(smog) Der Shiitake-Pilz (Lentinus edodes) wird wegen seiner hervorragenden Würz- und Geschmackseigenschaft auch in Deutschland als Speisepilz geschätzt, gezüchtet und in größeren Mengen verzehrt. Ihm wird auch eine für die Gesundheit rundum positive Wirkung zugeschrieben.

Doch für einige wenige Menschen hat der Verzehr dieser Pilze gesundheitlich unangenehme Folgen: Wenige Stunden nach der Mahlzeit tritt die so genannte Shiitake- oder Flagellanten-Dermatitis auf, streifen-förmige, peitschenhiebähnliche Rötungen an Armen, Beinen und Nacken.
Dabei handelt es sich vermutlich um eine Überempfindlichkeitsreaktion auf das im Pilz enthaltene Polysaccharid Lentinan.

Die bisherige Empfehlung lautete deshalb, Shiitake-Pilze nur gut durchgekocht oder gut durchgebraten zu verzehren. Neuere Berichte von Ärzten wiesen jedoch darauf hin, dass die Zubereitungsart bei dafür empfindlichen Menschen keinen Einfluss auf die Gesundheitsstörung hat. Auch der Verzehr von gut durchgekochten Shiitake-Pilzen kann zu solchen Hautrötungen führen. Allerdings wurden in Deutschland bisher nur wenige Fälle beobachtet.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin rät daher, nach dem Verzehr von Shiitake-Pilzen auf mögliche Unverträglichkeitsreaktionen zu achten. Bei ersten Anzeichen sollte auf den weiteren Genuss dieser Delikatesse verzichtet und ein Arzt aufgesucht werden. Da möglicherweise UV-Licht die Reaktion verstärken kann, sollten die betroffenen Hautpartien nicht der Sonne ausgesetzt werden.
Quelle: Gesundheitliches Risiko von Shiitake-Pilzen, Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 23.06.2004

(Umwelt und Gesundheit smog, Jg. 32, 3 – 2004)