DGK e.V. -Ekzemerpferde: Gefahr durch Desensibilisierung
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Ekzemerpferde: Gefahr durch Desensibilisierung

(animal) Um Allergien zu lindern, können Desensibilisierungen hilfreich sein. Besitzer von Ekzemer-Pferden sollten allerdings vorsichtig sein: Die bislang erhältlichen Lösungen, die zur Desensibilisierung in der Veterinärmedizin verwendet werden, können für die betroffenen Tiere gefährlich werden. Darauf macht Professor Wolfgang Leibold aufmerksam, Leiter der Immunologie der Tierärztlichen Hochschule in Hannover.

"Die Desensibilisierung ist eine gute Sache und kann zur Heilung von einer Allergie führen, sofern ein klar definiertes Allergen zur Verfügung steht, wie zum Beispiel die allergieauslösenden Anteile am Bienen- oder Wespengift", erklärt Leibold: "Nur wenn man mit gereinigten und für den einzelnen Patienten zuverlässig nachgewiesenen allergieauslösenden Substanzen behandelt, darf man von einer allergiespezifischen Immuntherapie sprechen. Bei Pferden, die auf Speichelbestandteile bestimmter Insektenarten allergisch reagieren, ist der Versuch einer Desensibilisierung allerdings problematisch: Statt genau definierter Allergene kommen Lösungen aus zerkleinerten Insekten zum Einsatz. Diese Lösungen enthalten etwa zu 0,1 Prozent die eigentliche allergieauslösende Substanz, aber zu 99,9 Prozent andere Stoffe. Dies eine allergiespezifische Immuntherapie zu nennen, ist Vortäuschung falscher Tatsachen, die zudem gefährlich sein kann."

Die Gefahr einer Behandlung mit solch undefinierten Lösungen besteht darin, dass das Immunsystem des Pferdes auch gegen andere Substanzen in diesem Gemisch sensibilisiert wird. Dadurch kann die allergische Reaktionsbereitschaft auf zusätzliche Substanzen ausgeweitet werden, selbst wenn sich unter einer derartigen Desensibilisierungsbehandlung die Allergie für einige Wochen oder Monate bessern oder vorübergehend verschwinden sollte. "Statt einer De-Sensibilisierung findet häufig eine Hyper-Sensibilisierung statt", warnt der Experte.

 

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