Gefahr durch Zecken lauert nicht nur in Wald und Wiese. Wie eine Studie unter Beteiligung des Robert Koch-Institutes in Berlin zeigte, stellt der direkte Kontakt mit Büschen in Gärten ein bisher unterschätztes Risiko dar, über Zeckenstiche an Lyme-Borreliose zu erkranken.
Denn der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) kommt leider nicht nur in der freien Natur, sondern auch im heimischen Garten oder öffentlichen Grünanlagen vor. Insbesondere Gärten in Waldrandnähe können von Zecken befallen sein. Deutschlandweit kann durchschnittlich jede fünfte Zecke Borrelien übertragen.

Wer wissen möchte, ob sein Garten zeckendurchseucht ist kann den Handtuch-Test machen. Dieser Test macht sich die Verhaltensweise der Spinnentiere zu Nutze, die meist an exponierten Stellen sitzen, beispielsweise an Grashalmspitzen oder anderen Pflanzenteilen, die aus der Vegetation herausragen. Dort lauert der Holzbock auf Opfer, wobei das erste Beinpaar mit Klauen ausgestreckt wird. Mit diesen Krallen bleiben Zecken an vorbeigehenden Wirten hängen, sie werden also abgestreift.

Und so geht’s: Ein großes weißes Tuch oder Handtuch wird wie eine Fahne an einem Stock befestigt. Das gesamte Tuch wird nun über die Vegetation gezogen. Zecken kommen an Pflanzen bis in einer Höhe von maximal 1,5 Meter vor. Auf den Pflanzen lauernde Zecken verfangen sich mit ihren Krallen in dem Stoff. Da er weiß ist, erkennt man die unterschiedlichen und zum Teil winzigen Stadien der Zecken relativ gut und muss sie nur noch mit Hilfe einer Pinzette vom Tuch absammeln.

Haben Sie bei Ihrer Untersuchung Zecken im Garten entdeckt, sollten Sie es den Parasiten so ungemütlich machen, dass sie sich lieber verziehen. Zecken bevorzugen schattige Stellen und brauchen zum Überleben unbedingt feuchten Boden, wohin sie sich regelmäßig zurückziehen.
Sorgen Sie durch Gehölzschnitt für mehr trocknenden Sonneneinfall. Beseitigen Sie Laub, Mull und Moos und halten Sie das Gras kurz. Rasenflächen sollten so wenig wie möglich gesprengt werden.

Falls für Sie in Ihrem Garten solche Maßnahmen nicht infrage kommen, sollten Sie sich und andere Gartennutzer vor Zeckenstichen schützen. Dazu gehört das Tragen von langer Kleidung, das Auftragen wirksamer Zeckenschutzmittel - zumindest bei der Gartenarbeit - und das regelmäßige Absuchen des Körpers nach Zecken.

Der Zeckenstich selbst ist für den Menschen meist nicht zu spüren, die Folgen hingegen schon...
Heimlicher Stich: Der Zeckenstich selbst ist für den Menschen meist nicht zu spüren, die Folgen hingegen schon...
Foto: Autan