Denguefieber & Co. – Aus welchen Ländern werden Infektionskrankheiten am meisten importiert?

Ende April 2026 berichtete das RKI über einen Anstieg importierter Denguefieberfälle nach Aufenthalt auf den Malediven, bis zum 21.4.2026 wurden 35 Fälle übermittelt. Im selben Zeitraum des Vorjahres wurden 9 Fälle, 2022 bis 2024 zwischen 5 und 13 Fälle gemeldet. Ähnliches wurde auch in anderen europäischen Ländern beobachtet, wie die dem Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gemeldeten Fallzahlen zeigen.
Mit der Zunahme an Reisenden auf die Malediven kann dieser Anstieg nicht allein erklärt werden. Laut WHO steigt die Zahl der gemeldeten Denguefieberfälle auf den Malediven seit September 2025 stark an. Im Januar 2026 wurden 631 bestätigte Fälle gemeldet, was einem 8,7-fachen Anstieg im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres entspricht.
Die Anzahl der Infektionen, die jährlich durch Reisende in ihre Heimatländer importiert werden, ist nicht nur von Veränderungen in den Reiseströmen abhängig, sondern auch von der epidemiologischen Situation in den Infektionsländern.

Jährlich Ende Novemberveröffentlich das RKI die Zahlen zu importierten Infektionskrankheiten, zuletzt am 27. November 2025. Dabei wird das Auftreten von Erkrankungen wie z. B. Hepatitis A, Typhus, Malaria und weiteren mit dem Vorjahr verglichen. Nach dem deutlichen Rückgang aufgrund der Reisebeschränkungen während der COVID-19-Pandemie haben sich die Fallzahlen seit 2023 weitgehend wieder dem Niveau von 2019 angeglichen. 

Ein starker Anstieg der Denguefieberfälle in Deutschland wurde bereits 2024 beobachtet: dem RKI wurde mit 1.717 die höchste Fallzahl seit Einführung der Meldepflicht übermittelt. Sie ist fast doppelt so hoch wie im Jahr 2023. Kriterien für ein hämorrhagisches Denguefieber oder Dengue-Schock-Syndrom (DSS) wurden 2024 laut RKI in keinem Fall erfüllt. Allerdings wurde ein Todesfall an Denguefieber gemeldet, der zwar die Kriterien eines DSS nicht ganz erfüllt, aber ein Herz-Kreislauf-Versagen lag offenbar vor.
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Tabelle 1 Denguefieber in Deutschland 2024 – die 10 am häufigsten genannten Infektionsländer, Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz

InfektionslandNennungen
Thailand406
Indonesien258
Brasilien145
Frankreich inkl. Überseegebiete99
Indien77
Mexiko56
Malediven53
Kuba53
Argentinien44
Costa Rica35

Cholera
Im Jahr 2024 wurden 4 Cholera-Erkrankungen übermittelt (2023 waren es 9), 1 Kleinkind und 3 Erwachsene. Es handelte sich um sporadische Fälle ohne bekannten epidemiologischen Zusammenhang. Als Infektionsländer wurden Eritrea, Indien, Irak und Tansania angegeben. Keine der erkrankten Personen ist verstorben.
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Chikungunyavirus-Erkrankungen
Auch die Zahl der importierten Chikungunyavirus-Erkrankungen stieg 2024 leicht an. Gemeldet wurden 51 Fälle, 2023 waren es 44. Betroffen waren auch 3 Kinder unter 5 Jahren, die übrigen Erkrankten waren zwischen 20 und 69 Jahren alt. Todesfälle traten nicht auf. Die meisten Betroffenen infizierten sich in Asien (71 %), gefolgt von den Amerikas (18 %) und Afrika (12 %). Als wahrscheinliche Infektionsländer wurden mehrfach genannt: Indien (20), die Malediven (5), Mexiko (4), Brasilien, Pakistan und die Philippinen (je 3) sowie Sri Lanka (2).
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Hepatitis A
1.001 Hepatitis-A-Fälle wurden dem RKI 2024 übermittelt, 17 % mehr als 2023. Bei 744 Erkrankungen (74 %) lagen Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland vor: für 464 (62 %) wurde Deutschland als einziges Infektionsland genannt und für 280 (39 %) Erkrankungen wurde mindestens ein Expositionsort im Ausland angegeben. Aufgrund der langen Inkubationszeit von 15 bis 50 Tagen ist in einigen Fällen nicht abgrenzbar, ob die Infektion im Ausland oder in Deutschland erworben wurde. Von den 280 Erkrankungen mit Auslandsaufenthalt lagen die Expositionsorte bei 131 (47 %) Personen in Asien, bei 67 (24 %) in Afrika, bei 64 (23 %) in Europa und bei 14 (5 %) in Amerika. Am häufigsten wurden genannt: Indien (41), Pakistan und Irak (jeweils 16), Syrien (15) sowie Ägypten, Türkei, Marokko und Spanien mit jeweils 14 Nennungen.
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Typhus
Im Jahr 2024 wurden 74 Typhus-Erkrankungen übermittelt, 5 weniger als im Vorjahr. In 2 Fällen wurde Deutschland als einzig mögliches Infektionsland angegeben. Die 3 am häufigsten genannten wahrscheinlichen Infektionsländer waren Indien (35), Pakistan (15) und Bangladesch (5), gefolgt von Indonesien (3), Afghanistan, Sri Lanka, der Türkei und Venezuela mit je 2 Nennungen sowie je 1-mal Mexiko, Namibia und Thailand. Bei 52 Personen war der Impfstatus bekannt, 94 % waren nicht gegen Typhus geimpft. Es wurden keine Todesfälle aufgrund von Typhus übermittelt.
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Im Jahr 2024 wurden keine Fälle von Fleckfieber, Läuserückfallfieber, Pest, Poliomyelitis, Tollwut oder Infektionen mit Erregern viraler hämorrhagischer Fieber übermittelt.


Erstellt: 06.05.2026

Quellen:

  1. RKI: Importierte Infektionskrankheiten 2024, Epid. Bulletin 48/2025 
  2. RKI: Anstieg importierter Denguefieberfälle nach Aufenthalt auf den Malediven Epid. Bulletin 17/2026

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