DGK e.V. -Sonderpressedienst 'Fatigue' November 2001
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Deutsches Grünes Kreuz, Krebstherapie, Nebenwirkungen, Blutbildung, Erschöpfung, Blutkörperchen, Erythrozyten, Blutarmut, Alltag, Fatigue-Tagebuch
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Sonderpressedienst 'Fatigue'
November 2001

Krebstherapie mit Nebenwirkung: müde, antriebslos, allein (3091 Zeichen)
 

Viele Tumorpatienten leiden unter Fatigue


(dgk) In Deutschland erkranken jährlich 350.000 Menschen an einem Tumor. Das sind etwa 1.000 am Tag. Mit modernen Methoden können Tumore heute schon früh entdeckt, wirksam behandelt und oft dauerhaft in Schach gehalten werden. Doch leider haben diese Behandlungsmethoden zum Teil gravierende Nebenwirkungen.


Zu den Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie gehören neben Schmerzen und Übelkeit auch chronische Erschöpfung, die selbst nach einer erfolgreichen Behandlung bestehen bleiben kann. Müdigkeit und Erschöpfung können auch unmittelbare Folgen der Erkrankung selbst sein. In der Medizin werden diese Symptome zu dem Krankheitsbild "Fatigue" (sprich: fatieg) zusammengefasst. Rund 60 bis 90 Prozent aller Krebspatienten sind betroffen. Manche krebskranke Menschen fühlen sich schon während der Therapie oft so müde und schwach, dass die Behandlung unterbrochen werden muss. Zu dem Gefühl körperlicher Ermattung kommen nicht selten ausgeprägte Stimmungsschwankungen und psychische Störungen wie Depressionen. Wann, wie lange und wie schlimm diese Nebenwirkungen auftreten, ist bei jedem Menschen unterschiedlich und zudem von der jeweiligen Therapie abhängig.

Grund der chronischen Erschöpfung ist meist eine Blutarmut, medizinisch Anämie genannt. Die Anzahl der roten Blutkörperchen, die zusammen mit dem Blutfarbstoff - dem Hämoglobin - für den Transport des Sauerstoffs im Blut verantwortlich sind, ist im Vergleich zum gesunden Menschen zu niedrig. Wie kommt es dazu? Die Anämie wird in manchen Fällen durch den Tumor selbst hervorgerufen. Aber auch die Chemo- oder Strahlentherapie, deren Aufgabe es ist, die Tumorzellen in ihrer Teilungsaktivität einzuschränken, kann zu Blutarmut führen, denn normale Zellen reagieren dann ebenfalls mit verlangsamter Teilung. Zu diesen gehören die für die Blutbildung wichtigen Zellen des roten Knochenmarks. Wenn die Blutbildung gestört ist, reicht das körpereigene, die Ausreifung der Zellen stimulierende Nierenhormon Erythropoetin für die Blutbildung nicht aus; die entsprechenden Zellen im Knochenmark reifen nicht in ausreichender Menge zu roten Blutkörperchen heran.

Es gibt Möglichkeiten, die Fatigue durch medikamentöse Maßnahmen und Verhaltensänderungen (siehe dazu: Was man tun kann, um mit Fatigue im Alltag besser umzugehen, Seite 7) zu lindern und möglicherweise sogar zu überwinden. Für die Behandlung der Blutarmut und damit die Wiederherstellung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit wird heute das körpereigene Hormon Erythropoetin eingesetzt. Dieses Nierenhormon kurbelt im Knochenmark die Bildung von roten Blutkörperchen an. Nach nur kurzer Zeit verbessern sich die Blutwerte und damit die Sauerstoffversorgung im Körper, und die Symptome werden gelindert. Ältere Methoden wie die Bluttransfusion können damit in der Regel ersetzt werden. Klinische Studien zeigen, dass bei Patienten, die regelmäßig Erythropoetin als Medikament erhielten, der Hämoglobinwert anstieg und sich die Lebensqualität deutlich verbesserte. Für die Therapie der Blutarmut können auch Vitamin- und Eisenpräparate gegeben werden.


Hintergrundinformation: Der Prozess der Blutbildung (1604 Zeichen)
 

(dgk) Betrachtet man Blut mit bloßem Auge, so hat es den Anschein, als handle es sich um eine ho-mogene Flüssigkeit. In Wirklichkeit ist der "Lebenssaft" ein komplexes Gemisch aus verschiedenen Bestandteilen. Zu etwa 55 bis 60 Prozent besteht das Blut aus Blutplasma, zu 40 bis 45 Prozent aus festen Bestandteilen, den Blutkörperchen. Blut dient nicht nur als Transportmittel für Sauerstoff, Hormone und Nährstoffe, es transportiert zugleich Abfallprodukte und Kohlendioxid wieder ab. Es reguliert den Wärmehaushalt, dichtet geschädigte Gefäße durch seine Gerinnungsfähigkeit ab und hat wesentlichen Anteil an der Abwehr von Krankheitserregern und störenden körpereigenen Zellen.
Bei den Blutkörperchen unterscheidet man grob drei Gruppen: Die größte Gruppe (99 Prozent) bilden die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die den Sauerstoff und das Kohlendioxid transportieren. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehören zu den Abwehrzellen, und die Blutplättchen (Thrombozyten) sind an der Blutgerinnung beteiligt.
Blutzellen werden in den Hohlräumen der blutbildenden Knochen, dem so genannten roten Knochenmark gebildet. In jeder Sekunde müssen über zwei Millionen Blutkörperchen neu gebildet werden. Alle drei Zellarten entwickeln sich aus undifferenzierten Stammzellen. Diese Zellen haben das Potenzial, sich durch laufende Teilung in eine der betreffenden Zell-Linien zu differenzieren. Über mehrere Vorstufen verwandeln sich die Stammzellen in rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Am Ende ihrer Lebenszeit werden die Blutkörperchen in der Milz abgebaut.


Chronische Erschöpfung behindert Krebstherapie (3357 Zeichen)
 

Fatigue - eine der häufigsten Tumor-Nebenerkrankungen - mindert die Lebensqualität und beein-trächtigt den gesamten Therapieerfolg


(dgk) Von den 350.000 jährlich in Deutschland neu an Krebs erkrankenden Menschen leiden alle an besonderen Begleiterscheinungen des Tumors und der Tumorbehandlung. Neben Schmerzen und Übelkeit wird der Behandlungserfolg einer Krebstherapie vor allem von einem weiteren Begleitsyndrom mitbestimmt: Der chronischen Erschöpfung - der krebsassoziierten Fatigue.

Eine einheitliche Definition für das Fatigue-Syndrom gibt es bislang noch nicht, die Symptome sind sehr unterschiedlich, reichen von körperlichen über psychische bis zu sozialen Erscheinungsformen. 60 bis 90 Prozent aller Krebspatienten leiden an Fatigue, sie alle erleben diese Krankheit individuell unterschiedlich. Zentral in den Aussagen der Patienten sind chronische Erschöpfung und das gänzliche Fehlen von Energie. Müdigkeit, Ermattung und Antriebslosigkeit werden genannt. Treppensteigen und sogar kurze zu Fuß zurückgelegte Distanzen bereiten große Schwierigkeiten, es kommt zu Schmerzen in den Beinen und Atemnot. Die einfachsten täglichen Aktivitäten wie Essenkochen, Aufräumen, Bettenmachen oder Duschen werden als kräftezehrende Anstrengungen empfunden. Depressive Stimmungen und Lebensunlust kommen hinzu. Die Lebensqualität ist erheblich gemindert.

Die krebsassoziierte Fatigue ist eine Folge der Krebserkrankung beziehungsweise der Krebstherapie (Strahlen- oder Chemotherapie) und hält häufig auch dann noch an, wenn die Therapie - erfolgreich - abgeschlossen ist. Sie wird fast immer durch Blutarmut (Anämie) hervorgerufen. Als blutarm bezeichnet man einen Menschen, dessen Blut einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) aufweist. Mehren sich die Symptome einer Fatigue, sollte der Hämoglobinwert (Hb) im Blut geprüft werden. Das Hämoglobin, der Blutfarbstoff, sorgt zusammen mit den roten Blutkörperchen für die Sauerstoffversorgung im Körper. Angeregt wird die Blutzellenbildung durch ein Nierenhormon, das Erythropoetin. Wird von diesem Hormon zu wenig gebildet, sinkt die Zahl der roten Blutkörperchen. Für das Hämoglobin gibt es Normwerte, in Gramm pro 100 Milliliter Blut: Bei Frauen soll der Hb-Wert zwischen 12 - 16 g/dl (bzw. 7,5 - 10,9 mmol/l) sein, bei Männern 14 - 18 g/dl (bzw. 8,7 - 11,25 mmol/l). Ist der Wert unter 12 g/dl (bzw. 7,5 mmol/l), spricht man von Blutarmut.

Abgesehen davon, dass Fatigue die Lebensqualität des Krebspatienten mindert, stellt sie ein Hindernis in der Bekämpfung des Tumors und für den Behandlungserfolg dar. Fatigue kann beispielsweise die Anzahl der geplanten Chemotherapiezyklen begrenzen, weil der Patient zu sehr unter der chronischen Erschöpfung leidet. Damit wird die Wirksamkeit der Therapie insgesamt beeinträchtigt. Eine Studie bei Lungenkrebspatienten ergab, dass Blutarmut einen überaus ungünstigen Effekt auf die Lebenserwartung der Patienten hatte.

Zur Therapie der Fatigue ist es angezeigt, den Hb-Wert zu erhöhen, also die Blutarmut zu beseitigen. Bislang waren Bluttransfusionen häufig eingesetztes Behandlungsmittel. Allerdings dauert die Transfusion einige Stunden, und ihre Wirksamkeit hält nicht lange an. Eine Alternative stellt die Gabe des blutbildenden Hormons Erythropoetin dar. Mehr als 50 Prozent aller Patienten (bei einzelnen Tumorarten sogar 70 bis 90 Prozent) sprechen auf die Therapie gut an. Ergänzend können zur Behebung der Blutarmut Eisenpräparate und Vitamine eingenommen werden.


Hintergrundinformation: Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) (2103 Zeichen)
 

(dgk) Etwa 30.000 Milliarden rote Blutkörperchen (Erythrozyten) besitzt ein erwachsener Mensch. Wenn man sie hintereinander zu einem Band anordnen würde, könnte man es fünfmal um den Äquator legen.

Die Erythrozyten werden im roten Knochenmark gebildet, sind kernlos und dienen dem Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid. Noch bevor sie ihren Kern während der Reifung im Knochenmark verlieren, wird der Blutfarbstoff Hämoglobin gebildet, der dem Blut die typische rote Farbe verleiht. Hämoglobin, das etwa ein Drittel der Gesamtmasse der Erythrozyten ausmacht, ist ein Eiweißmolekül, das eisenhaltige Farbstoffkomponenten enthält, das Häm. Das Eisen dieser Hämgruppe ist in der Lage, in der Lunge den Sauerstoff locker anzulagern und im Gewebe wieder abzugeben.

Die Bildung der roten Blutkörperchen muss ständig in angemessenem Umfang stimuliert werden. Ein Missverhältnis zwischen Erythrozytenbildung und einem Abbau der roten Blutkörperchen führt entweder zu einer Blutarmut (Anämie) oder zu einer Blutfülle (Polyglobulie). Blutfülle entsteht, wenn in Bezug auf das Gesamtvolumen des Blutes zu viele rote Blutkörperchen vorhanden sind und sich dadurch die Fließeigenschaften des Blutes verändern: Das Blut wird zäh. Folge sind Durchblutungsstörungen, die zum Beispiel einen Schlaganfall auslösen können.

Bei einer Blutarmut ist häufig die Erythrozytenbildung gestört. Mangelt es an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12, werden nicht mehr ausreichend funktionstüchtige Erythrozyten gebildet. Häufig führt auch ein Mangel des Nierenhormons Erythropoetin, das die Blutbildung stimuliert, zur Anämie. Seltener sind Anämien, die durch zu starken Abbau der roten Blutkörperchen hervorgerufen werden.

Die roten Blutkörperchen zirkulieren etwa 120 Tage im Blut. In der Milz werden sie regelmäßig "geprüft": Alte und funktionsuntüchtige Erythrozyten werden aus dem Blutkreislauf entfernt, zerlegt und abgebaut. Das Hämoglobin wird in Häm und Globin aufgespalten, das Eisen aus dem Häm freigesetzt und gleich von einem Transportprotein aufgenommen, um es vor einer Ausscheidung durch die Niere zu schützen.


Komplementäre Methoden in der Krebstherapie (2952 Zeichen)
 

Mit Musik- und Kunsttherapie sowie Entspannungstechniken lässt sich die Lebensqualität von Krebspatienten erhöhen


(dgk) Viele Krebspatienten leiden stark an chronischer Erschöpfung, so genannter Fatigue, die meist in Folge einer Blutarmut (Anämie) entsteht und bei den Betroffenen individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Verursacht wird die Anämie durch den Tumor selbst oder aber durch die Chemo- oder Strahlentherapie. Für die Betroffenen ist diese Einschränkung der Lebensqualität überaus belastend, viele empfinden sie als weit schlimmer als die mit der Krebserkrankung einher gehenden Schmerzen: Sie fühlen sich bereits durch die einfachsten Tätigkeiten wie Duschen, Einkaufen oder Treppensteigen gänzlich erschöpft, haben oft Depressionen, isolieren sich von ihrer Umwelt und verlieren ihre gesamte Lebensfreude. Dabei sind gerade Lebensqualität und psychische Stabilität wichtig als Basis für die Bewältigung der Krankheit. Liegt eine Anämie vor, muss sie gezielt behandelt werden.
Für die Verbesserung der Lebensqualität und einen Therapieerfolg kann man darüber hinaus noch mehr tun. Seit etwa 25 Jahren befassen sich in Deutschland Psychoonkologen mit dem Zusammenspiel von Seele und (erkranktem) Körper. Der Behandlungsansatz ist interdisziplinär und vereinigt Mediziner, Psychologen, Soziologen und Therapeuten.

Im Zentrum der Forschung stehen Fragen nach psychischen Faktoren, die Krebs mitverursachen können und Erscheinungen, die in Folge der Erkrankung auftreten: Diagnoseschock, Ängste unterschiedlichster Art, geminderte Lebensqualität, Partnerschaftsprobleme und Probleme im familiären Umfeld sowie der Umgang mit Tod und Sterben. Ziel der psychoonkologischen Forschung ist die Suche nach psychosozialen Faktoren, mit deren Hilfe der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann. Was kann die Bewältigung der Krankheit unterstützen, welche Hilfen sozialer oder psychologischer Art sind ratsam? Wie lassen sich die Gesamtbefindlichkeit und die Lebensqualität des Betroffenen und seiner Angehörigen verbessern?

Zu den bereits erprobten Techniken gehören Autogenes Training, Einzel- und Gruppentherapie, Entspannungstechniken, Meditation, Massage, Musik- und Kunsttherapie. Alle diese Behandlungen zusammen bezeichnet man auch als Komplementärmedizin oder Integrativmedizin, das heißt, ergänzend zu den klassischen Behandlungsmethoden (Operation, Chemo- oder Strahlentherapie) wird versucht, im Sinne eines Gesundheitstrainings die Patienten in der Bewältigung der Krebserkrankung und in ihrem Willen zur seelischen Heilung zu unterstützen. Die positiven seelischen und körperlichen Effekte bei krebskranken Menschen sind laut Aussage von Psychoonkologen ernorm, die Lebensqualität verbessert sich deutlich.

Informieren können sich Patienten und Angehörige bei den beiden großen psychoonkologischen Fachverbänden:

 


Verlängert eine Therapie der Blutarmut das Leben von Tumorpatienten? (2189 Zeichen)
 

Auswirkungen des Hämoglobinwertes (Hb-Wertes) auf das Therapieergebnis


(dgk) Seit einiger Zeit weiß man, dass die Gabe des Nierenhormons Erythropoetin bei Krebspatienten mit Fatigue-Syndrom die Blutwerte verbessert und die Lebensqualität deutlich erhöht. Die krebsassoziierte Fatigue entsteht sehr oft in Folge einer Blutarmut (Anämie). Viele Symptome wie das Gefühl sehr starker Erschöpfung schon bei den leichtesten Alltagstätigkeiten, Konzentrationsstörungen, Antriebsschwäche sowie Depressionen werden gelindert. Neueste Studien einer Medizinergruppe aus Oxford legen nun die Vermutung nahe, dass eine Erhöhung des die Blutarmut kennzeichnenden Hämoglobin-Wertes (Hb-Wert) den Therapieerfolg im Ganzen verbessert. Unter Therapieerfolg versteht man in diesem Fall ein Ansprechen auf die Behandlung und die Verlängerung der Überlebenszeit des Tumorpatienten.

An der Studie nahmen 357 Patientinnen mit Anämie teil, die an bösartigen Tumoren litten und zur Behandlung eine Chemotherapie erhielten. Das Ergebnis: Tumor- Patientinnen, die mit Erythropoetin behandelt wurden, überlebten länger. Die mittlere Überlebenszeit verbesserte sich von 11 auf 17 Monate. Der daraus ersichtliche Unterschied im Überlebensvorteil von sechs Monaten ist statistisch allerdings nicht signifikant, sondern muss durch weitere Studien überprüft werden.

Dennoch sind die Ergebnisse der britischen Studie sehr überraschend. Bislang herrschte die Lehr-meinung, ein niedriger Hb-Wert schade Krebspatienten nicht. Eher sei es für die Krebsbehandlung von Vorteil, die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff zu reduzieren, weil man davon ausging, dass Tumorzellen einen erhöhten Sauerstoffbedarf haben. Die Studie zeigte nun jedoch das Gegenteil: Obwohl auch das Tumorgewebe in Folge der Korrektur der Blutarmut mit mehr Sauerstoff versorgt wurde, lebten die behandelten Patientinnen länger. Daraus leitet sich die Vermutung ab, dass möglicherweise Tumore durch die erhöhte Sauerstoffversorgung sensibler auf die Chemotherapie reagieren. Auch ein Effekt auf psychischer Ebene ist denkbar: Ist die Anämie behoben, reduziert sich der Leidensdruck, der durch die Fatigue entstanden ist. Damit stärken sich zugleich die Lebensqualität, der Überlebenswille und das Immunsystem.


Was kann man tun, um mit Fatigue im Alltag besser umzugehen? (1687 Zeichen)
 

Tipps:

  • Verschweigen Sie Ihre Symptome nicht.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie und anderen nahestehenden Menschen über Ihre Erschöpfung und die damit einhergehenden Gefühle.
  • Planen Sie Ihren Tagesablauf: Bauen Sie Erholungspausen ein. Häufigere kurze Pausen sind besser als eine lange Ruhephase.
  • Trinken Sie möglichst viel und essen Sie so gut Sie können, auch wenn der Appetit nicht sehr ausgeprägt ist. Bei der Ernährung sollten Sie auf eisenhaltige und vitaminreiche Kost achten.
  • Kurze Spaziergänge oder leichte gymnastische Übungen aktivieren den Kreislauf.
  • Versuchen Sie, sich Ihre Lieblingsaktivitäten zu erhalten; wenn diese zu anstrengend sind, sollten Sie mehr Pausen einplanen und die Aktivitäten "vereinfachen".
  • Das Führen eines Tagebuchs ist sinnvoll, in das Sie täglich eintragen, wie Sie sich fühlen und das Ihnen Ihre Tagesplanungen erleichtern kann. So finden Sie die günstigsten Zeitpunkte für anstrengendere Aktivitäten heraus.
  • Besuchen Sie nach Möglichkeit eine Selbsthilfegruppe; der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen und Empfindungen haben, ist Stütze und Erleichterung zugleich.
  • Sparen Sie Kräfte auf für die Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind.
  • Nehmen Sie Hilfe von anderen Menschen an! Auch bei Tätigkeiten, die Sie sonst immer selbst verrichtet haben.
  • Beobachten Sie, welche Tätigkeiten und Aktivitäten Sie weniger belasten und ermüden und schreiben Sie sich dazu eine Prioritätenliste.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über Fatigue, erfragen Sie Ihren Wert des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Dieser sollte mindestens bei 12 g/dl (bzw. 7,5 mmol/l) liegen; Fragen Sie nach weiteren (auch medikamentösen) Behandlungsmög- lichkeiten.

 


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