinder in den beiden ersten Lebensjahren weiterzuführen. Das RKI nennt explizit die 6fach-Impfung, die Pneumokokkenimpfung und auch die Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfung. Aber natürlich auch alle anderen Altersgruppen oder besonders Gefährdete sind gut beraten, ihren Impfschutz nötigenfalls auffrischen zu lassen. Sonst würden Infektionen, vor denen man sich mit Impfungen hätte schützen können, später wieder deutlich ansteigen. Ganz naheliegend ist aber gerade in der Coronakrise, alle anderen Erreger von Lungenentzündungen zurückzudrängen – durch einen guten Impfschutz in der Bevölkerung. Das gelingt durch Immunisierung gegen Pneumokokken und Influenza in den gefährdeten Gruppen, aber auch gegen Keuchhusten. Und viele wissen nicht, dass sowohl bei Masern als auch bei Windpocken eine Lungenentzündung als Komplikation vorkommen kann. Die Angst, in Corona-Zeiten zu impfen, ist laut RKI unbegründet: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung beeinflusst wird. Durch Impfungen wird der Impfling vor Infektionen geschützt, die ihn auch in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden oder schädigen können.“

Selbstverständlich muss der Praxisbesuch zuvor sorgfältig geplant und durchgeführt werden – im eigenen Interesse und in Verantwortung für andere. Das bedeutet z.B., dass nur Kinder ohne Atemwegssymptome oder Fieber kommen dürfen, am besten mit nur einem Elternteil und ohne Geschwister. Ansonsten muss der Impftermin um 2 Wochen verschoben werden. Bei Erwachsenen, die bereits in der Praxis sind, können Impfungen sofort erfolgen. Patienten, die als COVID-19-Risikopatienten gelten, sollten vorab mit ihrer Praxis Rücksprache halten, ob der benötigte Impfstoff auch vorhanden ist und keinesfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin fahren und im Wartezimmer sitzen. 

Quellen: 

COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Stand 30.03.2020 

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/COVID-19-Impfen.html 

Deutsche Akademie für Kinder und Jugendmedizin. www.dakj.de/stellungnahmen/covid-19-impfungen-und-frueherkennungsuntersuchungen/  

 

Erstellt am 31.03.2020

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