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Dezember 2001
Mit fünf Übungen zur Entspannung bei Kopfschmerzen (2612 Zeichen)
(dgk) Kaum jemand, der nicht schon einmal über Kopfschmerzen geklagt hat. Betroffene beschreiben den Schmerz als dumpf-drückend, als läge ein Gewicht auf dem Kopf. Meist sind die Beschwerden nur leicht bis mäßig, aber jedes Mal sehr unangenehm. Sie hindern die Betroffenen zwar nicht am Arbeiten, schränken jedoch ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit stark ein. Solche Spannungskopfschmerzen fangen oft im Laufe des Morgens an, nehmen während des Tages zu und sind nachmittags am intensivsten. Worauf der Schmerz zurückzuführen ist, weiß man nicht genau. Die typischen Muskelverspannungen im Nacken- und Stirnbereich sind vermutlich nur eine Folge, nicht unbedingt die Ursache der Beschwerden. Mediziner gehen heute davon aus, dass dem Spannungskopfschmerz eine erniedrigte Schmerzschwelle im zentralen Nervensystem zugrunde liegt.
Das Deutsche Grüne Kreuz rät Betroffenen: Nehmen Sie Ihrem Kopf den Druck und entspannen Sie sich. Hierzu gibt es verschiedene Methoden wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Was davon hilft, muss man ausprobieren. "Eine nachweislich beste Methode der Entspannung gibt es nicht", sagt Helga Freyer, Krankengymnastin aus Marburg. Vielmehr hängt es von der Persönlichkeit jedes Einzelnen ab, welche der vielfältigen Techniken den größten Erfolg bringt. Vom Nutzen der Entspannung ist die Krankengymnastin aber überzeugt. "Spannungsbedingte Krankheiten können auf diese Weise bewältigt werden und auch die Selbstwahrnehmung wird entscheidend verbessert. Belastungssituationen können rechtzeitig erkannt und Verspannungen bereits frühzeitig wieder gelöst werden. Darüber hinaus werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert", erklärt sie.
Die meisten Verfahren brauchen jedoch regelmäßige Übung über einen längeren Zeitraum. Deshalb sind laut Freyer Geduld und Kontinuität erforderlich. Außerdem setzt die Wirkung nicht sofort ein. Wer keine Ruhe oder Zeit für die Entspannung hat, kann auf einfache Schmerzmittel aus der Apotheke zurückgreifen. Er sollte aber die von der Deutschen Kopfschmerzgesellschaft empfohlene Obergrenze nicht überschreiten. Das heißt, nicht öfter als drei Tage hintereinander oder an zehn Tagen im Monat Schmerzmittel einnehmen. Bewährte Substanzen sind hierbei Acetylsalicylsäure und Paracetamol, einzeln oder in einer Kombination mit Koffein. Letzteres wirkt aktuellen Untersuchungen zufolge sogar besser als die Einzelsubstanzen. Informationen dazu finden Interessierte auf der Homepage der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.
Tipp: So entkrampfen Sie Ihren Nacken und lösen Kopfschmerzen (1868 Zeichen)
Übung 1: Legen Sie eine Hand auf die gegenüberliegende Schulter. Tasten Sie jetzt mit den Fingerspitzen den Schultermuskel ab, der vermutlich sehr fest und leicht verknotet ist. Suchen Sie sich eines der Knötchen aus und drücken Sie mit Ihrem Mittelfinger so fest darauf, dass Sie einen leichten Schmerz spüren. Fixieren Sie diesen Schmerzpunkt für circa eine Minute. Neigen Sie dabei Ihren Kopf abwechselnd zur rechten und zur linken Schulter.
Übung 2: Legen Sie Zeige- und Mittelfinger beider Hände in den Nacken und zwar so, dass Sie nah am Schädelknochen, aber trotzdem noch im Bereich der Muskulatur sind. Jetzt massieren Sie in kleinen Kreisbewegungen von außen nach innen, entlang der Schädelbasis. Wenn sich die Finger treffen, streichen Sie an der Halswirbelsäule entlang abwärts. Wiederholen Sie die Griffe vier Mal.
Übung 3: Fassen Sie mit einer Hand in den Nacken, an die Hals-Nacken- Muskulatur. Heben Sie die Muskulatur an, indem Sie sich mit den Fingern und dem Handballen selbst kneifen. Halten Sie die Muskulatur fest und bewegen Sie sie leicht von rechts nach links. Machen Sie das mit jeder Hand fünf Mal.
Übung 4: Legen Sie den Mittel- und Zeigefinger beider Hände an die Schläfen. Bleiben Sie auf dem Punkt, bewegen dabei aber die Finger kreisförmig. Der Bereich ist sehr sensibel, seien Sie deshalb sanft und üben Sie keinen Druck aus. Nach ein paar Sekunden werden Sie das Gefühl haben, als würde sich die Schädeldecke heben. Die Entspannung tritt ein. Eine halbe Minute ist für diese Übung ausreichend.
Übung 5: Stützen Sie die Ellbogen auf den Tisch. Die Kuppen der Mittelfinger berühren einen Punkt unterhalb der Augenbrauen, in der Nähe des Nasenbeins. Er ist schmerzempfindlich. Kreisen Sie nun mit mäßigem Druck auf dieser Stelle und schließen Sie für zwei Minuten die Augen.
Mit Koffein gegen Kopfschmerzen (2036 Zeichen)
(dgk) Bei starken Kopfschmerzen soll ein doppelter Espresso mit einem ordentlichen Schuss Zitrone helfen, ohne dass man bisher wusste wieso. Auch in Schmerzmitteln wirkt Koffein sehr schnell gegen Kopfschmerzen. Warum, das fanden jetzt Wissenschaftler der Universität Freiburg heraus. "Wir konnten erstmals nachweisen, dass Koffein die Bildung eines Enzyms blockiert, das für die Freisetzung von Prostaglandinen verantwortlich ist", beschreibt Dr. Bernd Fiebich vom Neurochemischen Labor am Universitätsklinikum Freiburg das neue Ergebnis. Prostaglandine sind hormonähnliche Substanzen, die unter anderem an der Weiterleitung von Schmerzen beteiligt sind. Sie spielen also eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Kopfschmerzen.
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist, dass Koffein allein nur einen geringen Hemmeffekt auf die Prostaglandinbildung hat. Die Kombination aus Koffein und einem einfachen Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) war dagegen 26 Mal stärker als die Wirkung von ASS als Einzelsubstanz. Und die Verbindung von ASS plus Paracetamol, einer weiteren Schmerzsubstanz, war sogar fast 100fach wirksamer. "Ein besonders überraschendes Ergebnis für uns war, dass eine Kombination aller drei genannten Stoffe bereits in niedriger Dosierung eine bessere Wirkung entfaltet als hohe Dosen der Einzelsubstanzen", so Fiebich. "Der beobachtete Effekt ist unter anderem dadurch zu erklären, dass Koffein die Aufnahme von ASS aus dem Darm ins Blut beschleunigt, die Stoffe sich also gegenseitig ergänzen und eine schnellere Wirkung erzielen. Bisher ist allerdings noch nicht bekannt warum", ergänzt Dr. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut und Leiter der Stiftung Kopfschmerz aus Berlin. Es hat jedoch den Vorteil, dass man die einzelnen Wirkstoffe in einem Kombinationsschmerzmittel niedriger dosieren kann und trotzdem eine gute Beschwerdelinderung erreicht. "Das wird sich auch auf die Rate von Nebenwirkungen positiv auswirken", sagt Jansen. Erste wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen diese Annahme.
Der Nutzen von Koffein in Schmerzmitteln (3212 Zeichen)
Interview mit Dr. Bernd L. Fiebich
Dr. Bernd L. Fiebich, Laborleiter, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychosomatik, Neurochemisches Labor I, Universitätsklinikum Freiburg, Hauptstrasse 5, 79104 Freiburg
Hinweis: Ein Foto des Experten kann angefordert werden unter: schmerz(à)kilian.de
Frage: In vielen Schmerzmittel-Kombinationen ist Koffein enthalten. Was soll damit erreicht werden?
Dr. Bernd L. Fiebich: Zum einen soll Koffein die Aufnahme der Acetylsalicylsäure beschleunigen, zum anderen verstärkt es die schmerzhemmende Wirkung des Paracetamols und der Acetylsalicylsäure.
Frage: Aktuelle Studien belegen, dass Koffein den schmerzlindernden Effekt von Kombinationspräparaten verstärkt. Wie erklärt sich dieses Phänomen?
Dr. Bernd L. Fiebich: Das Koffein ist in der Lage, die Synthese eines wichtigen Enzymes des Schmerzstoffwechsels, die Cyclooxygenase-2, zu hemmen. Deren Aktivität wird dann noch zusätzlich von Paracetamol und der Acetylsalicylsäure gehemmt, wodurch die Kombination dieser Substanzen mit Koffein einen viel stärkeren Hemmeffekt entwickelt, als die der Monosubstanzen.
Frage: Hat der Zusatz von Koffein Einfluss auf die Dosierung der einzelnen Wirkstoffe in Kombinationspräparaten?
Dr. Bernd L. Fiebich: Es konnte gezeigt werden, dass der Zusatz von Koffein zu geringen Mengen Acetylsalicylsäure den gleichen Effekt erzeugt wie eine hohe Dosis Acetylsalicylsäure alleine. Durch den verstärkenden Effekt des Koffeins kann mit niedrigen Dosen der Einzelsubstanzen in den Kombinationspräparaten der gleiche schmerzlindernde Effekt erzielt werden wie in höheren Dosen der Monopräparate.
Frage: Wenn die Kombinationspräparate wegen des Koffein-Zusatzes niedriger dosiert werden können, wie wirkt sich das auf die Verträglichkeit aus?
Dr. Bernd L. Fiebich: Die Nebenwirkungen von hochdosierter Acetylsalicylsäure sind hinlänglich bekannt. Durch die erniedrigte Dosis in den Kombinationspräparaten mit Paracetamol und Koffein können die Nebenwirkungen gemindert oder sogar vermieden werden.
Frage: Besteht die Gefahr von Nierenschäden?
Dr. Bernd L. Fiebich: Nein, nicht in den Dosen, in denen Koffein in den Schmerzmitteln verabreicht wird.
Frage: Besteht die Gefahr einer Koffein-Abhängigkeit?
Dr. Bernd L. Fiebich: Zu diesem Thema wurden insbesondere in den USA viele Studien durchgeführt. Eine Koffeinabhängigkeit zeigte sich nur in Dosen weit über einem Gramm, was dem 50- bis 100fachen der Dosis entspricht, die in der Regel in den Kombinationspräparaten enthalten sind (etwa 50 mg).
Frage: Würde nicht eine Tasse Kaffee den gleichen Effekt haben?
Dr. Bernd L. Fiebich: Da Kaffee nicht nur Koffein enthält, lässt sich schwer ein Vergleich ziehen. Es gibt dafür auch keine wissenschaftlichen Daten. Deshalb ist die koffeinhaltige Schmerztablette aus wissenschaftlicher Sicht vorzuziehen.
Frage: Wie sieht es in der Zukunft aus? Sind weitere Forschungen auf diesem Gebiet geplant?
Dr. Bernd L. Fiebich: In punkto Wirkung von Koffein im Zentralnervensystem sind noch viele Fragen zu klären. Wir werden demnächst weitere Studien sowohl in verschiedenen Zell- und Tiermodellen durchführen, die die molekularbiologischen und physiologischen Effekte des Koffeins auch im Zusammenspiel mit anderen Schmerzhemmern aufklären sollen.
Kopfschmerzen wirksam behandeln (3567 Zeichen)
(dgk) Ein dumpfer, drückender Schmerz, der im ganzen Kopf wahrgenommen wird, so beschreiben ihn Betroffene. Muskelspannungskopfschmerz, Stresskopfschmerz, psychogener Kopfschmerz sind die medizinischen Begriffe für dieses Empfinden. Sie vermitteln den Eindruck, die Ursachen und Auslöser der Beschwerden seien bekannt. Doch bis heute gibt es nur Theorien darüber, wie Kopfschmerzen entstehen.
Mediziner gehen davon aus, dass unterschiedliche Faktoren für Spannungskopfschmerzen verantwortlich sind. Eine zu stark angespannte Kopf- und Halsmuskulatur kann bei einigen Patienten die Schmerzen auslösen. Bei anderen, die unter chronischen Beschwerden leiden, ist vermutlich die zentrale Schmerzschwelle erniedrigt. Dadurch führen normalerweise nicht schmerzhafte Reize bei den Betroffenen zu Kopfschmerzen. Gestörte Schmerzkontrollmechanismen können ebenso Auslöser sein wie Stress. Viele Patienten leiden insbesondere in Zeiten, in denen sie beruflich und privat sehr angespannt sind, unter Kopfschmerzen. Deshalb: Lernen Sie Stress zu bewältigen und abzubauen! Planen Sie zur Stressabwehr regelmäßig Pausen in Ihren Tagesablauf ein. Yoga, Autogenes Training oder Biofeedback helfen beim Entspannen genauso wie Ausdauersport. Regelmäßiges Rad fahren, Joggen oder Schwimmen kann die Kopfschmerzen verringern. Beugen Sie außerdem unnötigen Muskelverspannungen vor, indem Sie Ihren Arbeitsplatz möglichst ergonomisch einrichten. Machen Sie zwischendurch immer wieder Lockerungsübungen.
Bei mäßigen Kopfschmerzen können leichte Druckmassagen und kalte oder warme Kompressen helfen. Probieren Sie einfach aus, welche Temperatur Sie als angenehm empfinden. Wenn der Kopf trotzdem schmerzt und Sie ihre volle Konzentration brauchen, können Sie die Schmerzen durch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke lindern. Die meisten frei verkäuflichen Schmerzmittel enthalten Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol.
Einige Präparate kombinieren die Wirkstoffe ASS und Paracetamol mit Koffein. Als Vorteile der Kombinationspräparate gilt das breitere Wirkprofil, der schnellere Wirkungseintritt, die stärkere Schmerzlinderung und die gute Verträglichkeit. Das liegt unter anderem daran, dass ASS und Paracetamol unterschiedliche pharmakologische Wirkmechanismen besitzen. Durch die Kombination dieser Wirkstoffe kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung der vorteilhaften Effekte. Paracetamol verbessert beispielsweise die entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung von ASS. Koffein erhöht den schmerzstillenden Effekt von ASS und Paracetamol.
Kombinationspräparate standen früher unter dem Verdacht, ein erhöhtes Risiko für Nierenschäden zu besitzen als Präparate mit nur einem Wirkstoff. Dieses hat sich aus den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht bestätigt. Außerdem wurde das Koffein verdächtigt, den Missbrauch dieser Präparate zu fördern. Auch dieser Vorwurf konnte mittlerweile durch ein internationales Expertengremium widerlegt werden.
Trotzdem sollte kein Schmerzmittel häufiger als drei Tage hintereinander oder öfter als zehn Tage im Monat genommen werden. Leiden Patienten über einen längeren Zeitraum täglich oder jeden zweiten Tag an Kopfschmerzen, sollten sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Dieser wird nach der Ursache der ständigen Kopfschmerzen suchen, die optimale Behandlung bestimmen und die Therapie regelmäßig überwachen.
Weitere Informationen zum Thema sowie Kontaktadressen enthält ein vierseitiger Faxabruf, der unter der Nummer 0190 / 66 11 97 (0,42 € / Min.) beim Deutschen Grünen Kreuz angefordert werden kann.
NEUES AUS DER WISSENSCHAFT (868 Zeichen)
Kopfschmerzen immer ernst nehmen
(dgk) "Stell' Dich nicht so an" - wie oft bekommt ein Kopfschmerzpatient diesen Satz zu hören? Zu Unrecht, wie eine amerikanische Studie herausfand. Wenn Patienten sich wegen schwerer Kopfschmerzen in der Notfallaufnahme eines Krankenhauses einfinden, dann meist aus gutem Grund. Von 455 Patienten, die die Notfallambulanz eines Krankenhauses in Houston aufsuchten, litt fast ein Drittel an Migräne. 73 Prozent aller Patienten mussten wegen der starken Beschwerden mit Medikamenten behandelt werden. Bei 44 Prozent verschwanden die Kopfschmerzen daraufhin, bei 47 Prozent besserten sie sich immerhin. Nur bei 9 Prozent änderte sich nichts. Hören Sie deshalb nicht auf abfällige Äußerungen und nehmen Sie Kopfschmerzen ernst. Gehen Sie zum Arzt, wenn es unerträglich wird. Schmerzen sind nicht zum Aushalten da, sondern ein Zeichen, dass etwas nicht in Ordnung ist.
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Dieses Faltblatt (Stichwort: SchmerzInfo) kann gegen Einsendung eines mit 1,10 DM / € 0,56 frankierten Standardbriefumschlages angefordert werden.
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Stichwort: SchmerzInfo
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