DGK e.V. -Pressedienst Tier und Gesundheit (animal), Jahrgang 1, Ausgabe 2 - 2003 Themen: Tollheit, Wut, Impfschemen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Impfungen, gefährliche Pflanzen, Reisekrankheiten, Hundeführerschein, Krankenversicherung
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Deutsches Grünes Kreuz, Tollheit, Wut, Impfschemen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Impfungen, gefährliche Pflanzen, Reisekrankheiten, Hundeführerschein, Krankenversicherung
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Tier und Gesundheit
animal, Jg. 1, 2 - 2003

Tollheit, Wut und Tod
Auch gesunde Tiere können Überträger sein (3.112 Zeichen)

 

(animal) Tollwut ist ein weltweites Problem - in Afrika und Asien ebenso wie in Europa oder Amerika. Die Infektionskrankheit verursacht eine Hirnentzündung (Enzephalomyelitis) mit nachfolgenden Lähmungen, die in den meisten Fällen tödlich endet. Sowohl Menschen wie Tiere können erkranken.

Tollwut können fast alle Wildtiere übertragen. Hauptvirusträger in Europa ist allerdings der Fuchs, in Südostasien streunende Hunde. Weitere Infektionsquellen stellen zudem Haus- und Nutztiere dar. Auch Fledermäuse können (Fledermaus-)Tollwut haben. Die in diesen Tieren auftretenden Tollwutviren unterscheiden sich von denen der Füchse oder Hunde, sind aber für Mensch und Tier ebenfalls gefährlich.1
Bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen bei Tieren zwischen 10 und 150 Tagen. Bei Hunden zum Beispiel zwischen 10 und 60 Tagen, bei Katzen zwischen 14 und 30, bei Pferden zwischen 60 und 150. In Einzelfällen kann die Inkubationszeit aber auch deutlich kürzer oder länger sein. Bei Menschen liegt die Inkubationszeit je nach Virustyp und -menge zwischen 6 und 180 Tagen.2

Tollwut wird durch den Speichel eines erkrankten Tieres übertragen. In den meisten Fällen dringt das Virus durch Bissverletzungen in den Organismus ein, aber es reicht schon das Belecken verletzter Hautstellen, um den Erreger zu übertragen. Zudem kann das Virus über die Schleimhäute in den Körper wandern. Infektiöser Speichel kann überall am Tierkörper vorkommen. Wer ein überfahrenes Tier von der Straße trägt, sollte deshalb vorsichtig sein. Ein Autofahrer infizierte sich mit Tollwut, nachdem er einen überfahrenen Fuchs von der Fahrbahn zur Seite geschafft hatte. In der Handfläche hatte der Mann, der später aufgrund der Erkrankung starb, eine offene Kratzwunde.

Die Infektionskrankheit, auch Lyssa oder Rabies genannt, hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg stetig von Osten nach Westen ausgebreitet. Anfang der 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts erreichte sie die Elbe. Seitdem hat sich die gefährliche Infektionskrankheit jährlich etwa 40 Kilometer nach Westen und Süden vorgeschoben.

Typische Symptome der Tollwut sind eine stark schmerzende Bisswunde, Wasserscheue, Speichelfluss aufgrund von Schluckstörungen sowie Angst, die schließlich in "rasende Wut" übergeht. Besonders gefährlich: Äußerlich völlig gesunde Tiere können bereits Träger des Virus sein und so andere Tiere und Menschen infizieren. Die Virusausscheidung kann bereits 1 bis 13 Tage vor dem Auftreten von Symptomen erfolgen.

Gegen Tollwut stehen Schutzimpfungen zur Verfügung, die sowohl Menschen als auch Tiere vor der gefährlichen Erkrankung bewahren. Erkrankt ein ungeimpftes Tier, muss es zwingend eingeschläfert werden, um weitere Infektionen zu verhindern. Wer sich und seine vierbeinigen Gefährten vor Tollheit, Wut und Tod bewahren möchte, sollte daher auf eine Impfung bestehen. Neben Hund und Katz haben auch Pferde ein erhöhtes Risiko, wenn sie während der Sommermonate auf der Weide stehen.

In Deutschland wird Tollwut bei Tieren dank der breiten Impfung der Füchse nur noch vereinzelt nachgewiesen. Das Beispiel der kürzlich beobachteten Infektionen bei Fledermäusen in Sachsen und Schleswig-Hostein muss uns aber aufmerksam machen. Beim Menschen haben wir in Deutschland glücklicherweise in den vergangenen Jahre keine Tollwutfälle mehr gesehen. Weltweit erkranken jährlich mehr als 60.000 Personen an Tollwut. Allein in Indien infizieren sich jedes Jahr 30.000 Menschen. Wer Auslandreisen plant, sollte sich deshalb vorsorglich impfen lassen. Die Impfung muss drei Mal erfolgen - nach einer und nach vier Wochen - und sollte nach drei bis fünf Jahren wiederholt werden.

(Quellen: 1 Epid. Bulletin 26/2003, S. 202; 2 Ute Quast, Waltraud Thilo, Reinhard Fescharek: Impfreaktionen, Bewertung und Differentialdiagnostik, Stuttgart 1997)


Tollheit, Wut und Tod Vorsicht: Äußerlich völlig gesund erscheinende Tiere können bereits Träger des Virus sein.
Foto: DGK




Impfschema Hunde (483 Zeichen)
 


Version A: wenn keine besondere Infektionsgefahr besteht


In der 8. bis 10. Lebenswoche

Staupe, Hepatitis, Leptospirose,
Parvovirose

Nach weiteren 3 bis 4 Wochen

Staupe, Hepatitis, Leptospirose,
Parvovirose und Tollwut

Danach alle 12 Monate

Auffrischungsimpfung

 


 

Version B: bei hohem Infektionsdruck


In der 6. Lebenswoche

Erste Parvovirose

In der 8. bis 10. Lebenswoche

Zweite Parvovirose, erste Staupe,
Hepatitis und Leptospirose

In der 14. Lebenswoche

Dritte Parvovirose, zweite Staupe,
Hepatitis und Leptospirose, Tollwut

Danach alle 12 Monate

Auffrischungsimpfung

 


Impfschema Katzen (362 Zeichen)
 

In der 8. bis 10. Lebenswoche

Katzenseuche, Katzenschnupfen
Bei Freigängern zusätzlich: Feline Leukose Virus (FelV) und evtl. Feline Infektiöse Peritonitis (FiP)

Nach weiteren 2 bis 4 Wochen

Katzenseuche, Katzenschnupfen

Bei Freigängern zusätzlich: Feline Leukose Virus (FelV) und evtl. Feline Infektiöse Peritonitis (FiP)

Danach alle 12 Monate

Auffrischungsimpfung


Impfschema Kaninchen und Co. (634 Zeichen)
 

(animal) Auch Kaninchen haben ein Recht darauf, geschützt zu werden - besonders dann, wenn sie gelegentlich ins Freie dürfen. Gegen zwei gefährliche Krankheiten gibt es einen Impfstoff. Die erste davon ist die Myxomatose, eine von stechenden Insekten (Gelsen) übertragbare Seuche, die zweite ist RHD (Rabbit Hämorrhagic Disease), auch Chinaseuche genannt, die erst seit etwa 1984 bei uns auftritt. Der Übertragungsweg der RHD erfolgt unter anderem über Ausstellungen und kontaminiertes Grünfutter. Es sollte daher kein Grünfutter angeboten werden, zu dem auch Wildkaninchen Zugang haben.
Meerschweinchen, Hamster, Schildkröten und Co. Für diese Tiere sind derzeit Impfungen noch nicht üblich, bzw. es sind keine speziellen Impfstoffe verfügbar.


Expertenkommission: 'Jährliche Impfungen bei Hunden sind überflüssig'
Gastkommentar von Prof. Roland Friedrich, Virologe an der Universität Giessen (4.435 Zeichen)

 

(animal) "Hunde brauchen nicht jedes Jahr aufs Neue nachgeimpft zu werden", sagt eine amerikanische Expertenkommission, die Empfehlungen zur Impfpraxis bei Hunden erarbeitet hat. Erschienen ist der Bericht der "Task Force" der American Animal Hospital Association (AAHA) im März/April-Heft dieser Gesellschaft, dem "Journal of the American Animal Hospital Association". Prof. Dr. Roland Friedrich, Virologe an der Universität Giessen, fasst die Publikation zusammen:

Die auch in den meisten Staaten der USA gängigen Empfehlungen, Hunde jedes Jahr zu impfen, beruhen auf den Erfahrungen mit Impfstoffen, die vor über 40 Jahre entwickelt wurden. Alle damaligen Impfstoffe waren Totimpfstoffe, die nur eine eingeschränkte Immunität erbrachten und es daher notwendig machten, etwa ein Mal pro Jahr zu "boostern" (nachzuimpfen). Obwohl die Impfstoffe in der Zwischenzeit erheblich verbessert wurden und die meisten Impfstoffe gegen Viren inzwischen durch Lebendimpfstoffe ersetzt wurden, die einen vieljährigen, wenn nicht lebenslangen Impfschutz garantieren, wird in den USA wie auch bei uns ohne nachvollziehbare Begründung weiter an der alten Empfehlung festgehalten.

Eingehende wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das Immunsystem des Hundes nicht schlechter ist als das des Menschen - und kein Mensch käme auf die Idee, sich jedes Jahr neu zum Beispiel gegen Mumps und Masern impfen zu lassen. Die nun erschienenen Empfehlungen beruhen auf langjährigen (zumeist mindestens siebenjährigen) Studien, in denen die Wirksamkeit der in den USA gängigen Impfstoffe getestet wurde. Dabei zeigte sich, dass die meisten Lebendimpfstoffe tatsächlich über sieben oder mehr Jahre Schutz boten. Schlechter schneiden im Wesentlichen die Totimpfstoffe gegen bakterielle Krankheitserreger ab. So schützt zum Beispiel die Leptospirose-Impfung nicht einmal ein Jahr.

Die Empfehlungen der AAHA gehen mit der üblichen und der (bei Tollwut) staatlich verordneten Praxis, jährlich gegen alles zu impfen, streng ins Gericht. Nicht nur ist es überflüssig, sondern sollte wegen der möglichen Nebenwirkungen unbedingt unterlassen werden. Zwar halten sich die Nebenwirkungen im Bereich von 0,1 bis 0,01 Prozent der geimpften Hunde in Grenzen, gesehen auf die Gesamtzahl der geimpften Tiere ist das aber nicht zu vernachlässigen, zumal darunter auch tödliche Erkrankungen wie Enzephalopathien (Hirnentzündungen) sein sollen.
Die Task-Force der amerikanische Gesellschaft fasst ihre Forderung, die jährlichen Wiederholungsimpfungen aufzugeben, mit folgenden Sätzen zusammen:

"Warum sollten wir daher Tiere mit diesen Produkten jährlich wiederimpfen, wenn die Dauer der Immunität (Gedächtniszellen und Antikörper) für einige der Impfstoffe viele Jahre, wenn nicht das ganze Leben anhält? Ironischerweise gibt es keine wissenschaftliche Basis für die Empfehlung, Hunde mit zahlreichen der gängigen Impfstoffe jährlich wiederzuimpfen (zum Beispiel gegen Staupe-, Parvo- oder Tollwutvirus); andererseits geben andere Impfstoffe einen Impfschutz von weniger als einem Jahr (zum Beispiel gegen Bordetella bronchiseptica, Leptospira spp.)."
In einigen Staaten der USA muss bereits seit längerer Zeit nur noch alle drei Jahre gegen Tollwut geimpft werden. Die Empfehlungen der Gesellschaft wurden auch im Hinblick auf die Gesetzgeber gegeben, damit diese eine wissenschaftlich fundierte Grundlage haben, diese Regel in allen Staaten einzuführen.

Die Task-Force der amerikanischen Gesellschaft AAHA kommt zu dem Schluss, dass nach einer ausreichenden Grundimmunisierung, die detailliert vorgestellt wird, gegen die meisten Viruserkrankungen alle drei Jahre geimpft werden soll, ohne zwischenzeitliche Titerbestimmungen. Solange die gesetzlichen Auflagen es verlangen, muss aber weiterhin einmal jährlich gegen Tollwut geimpft werden. Je nach örtlicher Gefahrenlage ist auch mindestens einmal jährlich gegen Leptospirose und eventuell gegen weitere bakterielle Krankheitserreger zu impfen.

Wie sieht das in Deutschland aus? Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Virologie, die Ende März in Berlin stattfand, wurden die Forderungen als absolut valide bezeichnet. Die Forderung nach EU-einheitlichen Regelungen werden es aber nicht erlauben, die Änderungen der Impfempfehlungen bereits in Kürze auch bei uns in die Realität umzusetzen.
So wird man Schwierigekeiten bekommen bei Grenzübertritten, auf Hundeplätzen, bei Wettbewerben, Ausbildungskursen oder wenn der Hund versehentlich einen Menschen verletzt - wenn kein Nachweis zu erbringen ist, dass der Hund jährlich gegen Tollwut geimpft wird.

Ein Problem ist auch, dass bei uns eben so wenig wie in den USA eine gesetzliche Pflicht besteht, Impf-Nebenwirkungen zu melden - ganz anders als in der Humanmedizin, in der Nebenwirkungen und Wirksamkeit eines Impfstoffs viel sorgfältiger belegt werden müsssen. Die Autoren der oben genannten Studien schlagen die Einführung eines Meldesystems vor, das die Nebenwirkungen der Impfstoffe besser erfasst. Da die Firmen die Impfstoffe in der Regel "nur" an 600 bis 1.000 Hunden testen, werden seltener auftretende Impfschäden unter Umständen nicht erkannt.


Gefährliche Pflanzen
Schnelle Hilfe kann oft Leben retten (1.987 Zeichen)

 

(animal) Wenn Ihr vierbeiniger Freund plötzlich mit Erbrechen oder Durchfall darniederliegt, könnte es sein, dass er von Rinde, Blatt oder Blüte geknabbert hat. Viele Zimmer- und Gartenzierpflanzen sind zwar für uns Menschen ungiftig, doch auf Tiere haben sie eine toxische Wirkung. Es reichen meist schon geringe Dosen aus, um möglicherweise zum Tod zu führen.

So sind beispielsweise die Blüten und Blätter des Rhododendrons vor allem für Hunde sehr gefährlich. 0,3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht sind für den besten Freund des Menschen tödlich. Starker Speichelfluss, Erbrechen, Krämpfe, angestrengtes Atmen sind die häufigsten Symptome. Schnelle Hilfe ist erforderlich, denn der Tod tritt meist innerhalb weniger Stunden nach Aufnahme der Pflanze ein.

Die Blätter des Oleanderbaumes sind sogar für den Menschen tödlich. Bereits der Verzehr eines einzigen Blattes führt zu Erbrechen, Kolik, Durchfall und Herzrhythmusstörungen. Der Tod tritt schließlich durch Herzlähmung ein.

Der beliebte Gummibaum führt bei Hunden und Katzen zu Durchfall, bei größeren Mengen auch zu Krämpfen und Erbrechen. Für Kaninchen ist der Verzehr von drei bis vier Blättern hingegen bereits tödlich.

Große Vorsicht ist auch beim Fingerhut geboten: Fünf Gramm trockener Blätter sind für einen Hund tödlich. Ein Pferd hingegen verkraftet etwa 25 Gramm, bevor die Dosis letal wirkt.

Wer sein Pferd oft auf einer Koppel hält, sollte darauf achten, dass sich keine Eiche oder Eibe auf dem Gelände befindet. Blätter bzw. Nadeln, Knospen und die Rinde sind stark giftig. Apathie, Kolik, und Durchfall können zum Nierenversagen führen. Ziegen und Vögel sind hingegen weniger anfällig.

Die Zwiebeln der Osterglocke, aber auch größere Mengen des Pflanzenwassers führen bei Tieren vor allem zu Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüchen, Herzrhythmusstörungen und Krämpfen. Sowohl bei Hunden als auch bei Rindern sind Todesfälle bekannt geworden.

Auch Goldregen, Seidelbast, Buchsbaum, Heckenkirsche und Robinie sind ebenfalls hochgiftig und oft sogar tödlich. In allen beschriebenen Fällen gilt es, so schnell wie möglich den Tierarzt aufzusuchen, um die entsprechenden Maßnahmen zur Entgiftung einzuleiten. Panik ist unter allen Umständen unangebracht und zu vermeiden.


Nur zu gern "naschen" Pferde auf Ausritten in Parks oder Gärten vom Goldregen Nur zu gern "naschen" Pferde auf Ausritten in Parks oder Gärten vom Goldregen. Er ist ebenso wie Eibe, Seidelbast, Buchsbaum, Heckenkirsche, Rhododendron, Robinie und der Lebensbaum auch für Tiere hochgiftig und oft sogar tödlich.
Foto: DGK


Reisekrankheiten bei Hunden
Krankheitserreger Leishmanien, Babesien, Dirofilarien und Ehrlichien (2.923 Zeichen)

 

(animal) Das Mittelmeergebiet ist für viele Menschen ein attraktives Reiseziel. Wer allerdings mit seinem Hund in Urlaub fährt, sollte vorsichtig sein: Dem vierbeinigen Reisebegleiter drohen eine Reihe von Infektionskrankheiten, die in Deutschland unbekannt sind. Überträger sind im Regelfall Mücken, Parasiten, Zecken oder Sandfliegen, wie sie in Italien oder Spanien, Portugal, Frankreich oder Griechenland vorkommen. Die wichtigsten Krankheitserreger sind Leishmanien, Babesien, Dirofilarien und Ehrlichien.

Leishmanien
sind Parasiten, die von Sandfliegen übertragen werden. Die Schmarotzer wandern von der Einstichstelle unter die Haut und breiten sich von dort auf innere Organe aus. Um eine mögliche Infektion zu verhindern, sollte der Hund ein spezielles Halsband mit Insektenschutzmittel tragen, um die Überträger fern zu halten. Dieses ist beim Tierarzt erhältlich.
Die Leishmaniose macht sich häufig durch Appetitlosigkeit und schlecht heilende Einstichstellen bemerkbar. Weitere Anzeichen sind Schuppen, Haarausfall an Nasenrücken, Ohrspitzen und um die Augen (Brillenbildung) und Hautrötungen. Zudem können sich unter der Haut Knoten bilden.

Babesien
werden von bestimmten Zeckenarten übertragen. Die Einzeller befallen die roten Blutkörperchen, in denen sie sich vermehren. Da sie dabei die Blutzellen zerstören, ist eine Blutarmut die Folge. Die Verabreichung von bestimmten Medikamenten vor dem Besuch von Endemiegebieten (auch Ungarn) sowie Zeckenprophylaxe bieten Schutz.
Bei einer Babesiose, auch Piroplasmose genannt, entwickelt der Hund hohes Fieber, gleichzeitig ist er matt und appetitlos. Aufgrund des erhöhten Verfalls der roten Blutkörperchen ist der Urin häufig dunkel gefärbt. Gleichzeitig zeigen sich Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungen. Weitere Beschwerden sind Atemnot sowie Entzündungen von Maul oder Augen.

Dirofilarien
fängt sich ein Vierbeiner durch Stechmücken ein. Die Herzwürmer befallen zunächst das Blutsystem, wo sie heranwachsen und bis zu 30 Zentimeter lang werden. Anschließend siedeln sie sich in der rechten Herzkammer sowie in der Nähe der Lunge an. Um diese schwere Erkrankung zu vermeiden, sollten Hundebesitzer vor und nach dem Urlaub eine Larvenprophylaxe bei ihrem Vierbeiner durchführen lassen.
Bei der Dirofilariose ist die Herzfunktion eingeschränkt. Zusätzlich leidet der Hund oft unter Atemnot und chronischem Husten.

Ehrlichien
werden von Zecken übertragen. Nach der Infektion siedeln sich die Erreger in den Blutzellen an. Wer seinen Hund schützen will, ist mit einer Zeckenprophylaxe gut beraten.
Die Ehrlichiose tritt in zwei Phasen auf. Zunächst verursacht die Erkrankung hohes Fieber, die Hunde fühlen sich matt und sind appetitlos. Im Gegensatz dazu treten in der zweiten Phase keine Beschwerden auf. Diese symptomfreie Zeit kann oft mehrere Jahre andauern. Erst wenn das Immunsystem schwächer wird, treten erneut Krankheitszeichen auf: Der Hund verliert stark an Gewicht und entwickelt möglicherweise Gangstörungen, da es zu Einblutungen in die Gelenke kommt. Ebenso treten Blutungen der Haut und Schleimhaut auf.

Ob sich Vierbeiner während der Reise infiziert haben, ist oft schwer zu sagen. Die Beschwerden sind häufig sehr unspezifisch und treten oft erst nach Wochen oder Jahren auf. Wer sicher gehen will, lässt nach Ende des Urlaubs das Blut seines Hundes untersuchen, um mögliche Infektionen auszuschließen.


Bei Mattigkeit oder Appetitlosigkeit besteht der Verdacht auf eine Infektionskrankheit. Zeigt Ihr Hund nach einer Reise Krankheitssymptome wie Mattigkeit oder Appetitlosigkeit besteht der Verdacht auf eine Infektionskrankheit.
Foto: DGK




TIPPS:
Für Hund und Herrchen: Hundeführerschein (1.021 Zeichen)

 

(animal) Um Gefahren durch Hunde zu reduzieren, Belästigungen zu vermeiden und das Ansehen der Vierbeiner in der Öffentlichkeit zu erhöhen, können Tierfreunde spezielle Kurse besuchen und den "Hundeführerschein" erwerben.

Die Schulungen vermitteln in erster Linie den rechten Umgang mit dem Tier. Je nach Ausrichtung der Kurse lernen die Besitzer zudem etwas über Ernährung, Gesundheit und Pflege ihres vierbeinigen Freundes. Im Regelfall bestehen die Lehrgänge aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Zusätzlich werden reine Theorie- Kurse angeboten, die auch Personen ohne Hund besuchen können. Am Ende der Schulung wartet eine Prüfung auf die Teilnehmer. Wer mit Erfolg abschneidet, erhält ein Zertifikat, eben den Hundeführerschein.
Das Zertifikat ist kein amtliches Zeugnis. Dennoch kann es unter bestimmten Voraussetzungen als Sachkundenachweis anerkannt werden. Dieser ist in manchen Bundesländern erforderlich, um bestimmte Hunderassen halten zu dürfen.

Auskünfte erteilen die zuständigen Städte und Gemeinden. Weitere Informationen sowie Kurstermine finden Sie im Internet beim Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. unter www.vdh.de/hundefuehrerschein.htm


Krankenversicherung für Tiere (1.417 Zeichen)
 

(animal) Wird das Haustier krank, leidet meist auch der Geldbeutel. Wer tierisch hohe Kosten beim Tierarzt vermeiden möchte, kann für Hunde oder Katzen eine Krankenversicherung abschließen. Einzige Bedingung: Die Vierbeiner müssen gesund sein und nicht älter als fünf oder sechs Jahre. Kleintiere, Vögel oder Exoten versichern die Anbieter nicht.
Je nach Versicherungsgesellschaft beträgt die jährliche Entschädigungsleistung zwischen 300 und 1.000 Euro. Der monatliche Beitragsatz beginnt bei etwa 20 Euro und kann sich - je nach gewähltem Versicherungsschutz - auf bis zu 80 Euro erhöhen.

Erstattet werden im Regelfall:

  • Behandlungskosten bei freier Tierarztwahl
  • Arznei-, Labor- und Diagnosekosten (Röntgen, Ultraschall, EKG, etc.)
  • Operationskosten
  • Impfungen
  • Unfallkosten
  • Unterbringungskosten einer Tierklinik


Kosten, die aufgrund von Kastration, Sterilisation und Kennzeichnung des Tieres anfallen, werden in den meisten Fällen nicht erstattet. Auch Medikamente gegen Parasitenbefall und andere Vorsorgebehandlungen muss der Besitzer oft selbst zahlen. Sinnvoller als eine Tierkrankenversicherung kann daher der Abschluss einer speziellen Operationskrankenversicherung sein. Diese springt nur ein, wenn der Vierbeiner operiert werden muss.

Noch ein Tipp: Bevor Sie eine Krankenversicherung für Ihren Liebling abschließen, sollten Sie die Versicherungstarife der verschiedenen Anbieter vergleichen. Es lohnt sich!



Ist das Tier erkrankt, kann es für Herrchen oder Frauchen teuer werden Ist das Tier erkrankt, kann es für Herrchen oder Frauchen teuer werden.
Foto: DGK


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