DGK e.V. -Allergie bei Pferden: Neuer Test prüft Reaktionsbereitschaft
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Deutsches Grünes Kreuz, Allergie bei Pferden: Neuer Test prüft Reaktionsbereitschaft, FIT, Bluttest, Diagnose, Bronchitis, Sommerekzem
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Allergie bei Pferden: Neuer Test prüft Reaktionsbereitschaft

(animal) Ob Sommerekzem, chronisch obstruktive Bronchitis oder Headshaking - viele Pferde reagieren allergisch. Während die klinische Diagnose schnell gestellt ist, verläuft die Suche nach den allergieauslösenden Stoffen meist langwierig und häufig ohne konkretes Ergebnis. Doch nur wer die Allergene kennt, auf die sein Pferd reagiert, kann diese auch vermindern oder umgehen und damit die oft quälenden allergischen Reaktionen vermeiden.

Hoffnung kommt nun aus Hannover. Professor Wolfgang Leibold und seine Mitarbeiter der Immunologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben ein neues Verfahren entwickelt: Mit einen funktionellen in vitro Test, kurz FIT, lässt sich an einer Blutprobe prüfen, ob ein Individuum auf eine bestimmte Substanz überhaupt allergisch reagieren kann oder nicht.

"Von allen Allergie-Typen ist die vom Typ I am grässlichsten, weil sie oft so quälend juckt", betont Professor Leibold. Im Gegensatz zu anderen Allergie-Typen kommt es bei der Typ-I-Allergie zur sehr schnellen Reaktion: Bereits wenige Minuten bis maximal eine Stunde nach Allergenkontakt treten die ersten Symptome auf. Das Sommerekzem beginnt ebenso mit einer Typ-I-Allergie wie die allergische Bronchitis, das allergische Headshaking oder eine allergische Kolik.

Typ-I-Allergien entstehen, wenn ein Organismus ganz bestimmte Antikörper gegen meist körperfremde Stoffe wie Insekten, Pflanzenpollen, Milben, Schimmelpilze, Nahrungs-, Arznei- oder Pflegemittel bildet. Das besondere an diesen "sensibilisierenden" Antikörpern ist, dass sie sich auf denjenigen Zellen (Basophile und Mastzellen) festsetzen können, die die eigentlichen Auslöser einer Typ-I-Allergie sind. Ohne einen ausreichenden Besatz (Sensibilisierung) seiner Basophilen oder Mastzellen durch geeignete Antikörper, die eine Substanz spezifisch erkennen, kann ein Individuum auf diese Substanz nicht mit einer Typ-I-Allergie reagieren.

Entscheidend für eine Allergie sind deshalb allein die Antikörper, die auf den allergieauslösenden Zellen sitzen und nicht die Antikörper, die frei im Blut herumschwimmen. Da häufig ein Überschuss an Antikörpern im Blut vorhanden ist, können nur wenige von ihnen auf den "Allergiezellen" binden. Die Antikörper, die an den zellen andocken, bleiben dort viel länger "am Leben" als die freien Antikörper. Deshalb ist die Verteilung der Antikörper auf den Zellen, die eine Allergie auslösen, häufig eine andere als die der freien Antikörper im Blut. Das kann zur Folge haben, dass mit den freien Antikörpern - untersucht in einem RAST oder EAST (Radio- oder Enzym Allergosorbent Test) bzw. Fc-epsilon Rezeptortest - Substanzen erkannt werden, mit denen ein Individuum gar nicht allergisch reagiert, weil von diesen Antikörpern zu wenige auf den "Allergiezellen" vorhanden sind.

Um dieses Problem zu umgehen, wurde der "funktionelle in vitro Test" (FIT) entwickelt: Bei diesem Test werden die freien Antikörper absichtlich weggewaschen und nur die auf den "Allergiezellen" des Blutes gebundenen Antikörper geprüft, welche Substanzen sie in ausreichendem Maße binden können, um eine allergische Reaktion auszulösen. Somit ist der FIT eine Art "Allergiereaktion im Reagenzglas" und der tatsächlichen allergischen Reaktionsbereitschaft eines Individuums wesentlich näher als jeder Nachweis freier Antikörper.

Auch wenn das Tier keine sichtbaren Zeichen einer Allergie zeigt wie zum Beispiel im Winter, kann FIT die allergische Reaktionsbereitschaft des Pferdes erfassen, da die Antikörper gegen eine bestimmte Substanz auf den "Allergiezellen" viel länger vorhanden sind als frei im Blut. Dazu werden gewaschene Blutzellen eines Pferdes mit unterschiedlichen allergieverdächtigen Substanzen im Reagenzglas - also ohne das Tier selbst zu beeinflussen - in Kontakt gebracht und ganz speziell die Reaktion der "Allergiezellen" im Blut (basophile Granulozyten) gemessen. Da jede der zu prüfenden Substanzen in unterschiedlichen Mengen den Blutzellen zugesetzt werden, erlaubt der FIT nicht nur Aussagen darüber, gegen welche Substanz überhaupt eine funktionelle allergische Reaktionsbereitschaft besteht, sondern auch wogegen eine besonders starke Reaktion zu erwarten ist. Viele Pferde zeigen noch keine allergischen Symptome, obwohl sie bereits sensibilisiert und damit allergische Risikokandidaten sind. Dies ist auch und am besten vor dem Kauf eines Pferdes zu beachten.

Wer Interesse an einem Typ I Allergie-Bluttest hat, muss Folgendes beachten: Da die FIT-Untersuchungen sehr aufwändig sind und sofort nach Eintreffen des Blutes durchgeführt werden müssen, ist eine vorherige Terminabsprache unbedingt erforderlich unter der Rufnummer 0511 / 856-7382 oder 856-7383. Dort können auch Unterlagen zur Entnahme und Transport des Blutes sowie zu den Untersuchungsmöglichkeiten samt Kosten angefordert werden.

Bei Unklarheit über Art, Umfang und mögliche Bedeutung eines FIT für den Einzelfall ist ein vorhergehendes Beratungsgespräch empfehlenswert. Die Nummer des Beratungstelefons lautet 0 511 / 856 - 72 41 oder 856 - 75 77.

Das Blut (insgesamt 20 bis 30 Milliliter - je nach Untersuchungsumfang) muss zum Einsenden in speziellen Röhrchen aufgenommen und zügig transportiert werden. Eingefrorene Blutproben sind ungeeignet. Der Preis für eine FIT-Untersuchung bewegt sich - je nach Umfang - zwischen 140 und 220 Euro.

 

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