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Januar 2001
Glaukom - Gefahr für das Auge
Immer noch kommen viel zu viele Patienten mit einem weit fortgeschrittenen Glaukom und einem dementsprechend großen Verlust ihres Sehvermögens zum Augenarzt. Durch eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt könnte das Glaukom früh erkannt und wirksam behandelt werden. Dieser Sonderpressedienst informiert über Ursachen und Therapie des Glaukoms sowie über die Möglichkeit der Früherkennungs-Untersuchung.
Alles im Blick? (1740 Zeichen)
Beim Glaukom nimmt das Sehvermögen häufig unbemerkt ab
(dgk) Sie sind über 40 und das letzte Mal vor Ihrer Führerscheinprüfung beim Augenarzt gewesen? Dann wird es höchste Zeit für einen erneuten Arztbesuch, denn es gibt Krankheiten, wie beispielsweise den Grünen Star (auch "Glaukom" genannt), die lange Zeit unbemerkt verlaufen, jedoch dramatische Folgen für die Gesundheit haben können: Das Glaukom ist in den Industrieländern eine der häufigsten Ursachen für das Erblinden.
Eine wesentliche Rolle spielt hierbei der Augeninnendruck. Ist er stetig erhöht, gefährdet er die Durchblutung der empfindlichen Fasern des Sehnervs, der dann abzusterben droht. Die für ein Glaukom typischen Gesichtsfeldausfälle werden von dem Betroffenen meist erst in einem späten Stadium der Krankheit bemerkt. Wie kann das sein? Würde nicht jedem von uns auffallen, wenn er nicht mehr alles wahrnimmt, was sich vor seinen Augen abspielt? Nein, denn die Ausfälle finden am Rande des Blickfeldes statt, das gute bzw. normale Sehen im Zentrum bleibt bis in das Spätstadium der Erkrankung erhalten. Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass ein erhöhter Augeninnendruck normalerweise keine Schmerzen verursacht und damit kein Signal vorliegt, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Die einzige sichere Methode, um für sich selbst ein Glaukom ausschließen zu können, ist die regelmäßige Untersuchung beim Augenarzt. Ältere Menschen haben ein höheres Risiko an einem Glaukom zu erkranken als jüngere; die Früherkennungsuntersuchung, bei der das Blickfeld, der Augeninnendruck und der Sehnervkopf untersucht werden, empfiehlt sich jedoch bereits bei Menschen ab dem 40. Lebensjahr, bei Personen mit einer möglichen erblichen Veranlagung, chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder Diabetes auch schon früher.
Ab 40 zum Augen-Check (2451 Zeichen)
(dgk) Bei der Augenkrankheit Glaukom (Grüner Star) verengt sich das Gesichtsfeld im Laufe von Jahren mehr und mehr. Da dabei aber die zentrale Sehschärfe weitgehend erhalten bleibt, bemerkt ein Betroffener selbst oft kaum etwas davon, nur zufällig stellt er vielleicht einmal fest, dass etwas seinem Blick "entschwunden" ist. Diese Erkrankung kann grundsätzlich jeden treffen, das Risiko steigt aber insbesondere mit dem Lebensalter deutlich an. Auch wenn man bei sich keinerlei Anzeichen eines beeinträchtigten Sehvermögens feststellt, sollte man daher spätestens ab dem 40. Lebensjahr einen Glaukom-Test machen.
Nur die umfassende Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt kann letztlich Aufschluss darüber geben, ob ein Glaukom droht oder vielleicht sogar der Sehnerv schon Schaden genommen hat. Der Augenarzt überprüft dabei nicht nur den Augeninnendruck als Hauptrisikofaktor für einen Grünen Star, sondern beobachtet auch den Sehnervenkopf, jene Stelle auf der Netzhaut, wo der Sehnerv das Auge verlässt. Denn dort kann er aufgrund seiner Erfahrung am besten erkennen, ob bereits eine krankhafte Veränderung vorliegt. Im Verdachtsfall wird der Arzt zusätzlich noch eine Gesichtsfelduntersuchung vornehmen, die zeigt, wie groß das Ausmaß des Sehverlustes ist. Neue Untersuchungsverfahren, die beispielsweise auf der Lasertechnologie beruhen, werden es erlauben, ein Glaukom noch früher als bisher zu diagnostizieren.
Beim Glaukom entsteht der Überdruck im Auge dadurch, dass das Kammerwasser zwischen Linse und Hornhaut nicht mehr richtig abfließen kann. In der Regel verordnet der Augenarzt Augentropfen, die den Augeninnendruck senken, indem sie zum Beispiel die Produktion des Kammerwassers im Auge verringern. Ein anderes Wirkprinzip hat die Substanz Latanoprost. Statt die Produktion des für die Ernährung von Linse und Hornhaut wichtigen Kammerwassers zu bremsen, erleichtert Latanoprost auf physiologische Weise den Abfluss des Kammerwassers und senkt den Druck auf diese Weise um bis zu 35 Prozent.
Das Sehen ist einer unserer wichtigsten Sinne. Man sollte sich deshalb auch durch die 30 bis 40 Mark, die die Früherkennungsuntersuchung kostet, nicht abhalten lassen und das Problem nicht auf die lange Bank schieben. Denn durch das Glaukom einmal verursachte Schäden sind endgültig, das heißt sie lassen sich nicht mehr "reparieren". Mit einer frühzeitigen Behandlung hingegen kann das weitere Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser (2032 Zeichen)
Die Früherkennung der Augenkrankheit Glaukom gehört in die Hände von Fachleuten
(dgk) Manchmal ist der Grüne Star (Glaukom) eine doppelt heimtückische Erkrankung. Es ist tragisch genug, dass viele der Betroffenen erst dann auf ihr Leiden aufmerksam werden, wenn das Sehvermögen schon zu großen Teilen ausgefallen und unwiederbringlich verloren ist. Noch schlimmer aber: Selbst wenn man glaubt, Vorsorge getroffen zu haben, weil man regelmäßig seinen Augeninnendruck, also die Hauptursache des Glaukoms, überprüfen hat lassen, darf man sich noch nicht in Sicherheit wiegen.
Solche Augeninnendruckmessungen werden inzwischen in Deutschland von zahlreichen Augenoptikern angeboten. Eigentlich ist das auch eine gute Sache, Augenärzte weisen aber darauf hin, dass die Messung des Augendrucks alleine noch nicht für eine exakte Diagnose eines Glaukoms ausreicht. Als Begründung führen sie an, dass bei fast 30 Prozent der Glaukom-Patienten das Sehvermögen gefährdet ist, obwohl deren Augendruck noch im Normbereich von 16 bis 20 mm Hg liegt. Vermutlich reagiert der Sehnerv bei diesen Menschen besonders empfindlich.
Um ein derartiges Niederdruck-Glaukom zu entdecken, nutzt es folglich recht wenig, nur den Augeninnendruck zu messen. Der Augenarzt muss sich darüber hinaus auch den Augenhintergrund und dort besonders den Sehnervenkopf ansehen, um beurteilen zu können, ob hier bereits Schädigungen aufgetreten sind, die auf ein Glaukom hindeuten. Sollte er hierbei verdächtige Veränderungen bemerken, wird er zusätzlich testen, ob es schon zu Ausfällen im Gesichtsfeld des Patienten gekommen ist. Alle diese Untersuchungen sind nur in der Glaukom-Früherkennung beim Augenarzt enthalten.
Die Behandlung eines Niederdruck-Glaukoms unterscheidet sich kaum von der des "üblichen" Glaukoms. Auch hier wird der Augenarzt versuchen, mit geeigneten Augentropfen den Augendruck noch weiter zu senken oder zumindest nicht ansteigen zu lassen. Neuere Wirkstoffe, wie z. B. das Latanoprost, sollen zudem auch über so genannte neuroprotektive Eigenschaften verfügen, die den Sehnerven vor Schädigungen schützen können.
Augenblick `mal! (3410 Zeichen)
Eine gute und eine schlechte Nachricht zum Thema Glaukom
(dgk) Man sieht es meist nicht kommen, das Glaukom, und gerade das macht diese Augenerkrankung so gefährlich. Die Symptome beginnen in der Regel allmählich und werden daher lange Zeit nicht wahrgenommen: Das Gesichtsfeld reduziert sich immer mehr, bis man schließlich nur noch einen kleinen zentralen Ausschnitt sieht. Da dieser Sehverlust normalerweise nicht von Schmerzen begleitet wird, bleibt die Krankheit häufig lange Zeit unbemerkt.
Die schlechte Nachricht zuerst: Ein Glaukom lässt sich nicht heilen. Ist der Sehnerv erst einmal geschädigt, können sich seine empfindlichen Fasern nicht mehr regenerieren. Der Sehverlust bleibt also bestehen. Die gute Nachricht: Ein Glaukom lässt sich, wenn es adäquat behandelt wird, aufhalten, führt also nicht zwangsläufig zur Erblindung. Wichtig hierbei ist natürlich das frühzeitige Erkennen der Augenerkrankung und dies vermag mit Hilfe einige schmerzloser Untersuchungen nur der Augenarzt. Der jährliche Augen-Check sollte daher in jedem Terminkalender vorgemerkt sein.
Falls ein Glaukom vorliegt, gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten: medikamentöse Therapien, operative Maßnahmen und die Laserbehandlung.
Vordringlichstes Ziel bei der Glaukom-Therapie ist die Senkung des Augeninnendrucks, der in der Regel erhöht ist und daher zu einer Schädigung des Sehnervenkopfes führt. Hier gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder verbessert man den Abfluss des so genannten Kammerwassers oder man verringert seine Produktion.
An erster Stelle einer Therapie zur Augeninnendrucksenkung bei der häufigsten Form, dem so genannten primären Offenwinkelglaukom, steht die medikamentöse Behandlung. In der Regel handelt es sich bei den eingesetzten Medikamenten um Augentropfen. Es stehen verschiedene Wirkstoffgruppen wie Miotika, Betablocker (bekannt aus der Herz-Kreislaufmedizin), Prostaglandine und einige weitere Substanzen zur Verfügung, die auch zum Teil kombiniert werden können. Aber auch das beste Medikament nützt nichts, wenn es nicht der Anordnung des Arztes/der Ärztin entsprechend angewandt wird. Und das geschieht trotz der ernsthaften Folgen, die ein Glaukom haben kann, immer noch zu häufig. Dabei gibt es Augentropfen, die beispielsweise die Substanz Latanoprost enthalten, und im Gegensatz zu anderen Tropfen nur einmal am Tag eingeträufelt werden müssen - die Behandlung wird daher nicht als lästig oder lebenseinschränkend empfunden, was die Bereitschaft zur "Mitarbeit" des Patienten steigern kann. Außerdem senkt der Wirkstoff Latanoprost den Augeninnendruck bis zu 35 Prozent und erfüllt somit den Richtwert, den Augenärzte für die Dauerbehandlung von Glaukom-Patienten fordern.
Reagiert ein Patient allergisch oder mit Reizungen auf die medikamentöse Therapie oder ist er beispielsweise aufgrund heftig zitternder Finger nicht in der Lage, sich Augentropfen einzuträufeln, kann eine Laserbehandlung versucht werden. Mit dem Laser werden nach dem Aufbringen eines lokalen Betäubungsmittels kleine Löcher in das Abflusssystem "geschossen", damit das Kammerwasser besser abfließen kann. Allerdings ist der drucksenkende Effekt nicht über Jahre dauerhaft.
Bei der Operation, die in der Regel in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, schafft der Augenarzt einen künstlichen Abfluss für das Augenwasser. Ziel ist es, den Druck so möglichst auf Lebzeiten zu regulieren, was jedoch auch nur bei 20 Prozent der Patienten dauerhaft gelingt.
Moderne Verfahren sichern Glaukom-Früherkennung (2925 Zeichen)
(dgk) Rund eine Million Menschen in Deutschland werden zurzeit aufgrund eines Glaukoms (Grüner Star), einer Augenerkrankung, die mit zunehmendem Sehverlust einhergeht, behandelt. Die Dunkelziffer nicht erkannter Erkrankungen dürfte mindestens noch einmal so hoch sein, schätzen Experten.
Die Diagnose eines Glaukoms ist nicht immer ganz einfach, da die für die Augenerkrankung typischen Krankheitszeichen nicht zwangsläufig vorliegen müssen: Ein erhöhter Augeninnendruck beispielsweise zählt zu den klassischen Anzeichen für ein Glaukom. Manchmal liegt der Augeninnendruck jedoch auch im normalen Bereich und ein überempfindlicher Sehnerv ist die Ursache für das Glaukom. Die im Zusammenhang mit dem Grünen Star auftretenden Gesichtsfeldausfälle kann das Gehirn trotz fortgeschrittener Gewebeschädigung lange Zeit kompensieren, so dass die gängige Prüfung des Gesichtsfeldes nicht unbedingt ein auffälliges Ergebnis zeigen muss.
Entscheidend für die Gesichtsfeldausfälle sind Strukturveränderungen des Sehnervenkopfs und der Sehnervenfasern. "Die exakte Dokumentation von Sehnerv und Nervenfasern ist deshalb bei einem Glaukomverdacht von besonderer Bedeutung", erklärt Professor Reinhard Burk, von der Universitäts-Augenklinik Heidelberg. Ein wesentlicher Fortschritt zur Abklärung der Diagnose sei die Einführung der so genannten Laser-Scanning-Tomographie. Bei diesem bildgebenden Verfahren wird der Augenhintergrund von einem Laserstrahl schwacher Intensität Punkt für Punkt abgetastet. Aus einer Serie von Schnittbildern kann so die räumliche Struktur von Sehnervkopf und Nervenfaserschicht rekonstruiert werden. Bislang wurden für die Darstellung von Sehnervkopf und Sehnerfaserschicht fotografische Techniken verwendet.
"Je früher krankhafte Veränderungen auf struktureller und funktioneller Ebene erkannt werden, desto differenzierter können therapeutische Maßnahmen eingesetzt werden und desto größer ist die zu erwartende Effizienz", so Professor Burk und er erklärt weiter: "Je nach Schadensausmaß und Risikoabschätzung kommen als Behandlungsmethoden die Anwendung von Augendruck regulierenden Augentropfen, laserchirurgischen Verfahren oder eine Operation in Betracht."
In den meisten Fällen können Augentropfen helfen, das Glaukom und damit die Verschlechterung des Sehvermögens aufzuhalten. Die drucksenkenden Wirkstoffe gelangen so am besten an den "Ort des Geschehens". Die modernen Glaukom- Medikamente, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Latanoprost, erfordern sogar nur noch ein einmaliges Einträufeln am Tag, am besten vor dem Einschlafen.
Beim Grünen Star kommt es ganz entscheidend darauf an, dass er so früh wie möglich und gezielt behandelt wird - das funktioniert aber nur mit der entsprechenden Eigeninitiative jedes Einzelnen. Das gilt sowohl für das Wahrnehmen der jährlichen Früherkennungsuntersuchung spätestens ab dem 40. Lebensjahr, als auch für die konsequente Einnahme der Medikamente.
Nur steter Tropfen hilft (2134 Zeichen)
(dgk) Der Grüne Star ist ein chronisches Augenleiden, von dem allein in Deutschland rund eine Million Menschen betroffen sind. Eine weitere Million Bundesbürger trägt ein erhöhtes Risiko, ebenfalls noch zu erkranken. Zwar gibt es sehr gut wirksame Medikamente, die das Voranschreiten der Erkrankung aufhalten können, doch wie bei allen chronischen Krankheiten kommt es darauf an, dass der Patient seine Arznei auch regelmäßig nimmt, damit der Augeninnendruck, die Hauptursache des Glaukoms, dauerhaft gesenkt wird. Beim Glaukom ist das besonders wichtig, da Schäden am Sehnerven nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Augenärzte können ein Lied davon singen, dass gerade Glaukom-Patienten sich nicht immer an diese Vorgaben halten, zu oft werden die Medikamente einfach vergessen. Der Grund dafür mag darin zu sehen sein, dass Glaukom-Arzneien in der Regel als Augentropfen verordnet werden, da so die drucksenkenden Wirkstoffe direkt an den Ort gelangen, wo sie benötigt werden.
Jeder, der einmal Augentropfen nehmen musste, kann nachvollziehen, dass dies eine nicht immer angenehme Prozedur ist. Oft brennen danach die Augen eine Weile und manchmal ist der Blick eine Zeit lang verschleiert. Da die so genannte Compliance, also die korrekte Einhaltung der Anwendungsvorschriften, aber ganz entscheidend für den Erfolg der Glaukombehandlung ist, versuchen die Hersteller dieser Präparate zunehmend, den Wünschen der Glaukom-Patienten entgegenzukommen. Mussten die Augentropfen früher bis zu vier Mal am Tag eingeträufelt werden, so ist dies heute eher die Ausnahme. Bei modernen Glaukom-Medikamenten, die den Wirkstoff Latanoprost enthalten, genügt es beispielsweise, wenn man die Tropfen nur ein Mal täglich, am besten kurz vor dem Schlafengehen, nimmt. Das erleichtert es den Patienten enorm, die Einnahmeempfehlungen auch konsequent einzuhalten.
Fehler werden häufig aber auch beim Einträufeln selbst gemacht. Zu oft, so sagen Augenärzte, gehe der größte Teil der wirksamen Substanzen nicht in das Auge, sondern daneben. Wie man richtig tropft, sollte man sich deshalb von seinem Augenarzt genau zeigen lassen und üben.

