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Mai 2000
Expertenrat zu Sonnenschutz (906 Zeichen)
Mobile Hautschutzberatung in vielen Städten
(dgk) Sonnenschutz ist kein Produkt aus der Tube, sondern Ergebnis einer bewussten Auseinandersetzung mit Risikofaktoren. Weil die ohne Beratung aber schwierig ist, gibt es in diesem Jahr mobile Unterstützung durch das Deutsche Grüne Kreuz und ein Hautärzteteam. In der Zeit vom 22. Mai bis zum 30. Juni fährt ein Infobus 25 Städte an. Passanten können sich darin kostenlos einem Haut-Check unterziehen und erhalten eine individuelle Beratung. Die Aktion, unterstützt von der Firma Vichy, findet vor dem Hintergrund steigender Raten von Hautkrebserkrankungen statt. An Bord des Infobus befinden sich Messgeräte zur Ermittlung der Eigenschutzzeit und zur Beurteilung von Pigmentveränderungen. Holen Sie sich den kostenlosen Expertenrat vom Hautarzt! In unserer Stadt macht der Infobus am ... von 10 bis 18 Uhr auf dem ... Platz halt.
Informationen zum Sonnenschutz (795 Zeichen)
(dgk) Sonne ist schön, Sonne ist gefährlich. Was denn jetzt! Antworten gibt die Broschüre "Auf in die Sonne - wie Sie sich und Ihr Kind vor UV-Strahlung schützen". Die kostenlose Publikation richtet sich an alle interessierten Laien und informiert ohne Panikmache. Leicht verständlich werden darin Fragen behandelt wie: Was ist UV- Strahlung? Wann ist sie besonders intensiv? Welche weiteren biologischen Auswirkungen hat Sonnenlicht auf den Organismus? Warum reagiert Kinderhaut anders auf Sonnenlicht? Sonne und Sonnenallergie, Sonne und Krebs - wie hängt das zusammen?
Die kostenlose Broschüre ist gegen Einsendung eines mit 3 Mark frankierten C5- Rückumschlages erhältlich unter folgender Adresse: Deutsches Grünes Kreuz e. V., "Auf in die Sonne", Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.
Das Deutsche Grüne Kreuz macht mobil (962 Zeichen)
Expertenrat zu Sonnenschutz
(dgk) Seit einigen Jahren schon ist Sonnenschutz ein Thema der Aufklärungsarbeit im Deutschen Grünen Kreuz. In diesem Jahr bleibt es aber nicht bei schriftlichen Informationen. In den Monaten Mai und Juni findet in 25 Städten eine mobile Sonnenschutzberatung statt. Unterstützt wird die Aktion von niedergelassenen Dermatologen und vielen Landesverbänden der Hautärzteschaft.
Auf öffentlichen, gut frequentierten Plätzen bieten Experten im Infobus kostenlose Haut-Checks an. An Bord des Fahrzeugs befinden sich auch Messgeräte wie z. B. eine Kamera, die in äußerlich unauffälliger Haut kritische Pigmentveränderungen sichtbar machen kann und ein Melanin-Messgerät, mit dem der Eigenschutz der Haut ermittelt wird. Hautärzte bewerten den Hautzustand und beraten zum persönlichen Schutz in der Sonne. Die Daten können auf Wunsch in einem "Sonnenpass" festgehalten werden, den der Teilnehmer als Gedächtnisstütze mitnehmen kann.
Was Hänschen nicht lernt... (3656 Zeichen)
Es gibt gute Gründe, Kinder in der Sonne zu schützen
(dgk) Sonne auf der Haut, das ist schön, gesund und gibt Kraft. Es tut gut, wie Hans im Glück auf der sonnigen Wiese zu liegen und auf die Geräusche der Natur zu horchen.
Sonnenlicht ist aber ganz schnell überdosiert - und zu viel bedeutet einen Angriff auf das Immunsystem. Natürlich hat der Körper Schutzmechanismen. Nachts, während der so genannten Dunkelreparatur bringen spezielle Reparaturenzyme die durch UV- Strahlen "angeschossenen" Gene wieder in Ordnung. Nach einigen Tagen Besonnung entwickelt sich als "Gegenwehr" die Bräune. Sie ist ein Schutzschild aus Melaninpigmenten, die sich nach außen, zur Hautoberfläche hin, vor die Zellkerne legen. Melanin filtert auftreffende UV-Strahlung oder schwächt diese ab. Dann gibt es noch die Lichtschwiele, eine Verdickung der Hornhaut. Sie verhindert das Eindringen der Strahlung in tiefere Zellschichten. Und auch eine körpereigene Substanz, die Urocainsäure im Schweiß, schützt. Sie setzt sich zwischen den verhornten Zellen fest und reflektiert UVB-Licht.
All diese Reparaturmechanismen sind in der kindlichen Haut noch nicht oder viel schwächer ausgebildet. Bedenkt man, dass ein Mensch die Hälfte der Sonnenein- strahlung des ganzen Lebens bis zum 18. Lebensjahr erhält, wird die Gefährdung deutlich. Kinder und Jugendliche zieht es naturgemäß oft und lange ins Freie. Wenn ihre Haut aber zu viel Sonne abbekommt, sind chronische Lichtschäden programmiert. So ist auch der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ein Hautkrebs der jungen Jahre. Die Entstehung des Melanoms hängt ganz eng mit der Häufigkeit von Sonnenüberlastungen in der Jugend zusammen.
Heute stellen sich deshalb so viele Patienten mit Krebs in der hautärztlichen Praxis vor, weil sie in jungen Jahren sorglos mit sich und der Sonne umgegangen sind - oder aber, weil sie Sonnenschutzpräparate benutzt haben, die falsche Sicherheit gegeben haben. Vor zwanzig Jahren war es gang und gäbe, sich mit reinem UVB-Schutz einzucremen und damit nur das Symptom Sonnenbrand zu unterdrücken. Währenddessen traf aber die volle Dosis an UVA-Strahlung, die viel intensiver ist und tiefer eindringt als UVB, auf die Haut auf und richtete an den melaninbildenden Zellen unbemerkt irreparable Zellschäden an. Aus den defekten Zellen ist im Laufe der Jahre ein Melanom geworden.
Während Basaliome und Spinaliome eher UVB-induzierte Hautkrebsarten sind, die sich in der zweiten Lebenshälfte entwickeln, früh erkannt heilbar sind und meist dort entstehen, wo die Haut immer der Sonne ausgesetzt war (im Kopf- und Halsbereich, Basaliome zusätzlich an Rumpf und Füßen), kann das UVA-induzierte Melanom, unabhängig vom Ort der Sonnenbelastung, am ganzen Körper auftreten. Es ist bösartig, weil es schnell wächst und Tochtergeschwülste (Metastasen) ausbildet. Gefährdet sind insbesondere hellhäutige Menschen mit vielen Pigmentmalen. Nur Früherkennung hilft Leben retten!
Gegen ein genüssliches Sonnenbad wie bei Hans im Glück ist nichts einzuwenden. Aber einige Regeln sind dabei zu beherzigen: Sonnenschutzpräparate mit photo- stabilem Breitbandfilter verwenden - der zersetzt sich nicht unter UV-Einfluss. Hohe Faktoren wählen - Faustregel für den Pigmenttyp "hellhäutiger Europäer" für zwei Stunden Mittagssonne: Minimum ca. UVB-Faktor 15 (=LSF), UVA-Faktor 10. Kleinkinder gehören aber überhaupt nicht in die pralle Sonne. Luftig angezogen im Schatten spielen ist doch schöner. Kinder benötigen auch im Schatten besonders hohe Schutzfaktoren, idealerweise hypoallergene, kinderärztlich getestete Produkte. Der Apotheker kennt sich am Besten im Produktdschungel aus!
Hätten Sie's gewusst? (1464 Zeichen)
Nicht jeder reagiert gleich auf Sonne - für manche Haut sind 10 Minuten schon zuviel
(dgk) Sonne macht braun. Aber nicht jeden. Die unterschiedliche Lichtempfindlichkeit zwischen hell- und dunkelhäutigen Menschen kommt durch die Aktivität der Pigment bildenden Zellen in der Oberhaut und die Art des gebildeten Melaninpigments zustande. Beim besonders hellhäutigen "keltischen Typ" wird meist ein rötliches Pigment mit einer grobkörnigen Verteilung (Sommersprossen) gebildet. Der dunkelhäutige "mediterrane Typ" bildet dagegen ein bräunliches Pigment, das sich in der Haut fein verteilt.
Melanin bietet einen gewissen Schutz vor UV-Strahlung, doch ob braun oder beige, Sonnenschutz brauchen alle. Der Eigenschutz beträgt auch für dunkle Hauttypen nur 40 Minuten, bei Hellhäutigen sind es sogar nur 7 Minuten. Danach schlägt auf ungeschützter Haut die biologische Wirkung der UV-Strahlung zu. Deshalb: kein Risiko eingehen - schmieren. Um Hautschäden zu vermeiden, ist es besonders wichtig, von Anfang an für guten Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung zu sorgen. Beispielsweise ist der hier häufigste Pigmenttyp, der hellhäutige Europäer, für einen ca. zweistündigen Aufenthalt in der Sonne in den ersten Sonnenmonaten mit LSF/UVA-Faktor 15/10 im allgemeinen gut geschützt. Doch jede Haut ist anders. Insbesondere für Kinder oder bei allergiegefährdeter Haut sollte das "richtige" Produkt im Apotheken-Beratungsgespräch ermittelt werden.

