DGK e.V. -Prof. Dr. med. Karin Schorn Gute Zusammenarbeit zwischen HNO-Arzt und Akustiker als Voraussetzung für optimale Anpassung
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Prof. Dr. med. Karin Schorn

Klinikum Großhadern – HNO-Klinik

Gute Zusammenarbeit zwischen HNO-Arzt und Akustiker als Voraussetzung für optimale Anpassung

Es ist bekannt, dass in Deutschland nur 20 Prozent der Senioren, die Hörgeräte bräuchten, tatsächlich versorgt sind. Die Gründe liegen nicht in der Qualität der zur Verfügung stehenden Hörgeräte, sondern in den Vorurteilen der Betroffenen: Das Hörgerät wird nicht als Hilfe angesehen, sondern als Prothese und wird deshalb aus Eitelkeit abgelehnt. Ferner kommen hinzu: schlechte Erfahrungen von Freunden und Verwandten, schlechte eigene Erfahrungen, schlechte Beratung durch den Hals-Nasen-Ohrenarzt und den Hörgeräteakustiker und dadurch zu hohe Erwartungen und schließlich zu hohe Kosten.

Die meisten wissenschaftlich und klinisch tätigen Audiologen sind sich darüber einig, dass eine Hörgeräteversorgung nur zum Erfolg führen kann, wenn eine gute Zusammenarbeit zwischen Hals-Nasen-Ohrenarzt und Hörgeräteakustiker erfolgt. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt hat nicht nur die Aufgabe, vor der Hörgeräteanpassung Hörtests anzufertigen, er muss auch Vorurteile ausräumen, die Motivation abchecken, beraten, warum im Einzelfall kein guter Hörerfolg möglich ist, um dadurch Erwartungen zu reduzieren, beraten, dass ein komfortables Hören vor Kosmetik geht, und vor allem die Zuzahlung abklären.

Eine wichtige Aufgabe des Hörgeräteakustikers ist nicht nur die Anfertigung der Otoplastik nach räumlichen Verhältnissen und Hörverlust, sondern auch, die Otoplastik nach Probetragen Schritt für Schritt zu modifizieren. Unverzichtbar ist die vergleichende Anpassung mit Geräten verschiedener Herstellerfirmen und unterschiedlicher Qualität und Preisgestaltung. Klinische Erfahrungen zeigen, dass selbst Hörgeräte mit identischem Frequenzgang und Verstärkung, aber verschiedener Firmen zu völlig unterschiedlichem Hörerfolg führen können. Genauso wichtig ist das Nachjustieren nach dem Probetragen und die adaptive Nachregulierung nach Wochen. Auch eine ständige Beratung bezüglich Handhabung, Batteriewechsel und die Möglichkeit von Zusatzgeräten ist erforderlich.

Der Hals-Nasen-Ohrenarzt hat dann die Aufgabe, die Zufriedenheit des Patienten abzuchecken, am besten mit einem Fragebogen, und eine Erfolgskontrolle vorzunehmen, die zumindest das Sprachverstehen ohne und mit Störgeräusch umfasst.

Wenn ein guter Kontakt zwischen Hörgeräteakustiker und Hals-Nasen-Ohrenarzt besteht, der Rückfragen zulässt, der Hörgeräteakustiker den Eindruck hat, dass der Arzt sich nicht nur für die Anpassung interessiert, sondern auch etwas davon versteht, und der Hals-Nasen-Ohrenarzt nicht nur mit einer Firma, sondern mit mehreren Akustikern zusammenarbeitet, dann dürfte die Versorgung in den meisten Fällen zur Zufriedenheit des Patienten verlaufen. Jeglicher Alleingang des Akustikers oder des Hals-Nasen-Ohren-Arztes ist zum Scheitern verurteilt.

zum Download: Startet den Datei-DownloadVortrag_Prof_Dr_Schorn.pdf

Weitere Informationen:

Lebenslauf + Foto

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