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Gesundheitslinks
www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online
www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)
www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz
www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)
www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)
www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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Universitätsklinik Frankfurt
Leitender Psychologe an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums
Psychische Belastungen und psychologische Hilfen bei Schwerhörigkeit
Vielen Schwerhörigen ist auch mit modernster Medizin und Hörgerätetechnologie nur bedingt zu helfen. Die Grenzen werden für sie dann spürbar, wenn sie als Zuhörer oder Gesprächspartner in einer geräuschbelasteten Umgebung gefordert sind. Das kann die Teilnahme an einem zwanglosen gesellschaftlichen Gespräch, einer dienstlichen Besprechung oder Konferenz oder nur das Anschauen eines Fernsehfilmes sein, bei dem die Dialoge musikalisch unterlegt sind. In jedem dieser Fälle wird der Schwerhörige, ganz oder teilweise, was oft auf das Gleiche hinausläuft, den hörenden und verstehenden Kontakt zur Situation verlieren. Solche Erlebnisse liefern die Grundlage für eine oft fatale psychische Entwicklung, deren Endstrecke durch fehlendes Selbstvertrauen, sozialen Rückzug, Niedergeschlagenheit, Gekränktheit und chronische Erschöpftheit gekennzeichnet ist.
Vertrauen, welches eine zentrale Voraussetzung für psychische Stabilität und erfolgreiche Selbstbehauptung im Alltag darstellt, ist an die Sicherheit und Gültigkeit unserer Wahrnehmungen gebunden. Wer den eigenen Sinnen nicht (mehr) trauen kann und Grund dafür hat, an seinen Wahrnehmungen zu zweifeln, der verliert zunächst Risikobereitschaft und bald auch Lebensmut, und Resignation legt sich wie ein bleierner Schleier auf seine Lebensführung.
Genauso erleben viele Schwerhörige ihren Alltag: Der zunächst nur an die Sinneswahrnehmung gebundene Vertrauensschwund erfasst immer mehr die gesamte Person mit ihren Fähigkeiten, am sozialen Leben Anteil zu nehmen, sich darin zu behaupten und durchzusetzen. An die Stelle einer einstmals souveränen und erfolgreichen Lebensbewältigung treten Selbstzweifel, Versagensängste und soziales Vermeidungsverhalten, welches oftmals durch das Verhalten der Mitmenschen noch verstärkt wird. Wir sehen das zum Beispiel an den Leidenswegen so genannter „Mobbing-Opfer“ im Beruf, deren unsägliche Entwicklung oft damit begonnen hat, dass sie aufgrund ihrer Schwerhörigkeit allmählich zu „schwierigen Mitarbeitern“ mutierten.
Wissenschaftliche und praktische Erfahrungen zeigen, dass Schwerhörige eine signifikant erhöhte psychische und psychosomatische Vulnerabilität aufweisen. Depressionen mit oft erheblichen Erschöpfungszuständen sowie Angststörungen liefern häufig eine psychotherapeutische Behandlungsindikation.
Die psychologischen Hilfen bei Schwerhörigkeit setzen bei der gezielten Anleitung zur Selbsthilfe an. Dazu zählen Bewältigungsstrategien auf der Verhaltensebene, die man auch als Hörtaktik oder Kommunikationstraining bezeichnen kann. Auch der Verzicht auf die Verheimlichung der Schwerhörigkeit, zu dem viele Betroffene neigen, kann eine nützliche Selbsthilfe bedeuten. Ebenso kann eine sachliche Aufklärung über die eigene Behinderung und über die Leistungsmöglichkeiten und -grenzen des Hörgerätes Angst, die aus Ratlosigkeit erwächst, verdrängen. In diese Aufklärung, die in der Regel vom Hörgeräteakustiker geleistet wird, sollte man auch die Angehörigen des Schwerhörigen mit einbeziehen.
Wichtige Selbsthilfe wird auch in den Schwerhörigenvereinen vermittelt. Neben der ambulanten Psychotherapie gibt es in Deutschland mehrere Reha-Kliniken mit psychosomatischem Schwerpunkt für Hörgeschädigte, die über gut evaluierte, wirksame Behandlungsangebote verfügen.
Was ist das Ziel psychologischer Hilfen für Schwerhörige? Ganz allgemein geht es darum, verlorenes Selbstvertrauen und ein Gefühl der Selbstwirksamkeit in der Kommunikation mit der Umwelt wieder aufzubauen. Es geht um das, was man in der Psychotherapie mit „Kontrollüberzeugungen“ bezeichnet, nämlich, dem Leben wieder mit der Einstellung zu begegnen, seinen Herausforderungen gewachsen zu sein. Vielen Betroffenen gelingt das. Hilfen zur Kompensation, die hier gefragt sind, leisten vor allem Hörgeräteakustiker, weil sie, bewährtermaßen, das letzte Glied in der Versorgungskette bilden.
zum Download:
Vortrag_Dr_Richtberg.pdf
Weitere Informationen:

