Gefahr für jung und alt

Sie sind weit verbreitet und oft unterschätzt: Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind Bakterien und verursachen Hirnhaut-, Lungen- und Mittelohrentzündung sowie eine Sepsis ("Blutvergiftung").

Schlafendes BabyBei Säuglingen und Kleinkindern sind vor allem  Hirnhautentzündungen (Meningitis) gefürchtet, bei älteren Menschen schwere Lungenentzündungen (Pneumonien).

Behandelt wird eine Pneumokokken-Infektion mit Antibiotika. Aber diese Waffe wird zunehmend schwächer, da immer mehr Stämme der Erreger auch in Deutschland resistent werden, also auf die Behandlung nicht mehr genügend ansprechen. Außerdem verläuft die Krankheit oft hochakut, so dass eine Behandlung nicht immer ausreichend greifen kann.

Bereits seit vielen Jahren kann man jedoch gegen Pneumokokken impfen, mit sogenannten Konjugat-Impfstoffen und mit Polysaccharid-Impfstoffen. Die STIKO empfiehlt die Impfung bereits seit 1998 routinemäßig für alle Menschen ab 60 Jahre sowie für chronisch kranke Menschen (z. B. Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, bei Diabetes  oder Störungen der Immunabwehr).

Seit 2006 ist die Pneumokokken-Impfung Bestandteil des Standardimpfkalenders für Kinder. So sollen alle Kinder ab dem 2. Lebensmonat einen Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff erhalten. Mit den Empfehlungen von 2015 änderte sich das zuvor  4 Impfungen umfassende Impfschem auf das sogenannte 2+1-Schema. Demnach bekommen Säuglinge je eine Impfung mit 2 und 3 Lebensmonaten sowie eine 3. Dosis mit 11 bis 14 Monaten. Lediglich Frühgeborene erhalten nach dem "alten" Schema insgesamt 4 Impfungen. Wurde die Impfung versäumt, kann und soll bis zum 2. Geburtstag nachgeimpft werden, die Anzahl der Impfungen richtet sich nach dem Alter, wenn die Impfserie begonnen wird. Die Pneumokokken-Impfung kann parallel mit den anderen Kinderimpfungen, zum Beispiel 5- oder 6-fach-Impfstoff, gegeben werden.