Impfempfehlungen für die Reise
Neues von STIKO und DTG

Im Epid. Bulletin 27/2026 wurden die diesjährigen Empfehlungen zu Reiseimpfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) veröffentlicht.
Neben einigen formalen Neuerungen gibt es inhaltliche Änderungen, z. B. in den Verbreitungskarten oder bei den Impfungen für Immunsupprimierte. Diesbezügliche Empfehlungen, die über die aktuell gültigen Empfehlungen der STIKO hinausgehen, sind im Text lila unterlegt.
Empfehlungen für Personen mit Immundefizienz
Im Rahmen der Grundimmunisierung gegen Hepatitis A wird für diese Personengruppe eine zusätzliche Impfstoffdosis eines monovalenten Hepatitis-A-Impfstoffs vor Abreise empfohlen. Die 2. Impfstoffdosis kann sowohl am selben Tag als auch im Abstand von 1 Monat gegeben werden, zur Vervollständigung der Grundimmunisierung ist gemäß STIKO und Fachinformation eine 3. Impfstoffdosis im Mindestabstand von 6 Monaten empfohlen.
Aufgrund einer möglicherweise schwächeren und kürzer andauernden Immunantwort auf den Meningokokken-ACWY-Impfstoff wird für Personen mit Immundefizienz empfohlen, eine 2. Impfstoffdosis im Abstand von 4 bis 8 Wochen zur 1. MenACWY-Impfstoffdosis zu verabreichen.
Bei manchen Formen der Immundefizienz kann eine 2. Impfstoffdosis des altersentsprechend empfohlenen Influenza-Impfstoffs im Abstand von 4 Wochen erwogen werden (z. B. bei erstmaliger Impfung nach autologer oder allogener Stammzelltransplantation).
Grundsätzlich sollten Schnellimpfschemata bei Personen mit Immundefizienz nicht zur Anwendung kommen.
Änderungen in den Verbreitungskarten
Die Karten finden sich nicht mehr in den einzelnen Beiträgen, sondern übersichtlich zusammengefasst am Ende der Publikation.
Größere Änderungen gibt es bei FSME bzw. Tick-borne encephalitis (TBE), seit 2026 wird ganz Skandinavien als TBE-Risikogebiet eingestuft.
In der Hepatitis-A-Verbreitungskarte werden Europa und der Mittelmeerraum noch einmal vergrößert herausgehoben, Grönland wird 2026 nicht mehr als Hepatitis-A-Endemiegebiet eingestuft.
Die Karte zur Japanischen Enzephalitis (JE) ist mit Ländernamen versehen und dadurch übersichtlicher. Die Einteilung wurde vereinfacht, es wird nur noch unterschieden zwischen Regionen mit JE-Vorkommen oder JE-freie Gebiete. Dadurch ist Australien insgesamt jetzt als JE-Region eingestuft, was die Reiseberatung erleichtern dürfte, vor allen bei den beliebten Rundreisen.
In der Meningokokken-ACWY-Karte wurde Saudi-Arabien mit der nationalen Nachweispflicht bei Pilgerreisen orangerot gekennzeichnet.
Größere Änderungen verglichen mit 2025 gibt es in der Tollwutkarte, hier wurde eine weitere Kategorie eingeführt, so dass es jetzt vier Unterscheidungen gibt:
- hohes Risiko für Tollwut bei Hunden; nicht frei von Tollwut bei anderen Reservoirtieren
- moderates Risiko für Tollwut bei Hunden; nicht frei von Tollwut bei anderen Reservoirtieren
- (weitestgehend) frei von Tollwut bei Hunden; nicht frei von Tollwut bei anderen Reservoirtieren
- frei von terrestrischer Tollwut (inkl. Tollwut bei Hunden); nicht frei von Tollwut bei Fledertieren
Demnach gilt jetzt auch Australien als frei von terrestrischer Tollwut (inkl. Tollwut bei Hunden); nicht frei dagegen von Tollwut bei Fledertieren.
Im Kapitel Tollwut wurde außerdem ein Fließschema zur Postexpositionsprophylaxe (PEP) als Entscheidungshilfe (Quelle: RKI-Ratgeber Tollwut) eingefügt. Hierin werden Art und Ort des Kontaktes sowie die Tierart berücksichtigt.
Unter jeder Karte (mit Ausnahme der Gelbfieberkarte) wird die Impfindikation in einem Kasten aufgeführt.
Die wichtigsten Änderungen in Kürze:
- Zu Beginn jedes Kapitels zu den Erkrankungen findet sich ein Übersichtskasten mit den wichtigsten Informationen zu Übertragung, Erreger, Krankheitssymptomen, Impfindikation und weitere Präventionsmöglichkeiten.
- Die Quellen/Referenzen sind am Ende jedes Kapitels aufgelistet.
- Die Karten wurden überarbeitet und finden sich gesammelt am Schluss.
- Die Ländertabellen wurden als Anhang abgetrennt, sie gehen auch auf die Malaria-Prophylaxe ein.
- Änderungen gibt es bei der Impfung von Personen mit Immundefizienz (Hepatitis-A-, MenACWY- und Influenza-Impfung).
Erstellt am 13.08.2026
Quellen:
1. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen, Epid. Bulletin 27/2026
2. Anhang Ländertabellen zum Epid. Bulletin 27/2026
