FSME 2026: zwei neue Risikogebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im Epid. Bulletin 9/2026 die aktuelle FSME-Situation in Deutschland vorgestellt. Im Jahr 2025 wur­de mit 710 FSME-Erkrankungen die zweithöchste Erkrankungszahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet. Nur 2020 (718 Fälle) wurden mehr Erkrankungen gemeldet.

    Es gibt zwei neue Risikogebiete in Deutschland, eines davon grenzt an bekannte Risikogebie­te: In Sachsen kommt der LK Nordsachsen hinzu. In Sachsen sind damit alle Regionen mit Ausnahme vom SK und LK Leipzig als FSME-Risikogebiet eingestuft. Das erste Risikogebiet in Sachsen wurde erst im Jahr 2014 gemeldet, nur 13 Jahre später sind bereits 11 aller 13 sächsischen Kreise Risikogebiete. Als dritter Kreis in Sachsen-Anhalt wird der SK Halle (Saale) Risikogebiet.

    In der Bundesrepublik Deutschland gibt es nach dem amtlichen Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes derzeit 294 Kreise bzw. Landkreise und 107 kreisfreie Städte bzw. Stadtkreise. Aktuell sind 185 davon als FSME-Risikogebiete ausgewiesen, also fast die Hälfte aller Stadt- und Landkreise:

    • 95 von 96 Kreisen in Bayern (unverändert)
    • 43 von 53 Kreisen in Baden-Württemberg (unverändert)
    • 13 von 23 Kreisen in Thüringen (unverändert)
    • 10 von 26 Kreisen in Hessen (unverändert)
    • 11 von 13 Kreisen in Sachsen (1 zusätzlicher Kreis: LK Nordsachsen)
    • 5 von 18 Kreisen in Brandenburg (unverändert)
    • 3 von 14 Kreisen in Sachsen-Anhalt (1 zusätzlicher Kreis: SK Halle (Saale))
    • 2 von 46 Kreisen in Niedersachsen (unverändert)
    • 1 von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen (unverändert)
    • 1 von 36 Kreisen in Rheinland-Pfalz (unverändert)
    • 1 von 6 Kreisen im Saarland (unverändert)

    Impfquoten vs. Infektionsrisiko

    Man sollte annehmen, dass in Bundesländern mit FSME-Risikogebieten die Impfraten am höchsten sind, immerhin bietet die FSME-Impfung den zuverlässigsten Schutz gegen die Erkrankung und wird allen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Die KV-Impfsurveillance am RKI zeigt aber etwas anderes: Die Impf­quoten in denjenigen Bundesländern, in denen die Mehrzahl der Risikogebiete liegt, betrugen im Jahr 2024 lediglich 22,6 % in Bayern, 17,2 % in Baden-Württemberg, 27,6 % in Thüringen und 18,0 % in Hes­sen.

    Und noch etwas zeigen die Daten: Ältere Erwachsene und Senioren sind deutlich schlechter geimpft als Kinder. Dies ist besonders relevant, da ältere Menschen im Vergleich zu Kin­dern bei einer FSME-Infektion ein deutlich höheres Risiko haben, schwer zu erkranken und Komplika­tionen oder bleibende Schäden zu erleiden, so das RKI. Und weiter heißt es „Um FSME-Erkrankungen zu verhindern, ist eine hohe Impfquote bei Erwachsenen besonders wich­tig, da lediglich 5 – 10 % aller übermittelten Fälle bei Kindern unter 15 Jahren auftreten, die Inzidenz ab dem Alter von 40 Jahren deutlich ansteigt und ältere Menschen ein höheres Risiko einer schweren Erkrankung haben.“

    Gründe für die niedri­gen Impfquoten waren laut einer Studie hauptsäch­lich eine geringe Risikowahrnehmung und die Angst vor Impfnebenwirkungen. Daher hat die Aufklärung über die Relevanz des Impfschutzes und die Sicherheit der Impfung in den Risikogebieten hohe Priorität.


    Quellen und weitere Informationen:

    1. Epid. Bulletin 9/2026, Stand 26.02.2026 Epidemiologischen Bulletin 9/2026
    2. RKI-Ratgeber Frühsommer-Meningo­enzephalitis (FSME) und verwandte Virus­enzephalitiden (TBE, tick-borne encephalitis), Stand:  07.02.2025
    3. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_FSME.html
    4. FAQ des Robert Koch-Instituts zu FSME, Stand 26.02.2026
    5. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html
    6. Deutsches Grünes Kreuz: www.dgk.de/fsme

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