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animal, Jg. 4, 1 - 2006
Staupe – jeden Hund kann es treffen
Einziger Schutz: die konsequente und regelmäßige Impfung
(3.580 Zeichen)
(animal) Die Staupe – eine für Hunde lebensbedrohliche Krankheit – ist in Berlin auf dem Vormarsch, meldete die „Welt“ im Oktober 2005. Seit etwa einem Jahr hätten die Staupefälle, die vorwiegend junge, ungeimpfte Hunde betrifft, in Berlin deutlich zugenommen. Drei Viertel der erkrankten Hunde kämen aus „unklaren Verhältnissen“, die meisten aus Polen, aus Mitleid auf Märkten gekauft, oder billige Rassehunde.
Die Hundestaupe ist bereits seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Der Erreger ist ein Virus aus der Familie der Paramyxoviren, eng verwandt mit dem menschlichen Masernvirus und dem Virus der Seehundstaupe, dem vor wenigen Jahren viele Seehunde zum Opfer fielen. Neben Hunden erkranken vor allem Nerze, Wiesel, Frettchen, Marder, Robben und Kleinbären.
In Deutschland war Staupe dank der regelmäßig bei Hunden durchgeführten Impfungen selten geworden. Frettchen werden mit einem extra Impfstoff geimpft. Doch nun ist die Krankheit wieder auf dem Vormarsch: Auch in anderen Regionen Deutschlands kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Ausbrüchen, beispielsweise im Oktober 2005 im Darmstädter Raum. Doch warum? In der Diskussion sind Tierimporte aus dem osteuropäischen Raum, eine zunehmende Impfmüdigkeit oder eine spontane Änderung der in der freien Natur vorkommenden Virusstämme, gegen die die bisher verwendeten Impfstoffe möglicherweise keinen vollständigen Schutz bieten. Auch wenn die Erkrankungsfälle bislang meist bei ungeimpften Hunden auftraten, kann es auch geimpfte Tiere aus „guten Verhältnissen“ treffen.
Die Ansteckung durch das Staupevirus erfolgt durch Tröpfcheninfektion über Mund oder Nase des Hundes. Das geschieht nicht nur durch Kontakt mit einem anderen Hund. Gefahr droht auch beim Waldspaziergang, weil zum Beispiel Marder und Iltisse die Krankheit übertragen können.
Bei einer Infektion treten nach drei bis sieben Tagen meist Fieber, Appetitlosigkeit und Apathie auf. Später greift das Staupevirus verschiedene Organe im Körper des Hundes an. Dazu gehören der Verdauungs- und der Atmungsapparat, die Augen, die Haut und das Nervensystem. Die Folge sind Erbrechen, Durchfälle, Husten, Atembeschwerden, zunächst wässrig-klarer, später zähflüssig-eitriger Nasen- und Augenausfluss, Bewegungsstörungen, Lähmungen, Hirnhautentzündungen mit Muskelkrämpfen und schließlich eine übermäßige Verhornung der Nase und der Zehballen (Hartballenkrankheit). Erkrankte Tiere können die einzelnen Symptome allein oder in verschiedenen Kombinationen durchleiden.
Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die so genannte nervöse Form der Staupe. Dabei verursacht das Staupevirus Schädigungen am Gehirn. Dies äußert sich in psychischen Veränderungen, Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfanfällen, vergleichbar dem Erscheinungsbild der Epilepsie. Der Schweregrad der verschiedenen Formen kann variieren. Die „nervöse“ Form endet jedoch praktisch immer tödlich, oder der Hund muss zur Beendigung seiner Qual eingeschläfert werden.
Die Behandlung einer Staupeinfektion ist schwierig, und ihr Erfolg hängt weitgehend von den betroffenen Organsystemen ab. Die Aussichten auf Ausheilung einer Nervenstaupe sind gering. In einem späten Stadium ist die Staupe nicht mehr heilbar. Daher ist es wichtig, dass ein Arzt rechtzeitig aufgesucht wird, da er vielleicht mit einem Immunserum helfen kann. Wenn ein junger Hund die Staupe überlebt, bleibt oft ein typisches „Staupegebiss“ mit braunen, verkümmerten Zähnen zurück.
Viele Tierhalter lassen ihre Tiere nur als Welpen oder alle zwei Jahre impfen. Immer häufiger verzichten Hundebesitzer aus Kostengründen und aus Angst vor Nebenwirkungen auf die jährliche Staupespritze. Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. empfiehlt, in Zeiten eines erhöhten Infektionsrisikos wieder auf einen lückenlosen Impfschutz zu achten. Dies beinhaltet eine Impfung der Welpen im Alter von acht Wochen mit einer Wiederholungsimpfung vier Wochen später. Nur dieses, als Grundimmunisierung bezeichnete, zweimalige Impfen der Welpen garantiert einen belastbaren Impfschutz. Damit dieser Schutz aufrechterhalten bleibt, sind Auffrischungen je nach Empfehlungen des Herstellers angeraten.
Eine Schniefnase muss noch kein Zeichen für eine Staupeerkrankung sein. Es kann einfach nur ein Schnupfen (siehe Katzenschnupfen), ein fauler Zahn oder ein Zwingerhusten hinter der Erkrankung stecken. Ihr Tierarzt wird die richtige Diagnose stellen.
Foto: DGK
Falsche Streu im Katzenklo?
Unsauberkeit kann viele Ursachen haben
(3.057 Zeichen)
(animal) Die Katze mag ihr Katzenklo nicht mehr, verrichtet ihr Geschäft auf einmal an anderen unpassenden Örtchen oder spritzt Urin an die Wand? Dafür kann es einige Gründe geben: Die Katzentoilette steht am falschen Ort – etwa direkt neben dem Fressnapf oder an einem unruhigen Platz. Die Einstreu sagt der Katze nicht zu. Die Katzentoilette wird nicht häufig genug entleert oder gesäubert. Der Geruch von Desinfektionsmitteln verleidet der Katze die Benutzung der Toilette.
Katzenstreu sollte täglich gesäubert bzw. gewechselt werden, bei manchen Katzen sogar mehrmals am Tag. Auch eine neue Streu, ein anderer Standort der Katzentoilette oder ein anderes Modell kann die Katzen dazu bringen, das Toilettenkistchen wieder zu benutzen. Manche bevorzugen Sägespäne, andere lieber die feinen Klümpchen – und davon nur bestimmte Marken. Auch die Parfümierung des Streu spielt eine Rolle. Manchmal ist einfach nur zu wenig Katzenstreu in der Kiste, so dass die Katze ihren Kot nicht tief genug vergraben kann. Einige Stubentiger mögen keine geschlossenen Kisten, andere verrichten ihr Geschäft lieber ungestört und überdacht im Dunkeln. Das stille Örtchen muss zudem eine angemessene Größe haben. Je größer und kräftiger das Tier, umso „großzügiger“ muss es sein.
Tipp: Der modrige Duft von ein wenig Blumenerde im Katzenklo zieht die Tiere zusätzlich an.
Benützt die Katze trotzdem immer noch konsequent einen oder mehrere andere Plätze zum Absetzen ihrer Exkremente, können Sie zu folgenden Mitteln greifen: Richten Sie den Futterplatz an der verunreinigten Stelle ein, denn Katzen urinieren ungern in der Nähe ihres Futters oder Wasserschälchens. Verändern Sie den Bodenbelag, indem Sie beispielsweise Teppich durch PVC-Boden ersetzen und platzieren Sie mehrere Katzentoiletten an den bevorzugten Stellen.
Um zu verhindern, dass Katzen ihre Duftmarken immer an derselben Stelle setzen, sollten diese Plätze außerdem mit Alkohol gereinigt werden. Auf diese Weise werden die Duftmoleküle zerstört, und die Katzen suchen die Stelle nicht wieder auf. Auch synthetische Pheromone können helfen. Pheromone sind körpereigene Boten- und Lockstoffe, welche die Katze durch spezielle Drüsen vor allem im Kopfbereich absondert und sie dann durch Reiben des Kopfes auf gewisse Gegenstände aufträgt. Künstlich hergestellt gibt es sie in Form eines Sprays beim Tierarzt. Häufig verunreinigte Orte können außerdem mit Plastik oder Alufolie abgedeckt werden. Auf glatten Materialien spritzt der Urin zurück, was die Katzen bei ihrem Geschäft stört.
Stupsen Sie die Katze nie mit dem Näschen in die Pfütze! Bestrafungen nützen nichts, sondern verunsichern das psychisch gestresste Tier nur noch mehr. Loben Sie statt dessen Ihre Katze, wenn Sie die Katzentoilette benutzt hat.
Katzen sind grundsätzlich sehr saubere Tiere. Plötzlich einsetzende Unsauberkeit, die nicht dem Markierverhalten zuzuordnen ist, kann auch durch eine Erkrankung (z. B. Darm- oder Harnwegsinfektion) ausgelöst werden. Typisches Anzeichen für eine Blasenentzündung kann beispielsweise häufiges Urinieren sein. Wenn die Katze nach dem Wasserlassen auch noch fauchend davon springt, deutet das auf Schmerz hin.
Weitere mögliche Gründe, weshalb die Katze es nicht rechtzeitig bis zur Toilette schafft, können akute oder chronische Nierenerkrankungen sein – mit der Folge, dass sehr viel Harn auf einmal produziert wird. Diabetes ist ebenfalls ein häufiger Grund für „Unsauberkeit“. Ein Tierarztbesuch kann solche Ursachen leicht klären. Bei chronisch kranken Tieren gibt es eine einfache praktische Lösung: Sie stellen an mehreren Stellen Katzentoiletten auf.
Tier-Spielzeug
Auf artgerechte Produkte achten
(3.519 Zeichen)
(animal) Hat auch Ihr Tier ein Weihnachtsgeschenk erhalten? Vielleicht einen knautschigen Ball, ein Mäuschen aus Plastik oder ein bunte Kugel? Auch wenn das Spielzeug aus dem Fachgeschäft stammt, muss es für Ihren Liebling nicht unbedingt das Richtige sein und kann sogar zur tödlichen Gefahr werden.
Das beste Spielzeug für einen Wellensittich ist ein Artgenosse. Spiegel oder Plastikvögel als Ersatz für den allein stehenden Wellensittich sind tabu. Sie gaukeln dem Wellensittich einen Artgenossen vor. Die gefährliche Folge: Er „denkt“, den „Kumpel“ füttern zu müssen. Der Vogel würgt Futter hoch. Da es ihm jedoch keiner abnimmt, bleibt das Futter im Kropf stecken. Eine Kropfentzündung droht. Darum sollten Wellensittiche nur im Doppelpack gehalten werden. Messingglöckchen, Gitterbälle, Leitern ohne Ecken und scharfkantige Teile, Kreisel aus Holz, Hanf- und Baumwollseil sind als Spielzeug im Käfig besser geeignet.
Für alle Nagetiere ist Spielzeug aus Kunststoff tabu. Knabbern Meerschweinchen, Hamster oder Mäuschen daran, kann es im Magen-Darm-Trakt zu Verletzungen kommen. Alle Käfig-Utensilien sollten aus unbehandeltem Holz sein. Leere Toilettenpapierrollen, Schuh- oder Eierkartons können ebenfalls sinnvoll eingesetzt werden und eignen sich prima zum Spielen, Wohnen und Zernagen. Laufkugeln für Hamster haben meist zu kleine Luftschlitze. Durch das schnelle Laufen verbraucht das Tier erst recht viel Sauerstoff, so dass es darin sehr stickig werden kann. Zum anderen sucht der Hamster oft nach dem Ausgang aus dieser Kugel, läuft deshalb sehr schnell, und gerät in Panik, weil er keinen Ausgang findet. In den meist zu engen Plastikröhrensystemen können Hamster stecken bleiben.
Katzenspielzeug sollte sich bewegen, rascheln, baumeln oder rollen. Wollknäuel aber sind risikoreich. Unversehens kann sich die Katze darin derartig verheddern, dass Gliedmaßen abgeschnürt werden. Bei Plüschmäusen oder anderem Fellspielzeug für Katzen droht manchmal die Gefahr einer Darmverstopfung durch versteckte Draht-, Metall-, Glas- oder Kunststoffteile wie Glasaugen oder Plastiknasen. Gefährlich sind außerdem Plastiktüten. Wenn der Katzenkopf hinein gerät, bedeutet das Erstickungsgefahr.
Für Hunde sind splitternde Knochen nicht geeignet. Besser sind Büffelhautknochen, Pansenstangen oder Schweineohren. Tennisbälle – ebenfalls ein beliebtes Spielzeug für Hunde – sind alles andere als harmlos. Beißt der Hund sehr fest auf den Ball, zum Beispiel bei einer Rangelei, kann es passieren, dass der Ball nach hinten in den Rachen rutscht. Dehnt der Ball sich hier wieder aus, steckt er fest. Der gelbe Filz ist zudem ungesund. Wenn der Hund ihn frisst, können die Gummistücke zu einem Darmverschluss führen. In dem Filz sammelt sich zudem oft Sand an, der die Zahnsubstanz angreift. Zerlegt der Hund seinen Ball, sollten Sie ihm den Ball lieber rechtzeitig abnehmen.Achten Sie darauf, dass das Produkt alltagstauglich ist, zur Größe des Tieres passt und keine scharfen Kanten, Ränder oder Materialübergänge aufweist. Für die Gesundheit unbedenklich sind Produkte aus Naturmaterialien, wie Gummi, Latex oder Baumwolle. Vorsicht bei Vinylprodukten, bei denen PVC mit Weichmachern zusammengebracht wird, die nach Abbeißen und Verschlucken durch den Magensaft aufgelöst werden und spitze Plastikkristalle hinterlassen. Spielbälle oder Beißhölzer sollten immer ein wenig größer als die Maulöffnung sein, damit sie nicht verschluckt werden. Und: Grundsätzlich sollte das Tier das Spielzeug nie alleine zwischen die Pfoten bekommen. Spiele nur unter Aufsicht!
Außerdem gibt es unter den Vierbeinern verschiedene Spieltypen: Der Zerstörer nimmt aus Hyperaktivität oder Langeweile Spielzeug auseinander – meist wenn er unbeobachtet oder alleine ist. Geeignet ist bei ihm ein Produkt aus Voll-Latex. Der Behüter schleppt liebevoll und fast mütterlich das Spielzeug wochenlang mit sich herum und beschützt es. Bei diesem Typ empfiehlt sich ein waschbares Material. Der Apportierer bringt ständig Spielzeug zur Begrüßung „von Freunden“ mit, ist oft auch Zerstörer und beansprucht das Spielzeug sehr. Fotos: DGK
Wenn Mieze würgt und hustet ...
Erbrechen deutet oft auf eine Magenerkrankung hin
(2.551 Zeichen)
(animal) Katzen erbrechen grundsätzlich sehr leicht und manche auch häufig. Das kann mit der Art des Futters, einer Allergie oder Unverträglichkeit, Entzündungen des Magens, mit Fremdkörpern im Magen wie Gras, Haaren oder Plastik, aber auch Stress zusammenhängen oder einfach nur aus Protest gegen Fremde, neue Möbel oder ähnliche Veränderungen geschehen. Vielfach bleibt die Ursache unklar.
Auch gesunde Katzen erbrechen ab und zu, um den Magen von unverdauten Futterbestandteilen, zum Beispiel Haaren, zu befreien. Eindeutiger Hinweis ist ein herausgeürgter Haarknäuel in der Wohnung. Vor allem Halblanghaar- und Langhaarkatzen, die beim Putzen viele Haare verschlucken, brechen diese als Haarballen wieder aus. Durch Anbieten von Katzengras kann dieser normale „Reinigungsprozess“ des Magens unterstützt werden. In diesen Fällen sprechen wir von einem physiologischen Erbrechen, da es sich um einen natürlichen und sinnvollen Prozess handelt.
Vorsicht allerdings bei anderem Grünzeug! Die Aufnahme von manchen Zimmerpflanzen kann zu schweren Entzündungen der Magenschleimhaut und zu starkem Erbrechen führen. Giftig sind zum Beispiel Ficus-Arten wie der Benjamina, verschiedene Philodendren, Efeu, Yukkapalmen, Dieffenbachie und das Madagaskarglöckchen. Auch Weihnachtssterne, Calla, Alpenveilchen, Narzissen oder Amaryllis können zur tödlichen Bedrohung werden.
Relativ häufiges Brechen (ein bis zweimal die Woche) kann normal sein. Tierärzte nennen dies gerne „Wohlstandserbrechen“. Es tritt erfahrungsgemäß bei Katzen auf, die zu regelmäßig und reichlich hochqualitatives Futter bekommen. Aufgrund von Magenübersäuerung oder Sodbrennen, wie beim Menschen nach einem Festgelage, kann es zum Erbrechen kommen. Wird das Futter sofort nach dem Fressen erbrochen, kann man es nochmals anbieten, das scheint uns nicht ganz so appetitlich, ist aber auch bei Wildkatzen als Vorverdauung normal.
Doch mitunter zeigen Katzen auch „unmotiviertes Erbrechen“ ohne erkennbaren Grund, bei dem nur klarer Schleim (evtl. sogar blutig) hervorgewürgt und mehrmals hintereinander erbrochen wird. Dann sollte die Katze sofort vom Tierarzt untersucht werden. Auch wenn sie mehrere Male hintereinander das Futter erbricht, denn dahinter könnte sich eine ernsthafte Krankheit verbergen.
Falls die Katze noch andere Symptome zeigt, womöglich abmagert, Appetitmangel, starken Maulgeruch hat, viel Harn absetzt oder auch ständig am Wassernapf anzutreffen ist, leidet sie möglicherweise an einer schweren Allgemeinerkrankung – an Diabetes, einer Überfunktion der Schilddrüse oder einer Nierenerkrankung. Mit Blutuntersuchungen (Nierenwerte, Glokose, Schilddrüsenwerte), Röntgen- und/oder Ultraschalluntersuchungen sowie unter Umständen einer Magen-Darm-Spiegelung kann der Tierarzt die Ursache abklären. Die Behandlung besteht in der Gabe einer leicht verdaulichen Diät und bestimmter Medikamente, die der Entzündung im Magen-Darm-Bereich entgegenwirken können.
Die eine ist empfindlich wie die Prinzessin auf der Erbse, die andere erbricht auch mal aus Protest.Foto: DGK
Der Osterhase
Der Hase als Frühlingsbote
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(animal) Warum eigentlich bringt uns ausgerechnet der Hase alljährlich die Ostereier und nicht etwa das Huhn selbst? Warum gibt es einen Osterhasen? Und wie kommt er zu seinen bunten Eiern? Bis zum 16. Jahrhundert wurden die Ostereier von verschiedenen Tieren gebracht. In einigen Regionen kam der Fuchs oder der Hahn, in anderen der Storch, der Kuckuck, der Kranich oder der Auerhahn, um die Ostereier zu verstecken. Anders als der Weihnachtsmann ist der Osterhase ein deutsches Phänomen geblieben. Zwar kennt man ihn in anderen Ländern auch, aber die Vorstellung, dass er die Ostereier legt, hat sich im Ausland nicht „durchgesetzt“.
Woher genau die Verknüpfung des Hasen mit dem Osterfest rührt, ist nicht ganz klar. Eine kuriose Theorie ist, dass die schon traditionellen, essbaren Osterlämmer beim Backen zerlaufen sind und am Ende wie Hasen aussahen.
Erste Belege für den Osterhasen stammen aus dem Jahre 1678 von Georg Franck aus Franckenau, einem Heidelberger Medizinprofessor. Er schildert in seiner Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern" den Osterbrauch und die negativen gesundheitlichen Folgen des übermäßiges Verzehrs von Eiern.
Für die Verbindung von Ostern und Hase gibt es weitere mögliche Gründe: Der Hase steht als Zeichen der Fruchtbarkeit, denn er ist das erste Tier, das schon im zeitigen Frühjahr bis zu 20 Junge zur Welt bringt. Als Lieblingstier der griechischen Liebesgöttin Aphrodite und auch der germanischen Fruchtbarkeits- und Frühlingsgöttin Ostera wurde er so zum heiligen Tier. Viele Ostereier waren im 19. Jahrhundert mit einem christlichen Trinitätssymbol verziert, welches drei Hasen zeigte. Das verleitete wohl manche zu dem Schluss, dass es der Hase ist, der die Eier bringt. Auch die Terminierung des Osterfestes lässt eine Verbindung zum Hasen zu. Das Osterfest wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert, und der Hase gilt als Mondtier.
Unser Tipp:
Bitte verschenken Sie an Ostern nicht unüberlegt lebendige „Osterhasen“. Die süßen Hoppel lösen zwar bei allen Kindern sicherlich spontanen Jubel aus, aber nur ganz selten dauerhaftes Interesse und langjähriges Verantwortungsgefühl. Und spätestens, wenn es die Eltern sind, die ständig den Käfig saubermachen müssen, werden die Tiere bei der nächsten Gelegenheit, in der Regel vor den Sommerferien, wieder ins Tierheim abgeschoben.
Übrigens: Hase und Kaninchen gehören zoologisch gesehen aufgrund vieler Ähnlichkeiten, beispielweise von Körperbau und Gebiss, zu der Familie der „Hasenartigen“, sind also miteinander verwandt. Aber sie sind zwei völlig verschiedene Tierarten, die sich nicht miteinander kreuzen lassen. Hasen und Kaninchen unterscheiden sich äußerlich stark. Ein Hase kann bis 76 cm lang werden, das kleinere Kaninchen dagegen nur etwa 40 cm. Außerdem haben Hasen viel längere Ohren und noch kräftigere Hinterbeine.
Auch das Sozialverhalten von Hasen und Kaninchen unterscheidet sich: Hasen sind Einzelgänger, während Kaninchen in Familiengruppen leben. Die Jungen von Hasen sind behaart und sehend (Nestflüchter), die von Kaninchen sind nackt und blind (Nesthocker). Hasen haben eine Tragzeit von 42 Tagen und werfen etwa vier Würfe pro Jahr von drei bis vier Jungen im Durchschnitt, während Kaninchen hingegen nur 31 Tage tragen und etwa sieben Würfe im Jahr zur Welt bringen können mit durchschnittlich acht Jungen.
Hasen flüchten, indem sie sich auf ihre Schnelligkeit von etwa 70 Stundenkilometer verlassen, während Kaninchen es vorziehen, sich zu verstecken. Die Bezeichnung „Hase“ für Kaninchen ist mehr als unzutreffend, da sich Hasen nicht in Gefangenschaft halten lassen. Alle als Heimtier gehaltenen „Hasen“ sind Kaninchen.

Fotos: DGK
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Warum Hunde schneller die Kurve kratzen
Raffinierte Arbeitsteilung zwischen Vorder- und Hinterläufen machen Bremsen überflüssig
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(animal) Menschliche Sprinter müssen vor jeder Biegung abbremsen, da sie sonst aus der Bahn geworfen werden. Dank ihres Körperbaus bewältigen laufende Hunde hingegen Kurven ungebremst mit voller Geschwindigkeit.
Das fanden die Forscher Dr. James Usherwood und Dr. Alan Wilson von der britischen Universität für Veterinärmedizin in Hatfield heraus, als sie die Ergebnisse der 200-Meter-Läufe bei der Indoor-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen von 2004 sowie ein Testrennen mit 40 englischen Windhunden in einer Arena analysierten.
Entscheidend bei den Vierbeinern ist demnach die Arbeitsteilung von Vorder- und Hinterläufen. Die Vorderbeine wirken der Zentripetalkraft in Kurven entgegen und bewältigen so das erhöhte Körpergewicht. Ihre Knochen, Muskeln und Sehnen ähneln passiven Federn, die einem beträchtlichen Gewicht standhalten können. Hüfte und Hinterbeine sind allein für den Antrieb zuständig und ermöglichen dem Hund, Spitzengeschwindigkeiten zu erreichen und zu halten. In Kurven wird die Laufbewegung durch Verdrehen der Hüfte und Streckung des Rückens weiter unverändert angetrieben. Dank dieser Arbeitsteilung sind Hunde nicht gezwungen, vor Kurven einen Gang runter zu schalten.
Menschen müssen ihr Tempo hingegen in Kurven verlangsamen, da sie als Zweibeiner nicht in der Lage sind, die Arbeitslast zu teilen. Beim Zweibeiner müssen die Beinmuskeln nämlich nicht nur die Kraft zum Laufen aufbringen, sondern zugleich auch das in Kurven größere Körpergewicht tragen. Der Läufer muss zudem den Bodenkontakt seiner Füße erhöhen, um mit der Muskulatur von Fuß und Bein die Fliehkraft auszugleichen. Längerer Bodenkontakt pro Schritt ist aber gleichbedeutend mit geringerem Tempo - der Läufer wird in Kurven langsamer.
Quelle:
James Usherwood & Alan Wilson (The Royal Veterinary College, Hatfield): Biomechanics: No force limit on greyhound sprint speed. In: Nature, Bd. 438, S. 753-753
Mücken als blinde Flugpassagiere
Larven überleben im Darm von Zugvögeln und legen so lange Strecken zurück
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(animal) Erwachsene Zuckmücken (Chironomidae), auch bekannt als Tanz- oder Schwarmmücken, können zwar selbst fliegen, haben jedoch nur einen kleinen Flugradius von etwa einem Kilometer. Die Flügel verlieren sie nach einer gewissen Zeit wieder. Aber sie nutzen eine schlaue Strategie, um ihren geografischen Horizont zu erweitern: Sie schicken ihre Larven als blinde Passagiere im Darm von Zugvögeln auf die Reise. Trotz der widrigen Bedingungen im Verdauungstrakt der Vögel überleben so viele Larven diese Prozedur, dass sich die Insekten auf diese Weise neue Lebensräume erschließen können.
Das haben die spanischen Wissenschaftler Andy Green und Marta Sánchez der Biologischen Station in Donana bei der Untersuchung der Exkremente von Uferschnepfen in einem Marschgebiet (Schwemmland) in Andalusien entdeckt.
Die Uferschnepfe ernährt sich bevorzugt von Mückenlarven und ist ein Zugvogel. Auf dem Weg nach Süden und zurück rastet die Schnepfe in Marschgebieten. Im Brack- oder Salzwasser der Marschgebiete leben wiederum die Larven der Schwarmmücke Chironomus salinarius, sie sind tolerant gegen wechselnden Salzgehalt in ihrer Umgebung. Die Forscher fanden Larven in der Hälfte der Fäkalienproben der Vögel, welche den Weg durch den Verdauungstrakt der Vögel unbeschadet überstanden haben. Auf diese Weise gelangen die Larven unabhängig von der Jahreszeit in Gebiete, welche ihnen ansonsten nicht zugänglich wären. Die Wissenschaftler wollen nun genauer untersuchen, wie lange die Larven im Vogeldarm überleben und welche Strecken sie dementsprechend als blinde Passagiere zurücklegen können.
Quelle:
Andy J. Green, Marta I. Sánchez: Passive internal dispersal of insect larvae by migratory birds (Biologische Station, Donana): Royal Society: Biology Letters, Volume 1, Number 4 / December 22, 2005, www.pubs.royalsoc.ac.uk/index.cfm?page=1005#
„Rattige“ Ratten
Studie: Koffein wirkt bei weiblichen Nagern wie ein Aphrodisiakum
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(animal) Koffein macht müde Menschen munter, auf weibliche Ratten wirkt er sogar anregend: Es steigert nicht nur ihren Bewegungsdrang, sondern erhöht auch ihre Lust auf Sex. Das haben die amerikanischen Forscherinnen Fay Guarraci und Anastasio Benson von der Southwestern University in Georgetown, Texas, entdeckt.
Sie gaben 108 von insgesamt 216 weiblichen Testratten zuerst eine Dosis Koffein und anschließend die Gelegenheit zum intimen Beisammensein mit einigen Männchen. Offenbar konnten die Tiere nach dem Genuss der anregenden Substanz gar nicht genug von ihren Partnern bekommen, beobachteten die Forscherinnen: Sie kehrten nach vollzogener Paarung sehr viel schneller wieder zu den Männchen zurück als ohne den Einfluss des Koffeins. Zum Teil sei für dieses Verhalten der durch den Koffeinkonsum gesteigerte Bewegungsdrang verantwortlich, berichten die Forscherinnen. Es gebe jedoch auch eindeutige Hinweise darauf, dass außerdem der Sexualtrieb der Tiere sehr viel ausgeprägter war als ohne Koffein.
Ob das Aufputschmittel auch beim Menschen diese aphrodisierende Wirkung hat, können sie allerdings noch nicht sagen. Sollte es jedoch tatsächlich einen solchen Effekt geben, wäre er ihrer Ansicht nach wohl nur bei Frauen nachweisbar, die nicht an Koffein in Kaffee oder Tee gewöhnt sind. Eine nicht an Koffein gewöhnte Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht müsste mindestens fünf Tassen Kaffee trinken. Und das bringt nicht nur eine Menge anderer Wirkungen mit sich, sondern ist auch noch ungesund.
Quelle:
Fay Guarraci und Anastasio Benson (Southwestern University, Georgetown): “Coffee, Tea and Me”: Moderate doses of caffeine affect sexual behavior in female rats . In: Pharmacology Biochemistry and Behavior, Bd. 82, 3, November 2005, S. 522- 530
MELDUNG
Katze überlebt Waschprogramm inklusive Schleudergang
Vier Monate später geschieht in der selben Stadt Katzenmord in heißer Trommel
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(animal) „Katzen haben sieben Leben“. Im zarten Alter von erst neun Monaten dürfte „Bubbles“ aus Norwich im Osten Englands bereits eines davon verbraucht haben. Unglaublich aber wahr: Denn das Tier überstand eine halbstündige Wäsche und den anschließenden Schleudergang zwar nicht unverletzt, aber nur mit leichten Blessuren, berichteten diverse Medien bereits im Juli vergangenen Jahres.
Das Kätzchen hat eine Tortur mitgemacht, die sich im wahrsten Sinne des Wortes gewa-schen hat: „Bubbles“ machte in einem Korb voller Schmutzwäsche gerade ein lauschiges Nickerchen, als es von ihrer 16-jährigen Besitzerin versehentlich in die Waschmaschine verfrachtet wurde und das volle Programm mitsamt Schleudergang mitmachte. Das Tier überstand nicht nur das, sondern auch noch zwei weitere Stunden in der Maschine. So lange dauerte es nämlich, bis die Mutter der 16-Jährigen die Wäsche wieder aus der Trommel holte. „Bubbles“ ist inzwischen wieder voll bei Kräften...
Weniger Glück hatte direkt in der Nachbarschaft einige Monate später „Fluffy“. Diese Katze hatte angeblich ihr Frauchen, eine 34-jährige dreifache Mutter ebenfalls aus dem ostenglischen Norwich, gekratzt und wurde zur Strafe vorsätzlich in die Waschmaschine gesteckt. „Fluffy“ überlebte den 90-Grad-Waschgang nicht. Die gemeine Britin musste für sechs Wochen in Haft.
Unser Tipp: Viele Katzen bevorzugen die Trommel einer Waschmaschine oder des Trockners als Ruhestätte. Kontrollieren Sie vor jeder Wäsche, ob Ihre Mieze darin nicht gerade ein Nickerchen macht. Nicht immer geht es so gut aus wie bei „Bubbles“.
Quellen:
Yahoo 30. Juni 2005, Spiegel online 1. Juli 2005, Berliner Morgenpost 2. Juli 2005; Daily Mail, Spiegel online, Yahoo, stern shortnews 19. Oktober 2005
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